Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die EZB sollte sich nicht allzu viel Zeit mit der Digitalwährung lassen

Europa und die USA haben bessere Voraussetzungen als China dafür, auch digital die Leitwährungen zu stellen. Doch sie müssen zügig handeln.
26.10.2020 - 13:07 Uhr Kommentieren
Die Notenbank geht mit Sorgfalt an die Sache. Quelle: dpa
EZB-Gebäude in Frankfurt

Die Notenbank geht mit Sorgfalt an die Sache.

(Foto: dpa)

Peking macht wieder einmal Druck. Nachdem in China als erstem Land in riesigem Umfang die Menschen digital per App bezahlten, testet die chinesische Regierung nun im groß angelegten Feldversuch als erste bedeutende Volkswirtschaft ihre eigene digitale Währung, den E-Yuan. Für Europa sollte das ein Ansporn sein, seine eigenen Pläne für eine Digitalwährung zu beschleunigen.

Denn eines scheint klar: Die Nachfrage danach wird in den kommenden Jahren steigen. Experten sehen in dem neuen Zahlungsmittel eine Chance auf schnellere und unkompliziertere internationale Geldtransfers. Und auch die Digitalisierung der Industrie könnte eine digitale Währung antreiben, indem sie sichere automatisierte Zahlungen innerhalb von Sekunden von Maschine zu Maschine ermöglicht.

Europa hat aus mehreren Gründen deutlich bessere Möglichkeiten als China, eine digitale Währung international zu etablieren: Das Vertrauen in die Stabilität des Euros ist größer. In der Volksrepublik herrschen im Gegensatz zum Euro-Raum strengste Kapitalverkehrskontrollen, und durch exzessive Überwachung hat sich China zu Recht den Ruf eingehandelt, dass Daten vor staatlichem Zugriff und Missbrauch alles andere als sicher sind.

EZB handelt mit Sorgfalt

Unter diesen Voraussetzungen dürfte wohl kaum jemand ernsthaft daran interessiert sein, die Währung zu nutzen, wenn er nicht unbedingt muss. Der Yuan spielt derzeit international auch nur eine marginale Rolle. Die Gefahr, dass sich an der Dominanz der amerikanischen und europäischen Währung kurz- oder mittelfristig etwas ändert, dürfte trotz des Vorpreschens der chinesischen Regierung daher begrenzt sein.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Langfristig könnte jedoch die Aussicht auf Kosten- oder Effizienzgewinne die Bedenken überwiegen – sofern es keine Alternative aus Europa oder Amerika gibt. Zudem steht die Befürchtung im Raum, dass China schwächere Handelspartner dazu zwingen könnte, in E-Yuan zu bezahlen, und sich die Währung auf diese Weise verbreitet.

    Es ist gut, dass die Europäische Zentralbank mit Sorgfalt an die Sache geht, denn eine digitale Währung birgt auch Risiken. Es ist richtig, dass sie Bürger befragt, Vor- und Nachteile abwägt – so sollte es sein in einer Demokratie. In China passiert so etwas allenfalls hinter verschlossenen Türen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit – wenn überhaupt. Was die Zentralbank etwa von dem ersten Versuch in Shenzhen oder schon zuvor gelernt hat, darüber schweigt sie sich aus.

    Die EZB sollte diese Sorgfalt nicht über Bord werfen, nur um das Rennen zu gewinnen. Doch allzu viel Zeit lassen darf sie sich auch nicht.

    Mehr: China testet seine Digitalwährung – Report aus der Millionenmetropole Shenzhen

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Die EZB sollte sich nicht allzu viel Zeit mit der Digitalwährung lassen
    0 Kommentare zu "Kommentar: Die EZB sollte sich nicht allzu viel Zeit mit der Digitalwährung lassen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%