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Kommentar Die Diversity-Debatte muss die Wünsche von Frauen berücksichtigen

Warum Frauen bei der Bewerbung um höhere Posten zögern, bleibt fraglich. Klischees erklären da wenig – nicht jeder Unterschied ist Diskriminierung.
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Frauen investieren mehr Arbeit in die Kindererziehung. Quelle: dpa
EZB

Frauen investieren mehr Arbeit in die Kindererziehung.

(Foto: dpa)

Als Mann lassen einen Meldungen über die Benachteiligung von Frauen mitunter ratlos. Frauen verdienen weniger Geld für die gleiche Arbeit. Frauen werden weniger häufig befördert. Frauen müssen härter arbeiten als Männer, um dasselbe zu erreichen. Das alles klingt schnell nach einem generellen Vorwurf an die Adresse der Männer. Auf der anderen Seite fragt sich der einzelne Mann mitunter, wieso er dafür verantwortlich sein soll und was er daran überhaupt ändern könnte.

Man kann es sich leicht machen und in das Lamento einstimmen. Dann steht man wenigstens auf der richtigen Seite. Oder mehr Angebote zur Kinderbetreuung fordern – damit hat man das Problem aus dem familiären Umfeld ausgelagert und kann „die Politik“ für die Misere verantwortlich machen.

Aber kann es sein, dass Frauen – im Durchschnitt, nicht im Einzelfall – andere Prioritäten haben als Männer? Wer diese Frage stellt, begibt sich schon aufs Glatteis. Sehr schnell ist der Vorwurf zur Hand, Frauen weniger zuzutrauen oder sie in gängige Klischees zu sperren. Aber sperren nur Männer Frauen in Klischees ein? Oder tun das auch Frauen mit anderen Frauen?

Ist die verbreitete Aggressivität im Management ein Grund für die geringe Präsenz von Frauen? Falls ja, würde das bestätigen, dass Frauen doch irgendwie anders ticken als Männer. Und diese Annahme riecht nach Klischee.

Die Europäische Zentralbank hat nach allen Regeln der statistischen Kunst die Verhältnisse im eigenen Haus untersucht. Und als ein Problem herausgefunden, dass Frauen eher als Männer zögern, sich auf bessere Positionen zu bewerben. Aber warum Frauen das tun – darauf gibt die Statistik keine Antwort. Sicher spielt eine Rolle, dass Frauen immer noch mehr Arbeit in Kinderbetreuung investieren als Männer. Aber tun sie das unfreiwillig?

Klischees erklären wenig. Das gilt auch für Klischees, die jeden Unterschied als Diskriminierung deuten. Wobei es – leider – Diskriminierung immer noch gibt. Auch innerhalb von Familien.

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