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Kommentar Die europäischen Banken müssen gestärkt werden

Die Bankenbranche hat noch immer einen schlechten Ruf. Aber es wird Zeit, auf die Beschwerden der Kreditinstitute in Europa einzugehen.
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Die EZB müsste über Erleichterungen für Banken nachdenken. Quelle: dpa
Bankenviertel in Frankfurt

Die EZB müsste über Erleichterungen für Banken nachdenken.

(Foto: dpa)

„Die Klage ist der Gruß der Kaufleute.“ Das phönizische Sprichwort galt in den vergangenen Jahren auch und vor allem für Bankkaufleute. Allerdings interessierte sich kaum jemand für dieses Jammern. Schließlich waren es die Banker, die uns die Finanzkrise eingebrockt hatten.

Da war es nur folgerichtig, dass man die Branche mit einer Flut an schärferen Regeln überzog. Für die Bankenkritiker quer durch das gesamte politische Spektrum waren auch die Minuszinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Art Spätfolge der Finanzkrise und damit eine gerechte Strafe für die Institute.

Inzwischen haben wir allerdings eine Situation erreicht, in der Europa darüber nachdenken muss, wie es seine Banken wieder stärken kann. Vor allem aus zwei Gründen sollten Politik und Aufseher die Ohren für die Klagen öffnen. Da ist zum einen das unter dem Stichwort Basel IV bekannte Regulierungspaket, für das Europas Banken noch einmal 135 Milliarden Euro Kapital brauchen. Für viele Institute dürfte das schmerzlich werden.

Zum anderen fällt die erhoffte geldpolitische Wende aus. Statt ihre Zinsen wie erhofft anzuheben, wird die EZB die Geldpolitik weiter lockern. Für die Banken bedeutet das noch höhere Strafzinsen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

Für Europas Banken ist das ein echtes Problem, denn die Ertragslage vieler Institute ist auch zehn Jahren nach der Finanzkrise ziemlich mau. Bei einem konjunkturellen Abschwung droht deshalb eine noch stärkere Einschränkung der Kreditvergabe als sonst in solchen Phasen üblich. Deshalb ist es richtig, dass die EZB über Erleichterungen für die Banken nachdenkt.

Chefnotenbanker Mario Draghi hat einen sogenannten Staffelzins ins Gespräch gebracht. Dahinter verbergen sich Freibeträge, für die die Institute keine Minuszinsen bezahlen müssten. Diese Idee sollte die EZB in die Tat umsetzen. Andere Notenbanken, die eine Negativzinspolitik verfolgen, wie die Schweizer oder die Dänische Zentralbank, haben es längst vorgemacht.

Mehr: Gastbetrag – Das Baseler Abkommen ist eine Gefahr für die Konjunktur. Die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken ist durch zu starke Auflagen gefährdet.

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