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Kommentar Die echte Verena Bahlsen wird in der öffentlichen Debatte verkannt

Ein Handelsblatt-Artikel über die Keks-Erbin ist zum Ausgangspunkt eines Shitstorms geworden. Dabei ist das rechte Maß verloren gegangen. Wie es dazu kam und was der Autor davon hält.
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Die Bahlsen-Erbin sorgt mit ihren Aussagen für Empörung. Quelle: Franz Bischof für Handelsblatt
Verena Bahlsen

Die Bahlsen-Erbin sorgt mit ihren Aussagen für Empörung.

(Foto: Franz Bischof für Handelsblatt)

Für uns Reporter ist der Boom der Digitalkonferenzen nicht immer einfach. Vor Ort inspirieren die Redner das Publikum mit pointierten Präsentationen. Doch aufgeschrieben wirken viele ihrer Weisheiten matt oder zu speziell, gerade wenn die Dozenten nur der Fachwelt bekannt sind.

Insofern hat es auf der Digitalkonferenz OMR in der vergangenen Woche für mich einen Glücksfall gegeben: Erst trat Juso-Chef Kevin Kühnert auf, der gerade mit einem Gastbeitrag im Handelsblatt seine umstrittenen Sozialismus-Thesen verteidigt hatte.

Zehn Minuten später folgte eine Halle weiter Verena Bahlsen, die charismatische junge Erbin des gleichnamigen Keks-Unternehmens. Was mein Bericht über ihren Auftritt auslösen sollte, ist da nicht abzusehen.

Auf Twitter und Facebook ist Bahlsen nur eine knappe Woche später eine Art Monster des Ausbeuter-Kapitalismus. Ich habe sie nicht dazu gemacht, aber unbeabsichtigt den Anstoß gegeben. Sie wird in den sozialen Medien beschimpft, verlacht, belehrt – ohne Maß. Die echte Verena Bahlsen ist dabei nicht zu erkennen.

Verena Bahlsen kenne ich seit knapp zwei Jahren, als wir uns gemeinsam mit ihrem Vater Werner Bahlsen zu einem Interview in Hannover getroffen haben. Schon damals berichtete die Erbin über ihren Plan, in Berlin eine Art Erlebnisrestaurant für Food-Trends mit angeschlossener Unternehmensberatung zu eröffnen. Mit ihrer lebhaften und offenen Art nimmt sie Gesprächspartner schnell für sich ein.

Bei der Konferenz OMR wiederholte sie vergangenen Mittwoch ihre These, die in der Szene zu ihrem Markenzeichen geworden ist: Das Food-System sei überholt, nach mehr als 100 Jahren industrieller Nahrung müsse etwas Besseres her. Das diene nicht nur der Gesellschaft, sondern helfe auch beim Geldverdienen.

Dann kam ihr folgenreiches Bekenntnis: „Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein Viertel von Bahlsen, das ist toll. Ich will mir ’ne Segelyacht kaufen und solche Sachen.“ Was sie sagte, interpretiere ich vor dem Hintergrund der Kühnert-Äußerungen als eine Art radikale Gegenposition.

Nicht vergesellschaftete Unternehmen sollen demnach die Welt verändern, sondern die Kraft des Unternehmertums. „Ich wollte früher unbedingt rebellieren und kreative Schriftstellerin werden. Doch dann habe ich gemerkt, was die Wirtschaft für ein Hammer-Vehikel ist“, sagte Bahlsen.

Der Funke sprang über: Auf der Konferenz bekam die fidele Frau mit den roten, lockigen Haaren und der Jeans-Latzhose viel Applaus, der Moderator feierte sie. In einer Viertelstunde Redezeit heimste Bahlsen einige zustimmende Twitter-Kommentare aus dem Publikum ein.

Ich griff ihre Äußerung in meinem Artikel auf. Ihr Statement passte perfekt zum Auftritt von Kühnert. So klar wie Verena Bahlsen hatte zuvor kein Unternehmer gesprochen, den wir anfragten.

Bahlsen findet neuen Ton

Ihre provokante Selbstbeschreibung als „Kapitalistin“ mit der ironischen Nennung der Segelyacht ist eine treffende Pointe in der langsam auslaufenden Diskussion um vergesellschaftete Unternehmen. Bahlsen trifft einen neuen Ton: Normalerweise sprechen deutsche Wirtschaftsvertreter statt von Kapitalisten von Unternehmertum, in Hamburg gern ergänzt um den Zusatz „hanseatisches“.

