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Kommentar Die Franzosen wissen nicht, was sie an Macron haben – und er trägt daran eine Mitschuld

Die Pandemie bremsen, die Wirtschaft stärken – beides fordert alle Kräfte des französischen Präsidenten. Doch der ist mit den Gedanken schon im Wahlkampf.
06.10.2020 - 08:05 Uhr Kommentieren
„Die Franzosen wissen nicht, was sie an ihrem Präsidenten haben – und der trägt einen Teil der Schuld.“ Quelle: dpa
Französischer Präsident Emmanuel Macron

„Die Franzosen wissen nicht, was sie an ihrem Präsidenten haben – und der trägt einen Teil der Schuld.“

(Foto: dpa)

Die Corona-Pandemie einschränken, ohne der Wirtschaft zu schaden: Alle Länder stehen vor dieser Herausforderung. Da in Frankreich der Lockdown im Frühjahr zu den härtesten in Europa zählte, wird die jährliche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um neun bis zehn Prozent einbrechen.

Glücklicherweise ist auch die Belebung besonders kräftig, die mit der Lockerung eingesetzt hat. Wenn alles gut geht, wird Frankreich im Frühjahr 2022 wieder das an Gütern und Dienstleistungen erzeugen, was im Jahr vor der Krise erstellt wurde – wenn alles gut geht.

Optimale Bedingungen für die Produktion zu gewährleisten und so effektiv wie möglich gegen das Virus vorzugehen sind zwei Ziele, die im Konflikt zueinander stehen. Das führt zu überraschenden Aktionen nach dem Motto: Vorwärts Kameraden, es geht zurück!

Vor einer Woche wurden alle Restaurants in Marseille und Umgebung geschlossen, am Montag durften sie wieder öffnen. Die Gastronomen der Hafenstadt verdanken diesen Glücksfall dem Umstand, dass Paris nun in derselben – höchsten – Risikostufe eingeordnet wird wie sie. In der Hauptstadt aber will die Regierung die Gastronomie nicht zum Erliegen bringen, denn ohne die Verpflegung ihrer Mitarbeiter könnten auch die meisten Unternehmen nicht mehr arbeiten.

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    Macron hat mehr als den beschriebenen Konflikt zwischen Pandemiebekämpfung und Wirtschaftsbelebung im Auge. Gut anderthalb Jahre vor der nächsten Präsidentschaftswahl will er nicht als Präsident dastehen, der nur noch auf Corona reagiert, statt kreativ zu regieren.

    So bringt Macron das eigene Land nicht voran

    Deshalb redet er deutlich weniger über die Seuche als im Frühjahr, lässt anderen den Vortritt auf dem Gelände, auf dem wenig Lorbeeren zu holen sind. Macron bereitet sich auf die Wiederholung des Matches gegen Marine Le Pen vor, die Chefin der weit rechts stehenden Rassemblement National.

    Le Pen hat versucht, alle antisemitischen und rassistischen Bezüge abzustreifen. Doch ihr irrlichterndes Wirtschaftsprogramm – raus aus dem Euro, aber nicht sofort – ist für Wähler im Besitz der ökonomischen Grundrechenarten ein Graus. Dennoch liegt sie einer Umfrage vom Montag zufolge, die alle denkbaren Kandidatenkonstellationen erforscht, sechsmal vorn, Macron nur dreimal.

    Die Franzosen wissen nicht, was sie an ihrem Präsidenten haben – und der trägt einen Teil der Schuld. Sein Versprechen, eine neue politische Welt jenseits der alten Grabenkämpfe zwischen rechts und links zu schaffen, hat er nicht erfüllt. Während sein eigenes Reformprogramm stockt, versucht er, die Regierung des Libanons auf Kurs zu bringen.

    Das ist lobenswert, bringt das eigene Land aber nicht voran. Macron sollte sich wohl besser ganz dem heiklen Zielkonflikt widmen, in dem seine Regierung steckt.

    Mehr: Interview mit Friedrich Merz: „Wir werden Insolvenzen und eine steigende Arbeitslosenzahl sehen.“

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