Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Einlagensicherung muss Konsequenzen aus der Pleite der Greensill Bank ziehen

Der Kollaps des Bremer Instituts hat Reformbedarf im Sicherungssystem der Privatbanken offengelegt. Im Fokus stehen dabei die Zinsplattformen.
17.03.2021 - 18:32 Uhr Kommentieren
Das Amtsgericht Bremen hat am Dienstag auf Antrag der Aufsichtsbehörde Bafin das Insolvenzverfahren gegenüber der Bank eröffnet. Quelle: dpa
Greensill Bank

Das Amtsgericht Bremen hat am Dienstag auf Antrag der Aufsichtsbehörde Bafin das Insolvenzverfahren gegenüber der Bank eröffnet.

(Foto: dpa)

Nach der Insolvenz der Bremer Greensill Bank steht die Finanzaufsicht Bafin wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Das ist nach dem dilettantischen Verhalten der Behörde im Wirecard-Skandal nicht überraschend, aber zu kurz gegriffen.

Natürlich muss der Frage nachgegangen werden, ob die Bafin früher und härter gegen Greensill hätte vorgehen können. Aber nach allem, was man bisher weiß, hat die Finanzaufsicht bei der Bremer Bank eine deutlich aktiviere Rolle gespielt als bei Wirecard.

Sie hat bei einer forensische Sonderprüfung festgestellt, dass es für viele aufgekaufte Forderungen keine Belege gibt. Sie hat Sonderbeauftragte in die Bank geschickt. Und sie hat den Vorstand des Instituts wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation angezeigt.

Dass zahlreiche Kommunen, die bei Greensill Millionen versenkt haben, jetzt mit dem Finger auf die Bafin zeigen, ist vor diesem Hintergrund lächerlich. Die Kämmerer sollten sich lieber an die eigene Nase fassen und fragen, warum sie das Geld von Steuerzahlern wegen minimaler Zinsgutschriften bei einem Institut geparkt haben, bei dem es nicht durch die Einlagensicherung geschützt ist.

Privatanleger, die ihre Ersparnisse bei Greensill angelegt haben, werden dagegen mit einem Schreck davonkommen. Sie werden von der Einlagensicherung entschädigt.

Akute Wiederholungsgefahr nach Greensill-Insolvenz

Für die Sparer ist das eine gute Nachricht, nicht jedoch für das Bankensystem als Ganzes. Denn Institute wie die Deutsche Bank und die Commerzbank müssen den Einlagensicherungsfonds nach der Greensill-Pleite wieder auffüllen und damit einen Großteil der Rechnung für das Desaster bezahlen.

Der Skandal hat damit offengelegt, dass auch bei der Einlagensicherung Reformbedarf besteht. Greensill hat unter anderem über Vermittlungsplattformen wie „Weltsparen“ und „Zinspilot“ innerhalb kurzer Zeit sehr viel Geld eingesammelt.

Problematisch ist das vor allem deshalb, weil sich ein solcher Fall jederzeit wiederholen kann. Über die Zinsplattformen können sich auch schwache Banken innerhalb kurzer Zeit mit Einlagen vollsaugen – meist zu Konditionen, die für ihre eigene Gesundheit nicht gerade förderlich sind. Geht das Ganze am Ende schief, muss die Einlagensicherung bezahlen.

Die Privatbanken sind gut beraten, härtere Regeln für die Mitglieder ihres Sicherungssystems zu erlassen. Denkbar wäre, dass Institute für Einlagen, die sie über Zinsplattformen einwerben, höhere Beiträge an die Einlagensicherung zahlen müssen.

Auch Regulatoren könnten solche Einlagen strenger bewerten, denn sie werden häufiger von einer Bank zu anderen verschoben – und sind für die Stabilität eines Geldhauses somit weniger wertvoll.

Mehr: Bafin leitet Insolvenz von Bremer Greensill Bank ein – Streit über die Verantwortung entbrannt.

Startseite
Mehr zu: Kommentar - Die Einlagensicherung muss Konsequenzen aus der Pleite der Greensill Bank ziehen
0 Kommentare zu "Kommentar : Die Einlagensicherung muss Konsequenzen aus der Pleite der Greensill Bank ziehen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%