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Kommentar Die Fed wird zur Bank der Nation

Die US-Notenbank greift in alle Bereiche des Finanzmarktes ein und stützt damit die Banken. Doch die historischen Schritte wirken nur, wenn endlich die Politik mithilft.
24.03.2020 - 04:11 Uhr Kommentieren
Die US-Notenbank verstärkte noch einmal ihre Initiativen, um praktisch allen Teilen der Finanzmärkte zu helfen. Quelle: AFP
Fed-Chef Jerome Powell

Die US-Notenbank verstärkte noch einmal ihre Initiativen, um praktisch allen Teilen der Finanzmärkte zu helfen.

(Foto: AFP)

Die „Bazooka“ ist längst zu abgedroschen für die Federal Reserve (Fed) und mittlerweile auch zu klein. Schließlich hat die US-Notenbank in den vergangenen zwei Wochen immer wieder „Bazookas“, also groß angelegte Hilfsmittel für die Finanzmärkte, auf den Weg gebracht.

Für die am Montag verkündeten Maßnahmen musste daher eine höhere Eskalationsstufe her. „Das sind die Atomwaffen der Fed“, kommentierte Wells Fargo. „Powell fährt die Dicke Bertha aus“, hieß es JP Morgan Chase. Die Fed verstärkte am Montag noch einmal ihre Initiativen, um praktisch allen Teilen der Finanzmärkte zu helfen.

Zum ersten Mal überhaupt kündete sie unbegrenzte Anleihekäufe an. Die Notenbank stützt den Markt für Wohn- und Gewerbeimmobilien, sie kauft über spezielle Programme Unternehmensanliehen und zwar neu emittierte und ältere über den Sekundärmarkt. Sie engagiert sich am Repo-Markt und am Markt für kurzfristige Schuldverschreibungen. Sie unterstützt Banken, damit die wiederum mehr Kredite an ihre Kunden vergeben und ihre Geldmarktfonds stützen.

Und zum ersten Mal in der Geschichte wird die Fed auch Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen vergeben. Während der Finanzkrise 2008 wurde der damalige Fed-Chef Ben Bernanke dafür kritisiert, dass die Notenbank nur der Wall Street geholfen hat, nicht jedoch den Bürgern, der „Main Street“ also.

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    In dieser Krise, die längst größer ist als die vor zwölf Jahren, soll es anders werden. Fed-Chef Jay Powell macht die Notenbank vom Kreditgeber der letzten Instanz für Banken zur „Geschäftsbank der letzten Instanz für die breitere Wirtschaft“, wie es Michael Feroli, der Chefökonom von JP Morgan auf den Punkt brachte.

    Doch der Plan geht nur auf, wenn die Politik in Washington mitspielt. Das Finanzministerium muss einen Teil der absehbaren Verluste für die Mittelstandskredite geradestehen und braucht dafür die Freigabe vom Kongress. Diskutiert wird über die Summe von 425 Milliarden Dollar, die das Ministerium der Fed zur Verfügung stellen könnte. Erfahrungsgemäß würde die Notenbank Kredite von einem zehnfachen dieser Summe vergeben können.

    Dramatische Folgen der Corona-Pandemie

    Ob das ausreicht, wird sich zeigen. Schließlich sind die ökonomischen Folgen der Coronakrise noch nicht abzusehen.

    Klar ist nur, dass sie dramatisch sein werden, mit Arbeitslosigkeit in Rekordhöhe, einer Welle an Firmenpleiten und einem deutlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Die Fed setzt alles daran, die Folgen so gut wie möglich zu bekämpfen. Doch alleine kann sie dieses Problem nicht lösen.

    Dass der Senat sich weder am Sonntag noch am Montag auf einen Rettungsplan einigen konnte, ist ein Schlag ins Genick der Notenbanker, die noch nie so stark in so kurzer Zeit Billionen in die Wirtschaft gepumpt haben.

    Unternehmen haben längst damit angefangen, Mitarbeiter im großen Stil zu entlassen. Dass Politiker und Notenbanker nun zusammenarbeiten, ist entscheidend für den Verlauf der Krise und für die Erholung der US-Wirtschaft. Die Aktienmärkte signalisieren dem so auf Börsenkurse fixierten US-Präsidenten jeden Tag aufs Neue, dass sie nicht nur Schritte der Fed sehen wollen, sondern auch Hilfspakete aus der Politik, die zudem noch schnell beim Volk ankommen müssen. Die Zeit drängt. Jeder Tag zählt.

    Mehr: Goldman Sachs pumpt 1,9 Milliarden Dollar in Geldmarktfonds. Die Investmentbank stützt zwei Fonds, die im Zuge der Coronakrise große Abflüsse verbuchen

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