Vielleicht ist es ihr relativ junges Alter von 26 Jahren, das Verena Bahlsen klarer sprechen lässt. Vielleicht hat sie aber auch nur noch nicht erfahren, unter wie viel Argwohn Äußerungen prominenter Unternehmer stehen.

Als Journalist beobachte ich seit Jahren, dass in Deutschland vor allem diejenigen Unternehmer gern Klartext sprechen, die ihr Vermögen von Grund auf selbst erarbeitet haben: Der Großschlachter Clemens Tönnies ist so ein Fall, der Tunnelbohrer Martin Herrenknecht, auch der Drogerie-Gründer Dirk Roßmann und sein Kumpel Martin Kind. Sie provozieren gern.

Schwieriger wird es bei den viel häufiger vertretenen Traditionsunternehmen. Die Erben halten sich meist extrem zurück – vielleicht auch, weil sie spüren, dass in der Leistungsgesellschaft das Erbe eine Bürde im öffentlichen Diskurs ist. Wer das Geld nicht hart verdient, sondern in die Wiege gelegt bekommen hat, steht unter hartem Rechtfertigungsdruck. Dazu kommt: Viele alte Unternehmen sind mehr oder weniger tief in die NS-Geschichte verstrickt. Beides wird Verena Bahlsen erleben.

Denn über das Handelsblatt landet ihr Zitat zum Kapitalismus bei Twitter und Facebook – herausgelöst aus dem Zusammenhang. Dabei fällt ihre Botschaft, die Wirtschaft müsse die Gesellschaft verbessern, unter den Tisch. Stattdessen tritt eine Schwäche in den Vordergrund, die die junge Frau im persönlichen Gespräch und auf der Bühne mit ihrem Elan vergessen macht: Mit ihrem jungen Alter kann sie nicht viel tatsächliche Lebensleistung vorweisen. Ohne ihr Erbe, vor allem ihren prominenten Namen, hätte sie es wohl schwerer, als Weltverbesserin bei Konferenzen zu sprechen.

Zunächst geht die Diskussion also darum, ob sich in diesem Fall eine Erbin zu viel herausnimmt. Einige Kommentatoren verteidigen Bahlsen, stellen infrage, dass die von mir in meinem Text gezogene Parallele zur Kühnert-Diskussion zulässig ist. Doch dann verlinken mehrere Kommentatoren einen Artikel aus dem Jahr 2000, der über eine wegen Verjährung abgewiesene Klage von Zwangsarbeiterinnen bei Bahlsen im Zweiten Weltkrieg berichtet. Die Diskussion ufert aus – und ruft die Zeitung „Bild“ auf den Plan.

Über das Wochenende gibt Verena Bahlsen der Boulevard-Zeitung ein verheerendes Statement. Sie belässt es nicht dabei, klarzustellen, dass die Verquickung ihres Auftritts mit der Firmengeschichte aus ihrer Sicht unzulässig ist. Sie sagt auch, Bahlsen habe die Zwangsarbeiter wie Deutsche bezahlt und „gut behandelt“. „Bahlsen hat sich nichts zuschulden kommen lassen“, behauptet sie.

Verena Bahlsen konterkariert mit der Aussage die Bemühungen der Stiftung der deutschen Wirtschaft für die Entschädigung der Zwangsarbeiter, in die vor knapp 20 Jahren auch das Unternehmen Bahlsen eingezahlt hat. Sie berührt ein erst spät aufgearbeitetes Kapitel der deutschen NS-Schuld.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten Millionen Zwangsarbeiter im Deutschen Reich – unter sehr verschiedenen Bedingungen. Etliche schufteten sich in der Rüstungsproduktion zu Tode, teilweise in SS-eigenen Betrieben in Lagern wie der Raketenproduktion Mittelbau-Dora.

Andere arbeiteten auf Bauernhöfen, wieder andere in Betrieben wie Bahlsen, das Nahrung für die Wehrmacht herstellte. Anders als in den KZs vor dem Krieg ging es bei den Arbeitseinsätzen nicht um „Vernichtung durch Arbeit“, doch der Tod durch Überarbeitung und miserable Behandlung wurde billigend in Kauf genommen.

In jedem Fall bedeutete Zwangsarbeit für die Verschleppten eine ständige Todesgefahr, auch durch Luftangriffe, vor denen sie kaum geschützt waren. Nach dem Krieg wurde das Schicksal der Arbeiter lange verdrängt – vielleicht aus Scham, vielleicht aus Furcht vor Klagen.

