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Kommentar Die EZB sollte sich einfache Ziele setzen

Je mehr Geldpolitiker ihre Instrumente verfeinern und ihre Rolle ausweiten, desto komplizierter wird es. Die EZB sollte nur sagen: Zwei Prozent ist das Ziel.
30.09.2020 - 18:41 Uhr Kommentieren
Die EZB-Präsidentin sollte ihre Strategie so knapp und einfach wie möglich definieren und erklären. Quelle: Bloomberg
Christine Lagarde

Die EZB-Präsidentin sollte ihre Strategie so knapp und einfach wie möglich definieren und erklären.

(Foto: Bloomberg)

Die Europäische Zentralbank will verständlicher für die breite Öffentlichkeit werden. Das hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde schon bei Amtsantritt vor knapp einem Jahr angekündigt und jetzt wieder als ein wichtiges Ziel hervorgehoben. Die gerade startende Strategiedebatte der Notenbank soll auch dazu dienen, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen, deren Bedenken und Interessen zu verstehen und für sie die Geldpolitik verständlicher zu machen.

Zugleich zeigt sich aber, auch schon in den USA und jetzt in Europa, dass die Diskussionen immer komplizierter werden. Das ist zum Teil den Umständen geschuldet – einer tiefen, von einer weltweiten Seuche ausgelösten Rezession zu begegnen, ist eine schwierige Aufgabe. Aber es zeigt sich auch eine Eigendynamik. Je mehr Geldpolitiker ihre Instrumente verfeinern und dabei auch ihre eigene Rolle ausweiten, desto komplizierter wird es.

Daher der dringende Appell: Die Notenbank sollte ihre Strategie so knapp und einfach wie möglich definieren und erklären. Sonst wird es nichts mit der Verständlichkeit. Sie sollte sagen: Wir wollen stabile Preise und streben in der Praxis zwei Prozent an, weil ein bisschen zu viel Inflation der Wirtschaft weniger schadet als ein Abrutschen der Preise. Wir wollen das Ziel auf mittlere Sicht erreichen, werden aber auch nicht hyperaktiv, wenn es für längere Zeit nicht ganz erreicht wird. Wir arbeiten unabhängig von den Regierungen, aber verfolgen, solange das die Preisstabilität nicht gefährdet, ganz ähnliche Ziele wie sie: eine gesunde Wirtschaft und Vollbeschäftigung. Wir haben soziale und ökologische Ziele im Auge, aber dafür sind in erster Linie die Regierungen zuständig.

Historisch gesehen lief es geradewegs anders. Aus dem Ziel der Preisstabilität wurde das Ziel, die Preise nicht höher als zwei Prozent steigen zu lassen. Um einem möglichen Abrutschen der Preise von Anfang an entgegenzuwirken, wurde das Ziel dann als „nahe an, aber unter zwei Prozent“ definiert. Zugleich hat die EZB immer mehr Aufgaben, auch den Zusammenhalt der Euro-Zone und neuerdings den Klimawandel, umständlich auf dem Umweg über das Ziel der Preisstabilität definiert.

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    Jetzt hat die US-Notenbank (Fed) ihre Strategie so geändert, dass sie künftig nur noch durchschnittlich zwei Prozent Inflation erreichen will. Auf welche Zeiträume sich dieser Durchschnitt bezieht, lässt sie offen. Wenn man davon ausgeht, dass der durchschnittliche Bürger keine Berechnungen der durchschnittlichen Inflation anstrebt, wäre es eine weitere Verkomplizierung, wenn die EZB der Fed folgen würde. Sie sollte sagen: Zwei Prozent sind das Ziel, und Punkt.

    Mehr: Lagarde öffnet die Tür für ein flexibleres Inflationsziel.

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