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Kommentar Die EZB braucht mehr Frauen an der Spitze

Die EZB steht vor einem personellen Umbruch. Sie braucht dabei mehr Frauen in der Führung. Die verkrusteten Strukturen werden das aber kaum zulassen.
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Für ihre Nachfolge bei der Bankenaufsicht kommen nur zwei Personen infrage, beides Männer. Quelle: Reuters
Sabine Lautenschläger

Für ihre Nachfolge bei der Bankenaufsicht kommen nur zwei Personen infrage, beides Männer.

(Foto: Reuters)

Die Nachfolgesuche für Sabine Lautenschläger als Vizechefin der EZB-Bankenaufsicht wirft ein Schlaglicht auf einen eklatanten Missstand in der Europäischen Zentralbank. An ihrer Spitze stehen fast nur Männer. Nur zwei von 25 Mitgliedern im EZB-Rat sind Frauen. Im sechsköpfigen Direktorium ist Lautenschläger die einzige Frau. Dieser Missstand ist fatal, weil er Frauen benachteiligt.

Wenn es um die Karriere geht, spielt nicht nur die fachliche Qualifikation eine Rolle, sondern auch die Förderung durch Vorgesetzte, das Arbeitsumfeld – und Netzwerke. In den Mitarbeiterbefragungen der EZB 2015 und 2018 wurde als eines der wichtigsten Kriterien für eine Beförderung in der Notenbank genannt, dass es darauf ankomme, die richtigen Leute zu kennen. Wenn in der Führungsetage fast nur Männer sitzen, haben es Frauen dabei schwerer, sich durchzusetzen.

Die EZB tut zwar viel, um Frauen in Führungspositionen zu fördern. So hat sie sich zum Ziel gesetzt, 35 Prozent der Management-Positionen mit Frauen zu besetzen. Für die Akzeptanz dieser Politik wäre es aber wichtig, dass die Führung mit gutem Beispiel vorangeht. Davon kann bisher aber keine Rede sein.

Die Bankenaufsicht bildete mit dem Führungsduo Danièle Nouy und Sabine Lautenschläger bisher eine rühmliche Ausnahme. Doch jetzt könnten an ihre Stelle zwei Männer treten. Auch für die frei werdenden Posten im EZB-Direktorium werden vor allem Männer gehandelt. Dabei gibt es gute Kandidatinnen: die Irin Sharon Donnery, die Französinnen Sylvie Goulard und Hélène Rey, die Italienerin Lucrezia Reichlin und Bundesbank-Vorständin Claudia Buch.

Frauen in Führungspositionen können Vorbilder für andere sein und Strukturen so prägen, dass es andere Frauen leichter haben, ebenfalls Karriere zu machen. Ein Beispiel dafür ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Als sie im Jahr 2000 CDU-Vorsitzende wurde, galt das als Novum. Nun ist mit Annegret Kramp-Karrenbauer auch ihre Nachfolgerein eine Frau.

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