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Kommentar Die Finanzbildung von Schülern ist desolat – und provoziert eine unausgereifte Aktienkultur

Mit dem „Planspiel Börse" will die Sparkasse Schülern Finanzthemen näherbringen. Das ist wichtig. Doch eigentlich wäre das Aufgabe der Schule.
30.09.2020 - 15:21 Uhr Kommentieren
Die Finanzbildung spielt an deutschen Schulen noch immer eine untergeordnete Rolle.
Bulle und Bär

Die Finanzbildung spielt an deutschen Schulen noch immer eine untergeordnete Rolle.

Würde man deutsche Schüler fragen, was sie unter einem „Bullenmarkt" verstehen, dürften die meisten wohl über Massentierhaltung und Rinderzucht sinnieren. Von steigenden Börsenkursen oder überhaupt vom Dax hat ein Großteil von ihnen bislang wohl kaum was gehört. Zahlreiche Studien belegen, dass es Schülern an Finanzwissen mangelt. Und auch die Lernenden selbst beklagen, dass sie die Schule zu wenig aufs Wirtschaftsleben vorbereite.

Die Sparkassen versuchen seit 20 Jahren, dem mit einem eigens initiierten Projekt entgegenzuwirken. Das „Planspiel Börse" gibt Schülern einmal im Jahr die Möglichkeit, selbst mit Aktien, Fonds und Zertifikaten zu handeln – quasi als Trockenübung und Appetitanreger fürs Thema Geldanlage.

Die Investments sind zwar simuliert, der Ertrag aber echt: Die Schüler nähern sich dem Börsengeschehen und werden motiviert, sich mit marktrelevantem Tagesgeschehen auseinanderzusetzen. „Planspiel Börse“ zeigt ihnen einen Weg, wie sie in einer Zeit ohne Zinsen sparen können. Lebensnaher kann Bildung doch nicht sein.

Das alles ist wichtig – doch die Aufgabe sollte eigentlich keine private Bank mit unternehmerischen Interessen einnehmen, sondern die Schule. Viele Lehrer animieren ihre Schüler zwar zur Teilnahme an dem Planspiel. Die Bildungspolitik insgesamt aber leistet kaum eigene Ansätze, Finanzthemen in den Unterricht zu integrieren.

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    Viele Bundesländer gehen mittlerweile dazu über, in einem separaten Fach „Wirtschaft" den ökonomischen Sachverstand von Schülern zu schärfen. Doch in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel, wo die Landesregierung das Fach vor Kurzem an allen weiterführenden Schulen eingeführt hat, sucht man im Kernlehrplan vergeblich nach Wörtern wie „Aktie" oder „Börse“.#

    Finanzausbildung auch bei Lehrern untergeordnet

    Wie so oft bleibt die Verantwortung mal wieder an den Lehrern selbst hängen. Stopfen sie das Thema Geldanlage nicht in den völlig überfrachteten Unterrichtsplan, bleibt es halt auf der Strecke. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Pädagogen sich das Wissen erst in Eigenregie erschließen müssen. In der Lehrerausbildung nämlich spielt der Finanzmarkt ebenfalls kaum eine Rolle.

    Natürlich sollen Schüler nicht im Unterricht dazu gedrängt werden, ihr gesamtes Taschengeld in Wertpapiere und ETFs zu pumpen. Aber sie sollten das Börsengeschehen zumindest in den Grundzügen verstehen. Und solange das nicht der Fall ist, braucht sich niemand zu wundern, warum die Aktienkultur in Deutschland so unausgereift ist.

    Mehr: So stellen Anleger das perfekte ETF-Portfolio zusammen.

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