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Kommentar Die erfolgsverwöhnten Golf-Airlines stecken in der A380-Falle

Marktführer Emirates erlebt seine bisher schwerste Krise. Die lange diskutierte Fusion der Emirate-Airlines wird nun immer dringender.
22.07.2020 - 15:33 Uhr Kommentieren
Einst Stolz der Luftfahrt, werden die Riesenjumbos in der Coronakrise zum Problem. Quelle: Reuters
A380 von Emirates

Einst Stolz der Luftfahrt, werden die Riesenjumbos in der Coronakrise zum Problem.

(Foto: Reuters)

Erfolgsverwöhnt, im Dauer-Wachstumsmodus, jahrzehntelang profitabel – so präsentierte sich die Airline Emirates jahrelang. Immer mehr Maschinen fasste die Flotte, immer größer wurde das Streckennetz und immer größer auch die Flieger. Emirates nennt die weltgrößte Flotte des Riesen-Airbus A380 ihr Eigen, hinzu kommt eine stattliche Anzahl der großen Boeing 777.

Einst Stolz der Luftfahrt, werden die Riesenjumbos in der Coronakrise zum Problem. Denn Angst vor Ansteckungen an Bord, Videokonferenzen statt Dienstreisen und zurückgestellte Traumflüge ans Ende der Welt werden zum Giftcocktail für Emirates: Die Riesenflieger bleiben halbleer, aber die hohen Kosten und die vielen Emissionen bleiben – eine A380 stößt 80 Prozent mehr CO2 aus als die kleinere A350.

Emirates steckt also in der A380-Falle und kann da allein kaum schnell herauskommen. Schon vor der Coronakrise hatte der Branchenprimus aus Dubai das Aus für weitere A380-Käufe verkündet und vermehrt kleinere Maschinen geordert, die aber nur schleppend am Golf eintreffen.

Und die Konkurrenz, vor allem Qatar Airways wächst: Die Airline aus Katar hat sich in der Pandemie zum Langstrecken-Marktführer gemausert. Trotz der Sanktionen, die die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Saudi-Arabien gegen den kleinen Nachbarn verhängt haben, die Qatar Airways zu kostspieligen Umwegen zwingen und die von internationalen Gerichten in Kürze kassiert werden dürften.

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    Wenn Emirates nicht sehr tief in die roten Zahlen fliegen will wie die Nachbarfluglinie Etihad aus Abu Dhabi, muss jetzt schnell gehandelt werden. Die seit Jahren immer wieder erörterte Fusion der beiden Airlines sowie eventuell auch mit den dort ebenfalls beheimateten Billigfliegern Flydubai und Air Arabia muss jetzt dringend angepackt werden – aus wirtschaftlicher und ökologischer Vernunft.

    Gegen den Zusammenschluss von Fluggesellschaften mit deutlich diversen Flotten, vielen unrentablen Routen und zweifelhaften Beteiligungen spricht nur die Politik: Abu Dhabi, Heimat der wegen zu teurer Beteiligungen an wirtschaftlich schwer angeschlagenen Fluglinien in Asien und Europa seit Jahren verlustreichen Etihad, ist das Hauptemirat der VAE und die wichtigste Finanzquelle des Staatenverbunds am Golf.

    Dubai, wo Emirates seinen Heimatflughafen hat, musste in der Weltfinanzkrise vom großen Bruder aufgefangen werden. Nun die Vorherrschaft der deutlich stärkeren Airline Emirates in einem fusionierten Flugkonzern zu akzeptieren wird Abu Dhabi schwerfallen. Fusion und Führung durch den Besseren sind aber logisch und nötig.

    Mehr: Corona mischt die Drehkreuze am Golf auf

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