Bahlsen wiederholt die Legende vom guten Unternehmer

Verena Bahlsen wiederholt dagegen ein Argument, das widerlegt ist: die Legende vom guten Unternehmer in schweren Zeiten. Wer Verena Bahlsen kennt, kann annehmen: Das macht sie, weil sie es nicht besser weiß – nicht, weil sie Geschichtsrevisionistin ist.

Spätestens seit dem „Bild“-Artikel ist sie jedoch auf Twitter und Facebook Freiwild. Eine Petition fordert, sie zu einem sozialen Praktikum zu verpflichten. Eine andere will die Straße vor der Bahlsen-Hauptverwaltung in Hannover nach einer Zwangsarbeiterin benennen lassen. In den sozialen Medien kursiert das Bild eines Bahlsen-Keks mit der Zeile „Nur echt mit 250 Zwangsarbeitern“.

Linken-Parteichef Bernd Riexinger wirft ihr „unfassbare Arroganz“ vor. Seine Co-Parteivorsitzende Katja Kipping fordert die erwähnte höhere Erbschaftsteuer. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte der „Bild“: „Es ist kein Wunder, dass Menschen den Glauben an Gerechtigkeit verlieren, wenn Millionenerben über Yachten und nicht über Verantwortung reden.“

Bei Twitter sind die Stichworte „Bahlsen“ und „Zwangsarbeiter“ in den Trends. Verena Bahlsen muss sich in Hunderten Beiträgen beschimpfen lassen, es kommt zu Boykottaufrufen gegen Bahlsen-Kekse. Reichweitenstarke Netzprominente wie Jan Böhmermann und Blogger Don Alphonso mischen sich ein.

Für Verena Bahlsen ist der Vorfall tragisch. Er beschädigt ihren Ruf als Vordenkerin, den sie sich in den vergangenen beiden Jahren seit unserem ersten Interview erarbeitet hat. Die 26-Jährige hat sich als eine Rebellin aus dem System heraus erfunden, sucht eine Rolle als neue Unternehmerin. Man kann ihr vorwerfen, dass im Sortiment von Bahlsen von ihren Ideen kaum etwas zu sehen ist. Man kann es altklug finden, ohne viel Erfahrung große Worte zu schwingen.

Man muss ihr raten, sich mit dem Thema Zwangsarbeit und Verantwortung eingehender zu beschäftigen, als sie – und viele andere – es bisher offensichtlich getan hat. Dass sie uninformiert spricht und so Zwangsarbeit verharmlost, ist für eine Unternehmenserbin schwer entschuldbar. Sie sollte ihre Aussage schnell öffentlich korrigieren.

Anders ist das im Fall der Aussage zum Kapitalismus: Wer die freie Marktwirtschaft gut findet, sollte Verena Bahlsen hier beispringen – muss aber mit Gegenwind rechnen. Das nennt man dann Debatte. Und die ist besser als ein Shitstorm.

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11 Kommentare zu "Kommentar: Die echte Verena Bahlsen wird in der öffentlichen Debatte verkannt"

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  • Hallo,

    ich finde Frau Bahlsen ebenfalls sehr erfrischend, mutig und nach vorne gerichtet.
    Diese Neiddebatte ist ja nicht mehr auszuhalten.
    Trotz Ihrer Herkunft arbeitet sie täglich, um versuchen die Welt ein bisschen besser und nachhaltiger zu machen - im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
    Wir sind das einzige Land weltweit, was auch nach 70 oder 80 Jahre sich selbst in "Geiselhaft für Naziverfehlungen nimmt". Jede Generation ist für sich selbst verantwortlich und das gilt nicht nur für die Familie Bahlsen oder sonstige Unternehmerfamilien, die Vorteile aus dem damaligen System gezogen hat. Das gilt aber für jede Familie, wo der Opa und Oma an täglichen Antisemitismus u.a. beteiligt waren.
    Die Kritiker sollen vor der eigenen Haustür "kehren".
    Man kann der 26-jährigen jungen Frau keinen Vorwurf machen, dass diese Ereignisse nicht in ihre persönliche Zuständigkeit fällt und sie deshalb nicht politisch korrekt damit umgegangen ist.

    Jeder sollte sich selbst um seine eigene Lebensleistung kümmern - andere zu kritisieren ist einfach.
    Frei nach dem Motto - Schnauze halten oder selber machen, sich engagieren und sich anstrengen, damit so etwas wir Nazitum und sonstige ähnliche Tendenzen nicht Raum greifen können.
    Es ist in dieser Zeit viel zu tun - packen wir es an und weisen sozialistische Träumereien zurück.
    Die Ergebnisse im Hinblick auf Unfreiheit und relativer Armut haben wir gerade überwunden.
    Das sind alles Psydo-Debatten.

