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Kommentar Die EZB sollte die Zinsen nicht senken

Bloßer Aktionismus der Notenbanken hilft der Wirtschaft wenig. Um gefährdete Unternehmen in der Coronakrise zu unterstützen, braucht es andere Instrumente.
09.03.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die europäischen Notenbanker spüren den Druck der Finanzmärkte. Quelle: Tim Wegner/laif
Eingangsbereich der EZB in Frankfurt

Die europäischen Notenbanker spüren den Druck der Finanzmärkte.

(Foto: Tim Wegner/laif)

Mit jedem schwachen Börsentag wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), endlich zu handeln. Der Markt rechnet jetzt schon damit, dass sie am Donnerstag den entscheidenden Einlagenzins weiter absenkt von minus 0,5 auf minus 0,6.

Aber es spricht viel dafür, genau das nicht zu tun. Im EZB-Rat ist die Befürchtung weit verbreitet, noch tiefere Zinsen könnten die Banken schwächen – und sie brauchen in der Coronakrise eher noch zusätzliche Standfestigkeit.

Es wäre Aktionismus an der falschen Stelle, wenn die EZB etwas tun würde, nur um die Märkte nicht zu enttäuschen. Wie gerade wieder die Reaktion der Investoren auf die Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch gezeigt hat, entfalten Zinssenkungen in Paniksituationen unter Umständen wenig Wirkung – außer, dass sie die Erwartung weiterer Schritte schüren.

Außerdem kann Geldpolitik gegen eine Epidemie ohnehin nur eingeschränkt etwas ausrichten. Ein Minizinsschritt lindert im besten Fall die Folgen von Corona, dasselbe gilt für eine Aufstockung der monatlichen Anleihezukäufe für zurzeit 20 Milliarden Euro pro Monat. Wichtiger ist aber sicherzustellen, dass Unternehmen, denen infolge der Coronakrise das Geld ausgeht, Unterstützung bekommen. Deswegen wird in der EZB diskutiert, möglichst gezielte Kredite an die Geschäftsbanken zu geben, die diese dann an Unternehmen weiterreichen.

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    Aber auch dieses Mittel hat seine Grenzen, denn die EZB kann den Geschäftsbanken nicht die Risiken für Kredite an Corona-gefährdete Betriebe abnehmen. Dafür wären Bürgschaften der Regierungen hilfreicher. Eine direktere, aber nur begrenzt einsetzbare Hilfe könnten verstärkte Käufe von Unternehmensanleihen bringen, wenn dieser Markt austrocknen sollte.

    Irgendetwas wird die EZB voraussichtlich beschließen, um nicht tatenlos oder ohnmächtig zu wirken. Dann kommt alles auf die Kommunikation an – Entschlossenheit zählt. Vielleicht sollte EZB-Präsidentin Christine Lagarde ein Programm zur Stützung der Unternehmen ankündigen und hinzufügen, dass die EZB alles innerhalb ihres Mandats tun wird, um die Betriebe flüssig zu halten – was immer es auch kostet. Zugleich wird sie aber mit Sicherheit die Regierungen auffordern, auch ihren Part zu leisten.

    Mehr: Die Macht der Notenbanken schwindet langfristig

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