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Kommentar Die Fusion mit Fiat Chrysler wäre für Renault selbstmörderisch gewesen

Renault kann froh sein, dass die Fusion mit Fiat Chrysler geplatzt ist. Denn ein Zusammenschluss hätte den Konzern nur auf dem Papier gestärkt.
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Die Fusion zu vollziehen, ohne den Partner Nissan an Bord zu haben, wäre selbstmörderisch gewesen. Quelle: AFP
Renault

Die Fusion zu vollziehen, ohne den Partner Nissan an Bord zu haben, wäre selbstmörderisch gewesen.

(Foto: AFP)

Das Platzen der Fusion mit FCA ist eine gute Nachricht für Renault. Fiat Chrysler hätte den Franzosen vor allem das geboten, was sie nicht brauchen: benzinfressende SUV und Monstertrucks in den USA und Kleinwagen in Europa. Erstere hätten den Flottenverbrauch in die Höhe getrieben, von zweiteren hat das Unternehmen schon mehr als genug. Dagegen fehlt FCA, was auch Renault bitter nötig hat: eine überzeugende Lösung für den schnellen Übergang zu emissionsfreien Autos.

Der französische Staat hat sich gegen den Kopfsprung in eine Fusion gewendet, die Renault-Chef Jean-Dominique Senard unbedingt wollte. Man kann der Regierung in Paris manchmal zu Recht vorwerfen, sie grätsche in unternehmerische Entscheidungen hinein. Aber hier hat sie richtig gehandelt.

Die Fusion zu vollziehen, ohne den Partner Nissan an Bord zu haben, mit dem Renault seit Jahren in einer erfolgreichen Allianz verbunden ist, wäre selbstmörderisch gewesen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat auf sorgfältige Vorbereitung gesetzt, wo Senard und die Unternehmerfamilie Agnelli unverständliche Hektik verbreiteten.

Nissan ist wichtiger für Renault als FCA. Die Japaner haben bei der Elektromobilität und Hybridautos viel mehr zu bieten als Fiat und Chrysler. Sie gehen aktuell durch eine Schwächephase. Aber Renault ist technisch und bei den Lieferketten schon so eng mit Nissan verbunden, dass es ein Hasardspiel gewesen wäre, diese Allianz aufs Spiel zu setzen. Genau das aber riskierte Senard, weil er die Japaner nicht mit ins Boot genommen hatte, worauf Le Maire bestanden hat.

Senards Taktieren lässt sich nur so erklären, dass er skeptisch auf die weitere Entwicklung der Allianz mit Nissan blickt. Die ist belastet durch die Ära Carlos Ghosn. Allerdings war es auch nicht das Klügste, Nissan sofort nachdem Ghosn abgesetzt wurde, erneut eine Vollfusion anzubieten. Ghosns Stern war gesunken, weil er auf den engen, irreversiblen Zusammenschluss von Renault und Nissan gedrängt hatte.

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Nissan hatte abgelehnt. Dem Konzern anschließend den Plan einer Fusion mit FCA zu servieren, ohne ihn vorher einzubeziehen, war mehr als ungeschickt.

Renault wird nun erst einmal ohne neuen Partner weitermachen müssen. Es sei denn, die Agnelli-Familie reicht doch noch die Hand zu einer ruhigen Einbeziehung von Nissan. Danach sieht es derzeit nicht aus.

Die Schwächen von Renault – relativ kleine Bilanz, recht überschaubare Mittel für Forschung und Entwicklung – bleiben. Doch die Fusion mit FCA hätte nur auf dem Papier zur Stärkung geführt. In der Realität hätte sie Renault wohl eher in eine Sackgasse geführt.

Mehr: Eine mögliche Fusion von Fiat Chrysler und Renault ist vorerst kein Thema mehr: FCA zieht sein Angebot überraschend zurück – und verweist auf die politischen Bedingungen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Die Fusion mit Fiat Chrysler wäre für Renault selbstmörderisch gewesen"

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  • Es wäre nicht nur für Renault selbstmörderisch gewesen sondern auch für Fiat. Die geplatzte Fusion wendet einen sehr großen Schaden von der europäischen Automobilindustrie ab.

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