Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die EZB steht für weitere Anleihekäufe bereit

Der Druck auf die Notenbank nimmt zu. Eine Zinssenkung scheint aber unwahrscheinlich. Bei der Ausweitung des Anleiheprogramms sieht es anders aus.
29.09.2020 - 18:11 Uhr Kommentieren
Die Notenbank steht zunehmend unter Druck. Quelle: dpa
EZB-Zentrale

Die Notenbank steht zunehmend unter Druck.

(Foto: dpa)

Seit der vergangenen Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im September gewinnt die Debatte über eine weitere Lockerung der Geldpolitik an Fahrt. Einige Gegner und Befürworter haben sich mit ihren Argumenten bereits in Stellung gebracht.

Unter dem Strich spricht viel dafür, dass sich die Verfechter eines lockeren Kurses durchsetzen und die EZB ihr Anleihekaufprogramm Ende des Jahres noch einmal aufstockt. Das hängt nur bedingt mit dem oft angeführten Argument der Euro-Stärke zusammen. Natürlich kommt der Kursanstieg des Euros für die EZB zur Unzeit, weil dies die Inflation und die Wirtschaftsentwicklung im Euro-Raum dämpft. Aber der Wechselkurs ist sprunghaft: Seit der Ratssitzung im September hat der Euro gegenüber dem Dollar wieder deutlich abgewertet.

Entscheidend ist, dass die Inflation im Euro-Raum sehr niedrig ist. Zudem läuft die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone stark auseinander. Selbst wenn in Deutschland die Konjunktur besser läuft als von vielen Ökonomen erwartet, sieht die Entwicklung in Griechenland, Spanien und Italien deutlich schlechter aus.

Wollte die EZB vor allem den Euro-Kurs beeinflussen, wäre das klassische Instrument eine Zinssenkung. Der Einlagezins im Euro-Raum liegt allerdings bereits bei minus 0,5 Prozent. Die EZB hat selbst auf dem Höhepunkt der Coronakrise davor zurückgeschreckt, ihn weiter zu senken – wohl auch aus Angst vor negativen Folgen für die Banken. Denkbar wäre, dass sie bei einer Zinssenkung auch die Freibeträge für Einlagen der Banken ausweitet, die von den Minuszinsen ausgenommen sind.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Plausibler erscheint jedoch eine Ausweitung ihres Anleiheprogramms in der Coronakrise. Aktuell beläuft sich dieses auf 1,35 Billionen Euro. Viele Ökonomen rechnen damit, dass die EZB es noch in diesem Jahr um etwa 500 Milliarden Euro aufstockt.

    Zuletzt gab es außerdem Spekulationen über eine Anpassung der Regeln für einen Teil der Anleihekäufe, der nicht mit der Coronakrise zusammenhängt. Diese sind mit weniger Flexibilität ausgestattet. Das könnte auf längere Sicht zu Problemen führen. Änderungen sind aber rechtlich schwierig, weshalb dies eher ein mittelfristiges Thema ist.

    Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass die EZB ihre Geldpolitik bald noch einmal lockert. Vielleicht wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde bereits am Mittwoch Hinweise in diese Richtung geben, wenn sie auf der EZB-Watchers Konferenz in Frankfurt spricht.

    Mehr: Größtes Minus seit 2015: Preise fallen in Deutschland deutlich.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Die EZB steht für weitere Anleihekäufe bereit
    0 Kommentare zu "Kommentar: Die EZB steht für weitere Anleihekäufe bereit"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%