    Schönen Tag wünscht Peter Michael

  • Sehr geehrter Herr Kapalschinski,
    Danke für Ihren differenzierten Artikel und der Versuch eines "Zurechtrückens". Sie haben mich neugierig gemacht und ich habe mir nun das Video von Frau Bahlsen auf der OMR Konferenz angeschaut und dabei 2 Emotionen gespürt. Einerseits ein junger sympathischer Mensch mit einem gewissen Idealismus und einer erfrischenden Art zu sprechen. Auf der anderen Seite total aufgesetzt und überhaupt nicht authentisch. Nach Frau Bahlsens Theorie müssen Lebensmittel weiterentwicklelt werden und hat dafür sogar ein Start-Up gegründet. Ist es erfolgreich? Immerhin gibt es das "Hermann´s" seit fast 2 Jahren. Wie sind die Zahlen? Wurde der "proof of concept" geliefert? Ich glaube, eher Nein, sonst hätte sie ja von "success-stories" berichtet. Welche Ihrer wegweisenden Empfehlungen wurden bei Bahlsen umgesetzt? Ich war soeben auf der Homepage - die gleichen Kekse wie vor 100 Jahren. Dann gibt Frau Bahlsen auch noch zu, dass sie Ihren Coach gefragt hat, was sie bei der Konferenz Schlaues sagen könnte und schwadroniert anschließend über "Sinnentfremdung" in der Wirtschaft. Es stimmt einfach das Bild der erfolgreichen selbst-denkenden Visionärin mit der Realität nicht überein. Überspitzt formuliert drängt sich der Eindruck auf, dass eine verwöhnte Göre aufgrund Ihrer sauteuren Ausbildung und noch kostspieligeren Coaching-Sessions Bahlsen übernehmen will. Das darf/kann sie nicht und daher richtet sie ihrer Familie über die Medien aus, was nun zu tun sei. Dazu passt auch die Reaktion auf die Fragen nach der Vergangenheit: Trotzige Antwort auf dem Niveau eines Kindes. Ihre Coaches haben Gutes getan, in dem sie Frau Bahlsen zu einer Entschuldigung bewegen konnten. Frau Bahlsen wird an der Situation, in die sie sich manövriert hat, wachsen und in den nächsten Wochen die wichtigste Tugend der Selbstständigen lernen: Demut -aber nur wenn sie sich nicht mit so speichel-leckenden Moderatoren umgibt wie auf der OMR-Konferenz.

  • Bahlsen schlägt der Neid derjenigen zurück, die sich schon in der Schule gegenüber den Klassenkameraden, deren Eltern mehr Möglichkeiten hatten abfällig äußerten.

    Ich erlebe es derzeit in der Grundschule meiner Tochter selber: Bin Physiker, habe mich vom Kinderheim, Abitur und Studium hochgearbeitet und einen Job, der mich besser ernährt, als die Mittelschichteltern ohne Studium, die meinen mithalten zu müssen, es aber nicht schaffen. Die Vorgeschichte kennt natürlich niemand und wenn, dann wird der Neid noch größer.

    Selbst wenn man seine Möglichkeiten nicht zur Show stellt heißt es wenn unsere Tochter in der Klasse von einer Reise nach Tirol erzählt: "Reiches Mädchen" und entsprechend wird natürlich auch gemobbt. Selbst wenn der Sohn einen neuen Roller erhält, wird das entsprechend kommuniziert. Hinzu kommt dann noch, dass diese Kinder - und auch Eltern - neidisch sind, wenn unsere Tochter den Übertritt auf das Gymnasium ohne größere Probleme schafft.

    Natürlich, der Vater ist ja Akademiker, da ist das ja klar. Blöder Kapitalist, blöder Akademiker, der bringt seine Tochter sicher mit seinem Geld durch. Na klar, was denn sonst? Unsere Tochter schnuppft Geldscheine und schafft dann dadurch 1er zu schreiben.... Die Zeit und das differierende Bildungsverständnis, die man investiert und das man lebt, spielt natürlich keine Rolle.

    Der Neid zieht sich durch die ganze Gesellschaft und breitet sich seit 30 Jahren wie eine Krake durch die Mittelschicht aus, die Angst um ihre Zukunft hat. Die Konsequenzen jedoch - Bildung neu zu denken, so wie sie meine Adoptiveltern dachten, wollen aber die Wenigsten ziehen. Und so ist Neid einfacher, als sich Neuem zu stellen, umzudenken und sich einzusetzen. Und jeder, der sich einsetzt, will ja nur noch mehr Geld verdienen, noch mehr Macht erhalten, oder sich selbst darstellen. Selbst aber tun diese Neider meist Wenig bis Nichts.



