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Rupert Stadler

Erstmals muss ein aktiver Vorstandschef der deutschen Autoindustrie ins Gefängnis.

(Foto: AFP)

Kommentar Die Festnahme von Audi-Chef Stadler ist für VW ein Debakel

Rupert Stadler muss als erster aktiver CEO der deutschen Autoindustrie ins Gefängnis. Seine Festnahme ist auch die Quittung für mangelnden Aufklärungswillen bei VW.
2 Kommentare

Die Staatsanwaltschaft München hat ein bemerkenswertes Timing: Rechtzeitig zur Sitzung des Volkswagen-Aufsichtsrats in Wolfsburg am Montag ließ sie Rupert Stadler festnehmen. Jetzt sitzt der Audi-Chef in Untersuchungshaft.

Die Tage von Stadler bei Audi sind damit gezählt: Er wurde beurlaubt – vorläufig übernimmt nach Handelsblatt-Informationen Vertriebschef Bram Schot den CEO-Posten.

Es ist die bislang folgenschwerste Eskalation in der Abgaskrise, die den VW-Konzern und die gesamte Autobranche seit fast drei Jahren in Atem hält. Erstmals muss ein aktiver Vorstandschef der deutschen Autoindustrie ins Gefängnis. Ein stärkeres Statement der Strafverfolger gibt es nicht.

Die Ermittler vermuten in der Causa Stadler Verdunklungsgefahr. Mehrmals haben sie die Audi-Zentrale durchsucht, vergangene Woche erst sein Privathaus. Zudem liegen offenbar brisante Aussagen früherer Audi-Manager vor, die ein immer genaueres Bild über die Vorgänge in Ingolstadt geben.

So viel ist heute schon klar: Audi war die Keimzelle des Abgasbetrugs, hier wurde die Software entwickelt, die später in Millionen Autos der Marken VW, Audi, Porsche, Seat und Skoda verwendet wurden. Stadler, seit 2007 Audi-Chef will von alledem nie etwas gewusst haben. Die Staatsanwaltschaft kauft ihm diese Beteuerung nicht ab.

Die Festnahme Stadlers ist aber vor allem ein Debakel für den VW-Konzern. Der VW-Aufsichtsrat um Hans Dieter Pötsch hat es bis heute versäumt, den Skandal wirkungsvoll aufzuklären. Das interne Gutachten der Kanzlei Jones Day, das die Vorgänge bei VW und Audi auch für die Öffentlichkeit aufarbeiten sollte, ließ der Aufsichtsrat in der Schublade verschwinden.

Die Staatsanwaltschaft München musste das Dokument beschlagnahmen, weil VW nicht kooperierte. Stadler, seit Beginn der Abgaskrise hochbelastet, blieb aber im Amt. Mit seiner Festnahme haben die Audi- und VW-Aufsichtsräte heute die Quittung für ihre mangelnde Kooperation erhalten.

Das Ergebnis ist ein Scherbenhaufen. Stadler war als Audi-Chef nicht mehr zu halten, dabei sollte über ihn der Neuanfang der wichtigsten VW-Tochter laufen. Einen Plan B scheint zur Stunde niemand zu haben.

Der Fall ist ein Trauerspiel für einen der wichtigsten Autohersteller der Republik und seine Beschäftigten. Und ein Lehrstück für die Konkurrenten in Stuttgart und München. Denn sowohl bei Mercedes als auch bei BMW ermitteln die Staatsanwälte in Sachen Abgasbetrug.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Die Festnahme von Audi-Chef Stadler ist für VW ein Debakel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Christian Faust
    Ja richtig, draufhauen auf die Automobilindustrie, bis sie nicht mehr da ist, dann hat auch Trump kein Problem mehr mit Deutschland!

  • endlich...es wurde mehr als Zeit