  • wenigstens ist Sie nun bekannt, obwohl das ganze wohl mehr als naiv erscheint.

  • Wir brauchen mehr so taffe junge Leute wie Frau Verena Bahlsen. Ihre Aussage sit Ehrlich:„Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein Viertel von Bahlsen, das ist toll. Ich will mir ’ne Segelyacht kaufen und solche Sachen.“
    Somit werden die Arbeitnehmer die Jachten herstellen nicht arbeitslos und das Geld fließt von oben nach unten.
    Wenn Linke wie Bernd Riexinger und seine Co-Parteivorsitzende Katja Kipping hier übelste Vorwürfe kolportieren, sollten sie uns doch mal den Verbleib des SED-Vermögens, deren Nachfolgepartei die Linke ist, verraten. Wer Die DDR mit 17 Mio. Menschen mit Sozialismus ruiniert hat, sollte sich zurück halten. Das einzige worin die Linke Partei als Nachfolgepartei der SED Experte ist, ist im Mauerbau und Stacheldraht oder Todesschusse an der Mauer. Die SPD mit Juso-Chef Kevin Kühnert üben sich gerade a la DDR in der Vereinigung der Linksparteien.
    Ludwig Erhardt hat mit Kapitalismus das Wirtschaftswunder geschaffen, die DDR mit Sozialismus das Elend.
    Mehr Kapitalismus und den Mut dies auch anzusprechen wie Frau Verena Bahlsen es tat, täte uns sehr gut.
    Der Kapitalismus braucht sich nicht zu verstecken, denn nur er bringt den Menschen Wohlstand.

  • Ich habe Verena Bahlsen selbst schon live erlebt und weiß, dass sie gerne frei Schnauze redet. Von daher waren ihren Aussagen über die Segelyacht ironisch zugespitzt. Ich finde sie erfrischend und als Visionärin wegweisend für Bahlsen. Ich verstehe allerdings nicht, warum sie sich via Bild-Zeitung rechtfertigt. Das kann für sie als hippe Berlinerin nicht das Medium der Wahl sein. Das muss sie nun aushalten und - wie der Autor richtig sagt - korrigieren.

  • So, so, so........
    jeder blamiert sich selbst,
    so gut er kann.

  • " Eine Petition fordert, sie zu einem sozialen Praktikum zu verpflichten"
    Man will also jemand zur Zwangsarbeit verpflichten. Muss sie das soziale Jahr in einem Lager ableisten? Steht am Eingang sowas wie "Jedem das seine" oder "Arbeit macht frei"?
    Lauer, der den Aufruf gestartet hat und alle, sind zum Glück noch nicht viele, sollten sich schämen. Ich würde all die Namen unter Faschist abspeichern.

  • Paradebeispiel unserer Gesellschaft und dem Informationsverständnis aus hiesigen Medien; Ich bin froh, dass es eine junge Generation gibt, die Unternehmen erhalten und nicht gegen die Wand fahren - sich neu und kritisch ihrem Geschäftsumfeld stellen. In der USA wäre so eine tolle Managerin/Querdenkerin gefeiert worden und ich hoffe, dass sie jetzt nicht Ihre Teilnahme beim Change-Congress 2019 absagt.

    Für manche sind halt Visionen „zu hoch“ – sie sollten vielleicht lieber wieder auf die „doch zu schwere Mathe-Abiturprüfung“ umschwenken; Kommentare/Onlinepetitionen sind ja schließlich ohne Kompetenznachweis erlaubt.

  • Ich wollte ja eigentlich hier vom Leder ziehen, á la "Erst Leute reinreiten, dann zurückrudern!", aber da lag ich falsch. Die Zitate mit der Yacht (obwohl offenbar nicht als Ironie verstanden!) und weiteres kommen erst im Fließtext des Artikels. Der muss naturgemäß eine aufmerksamkeitsheischende Überschrift haben.
    Also alles so weit in Ordnung.

    Man kann Herrn Kapalschinski also nicht vorwerfen, Frau Bahlen böswillig reingeritten zu haben. Kleine Ungeschicklichkeiten (s.o.) sollten keine Katastrophen nach sich ziehen.
    Das Entscheidende ist wohl die Unvorsichtigkeit der behüteten Erbin im Umgang mit der Springer-Presse. Da kann ich nur sagen, da Sie seit einigen Jahren voll geschäftsfähig ist und das auch nutzt: "Selber schuld!"

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