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Kommentar Die G20 hat als Krisenmanager ausgedient

In der Finanzkrise 2008 galt die Staatengruppe als Retter der Weltwirtschaft. Zwölf Jahre später spielt sie keine Rolle und macht sich so endgültig überflüssig.
17.04.2020 - 04:20 Uhr Kommentieren
Egoismus statt Multilateralismus: In der Coronakrise hat sich die G20 als überflüssig erwiesen. Quelle: Reuters
Bundesfinanzminister Scholz bei einer Videokonferenz der G20-Länder

Egoismus statt Multilateralismus: In der Coronakrise hat sich die G20 als überflüssig erwiesen.

(Foto: Reuters)

In der Finanzkrise 2008 schlug die Stunde des Multilateralismus. Die 20 größten Industrie- und Schwellenländer stemmten sich mit vereinten Kräften erfolgreich gegen die Kernschmelze der Weltwirtschaft. Die Runde der G20 existierte zu dieser Zeit zwar schon länger. 2008 war aber ihre eigentliche Geburtsstunde.

Zwölf Jahre später steht die Weltwirtschaft vor ihrer nächsten Krise. Doch als Krisenmanager fällt die G20 bislang vollständig aus – und macht sich so überflüssig. Schon nach der Finanzkrise hatten sich Ermüdungserscheinungen eingestellt.

So rief die G20 große Ziele zur Halbierung von Staatsdefiziten aus, die nie erreicht wurden. Die Runde erfüllte aber zumindest eine wichtige Funktion: Wer miteinander redet, führt keinen Handelskrieg.

Doch seit der Wahl Donald Trumps gilt nicht einmal mehr das. Für den US-Präsidenten und seine Brüder im Geiste innerhalb der G20 ist Multilateralismus nur ein lästiger Hemmschuh für die eigene nationalistische Ego-Shooter-Politik. Während Trump Handelskriege anzettelte, verkam die G20 zu einem Debattierklub, der sich Sprechzettel vorlas und dessen vornehmliche Aufgabe darin bestand, mit Formulierungsverrenkungen den Schein zu wahren, es gäbe etwas Einendes.

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    In der Coronakrise wird der verloren gegangene Kooperationsgeist nun beängstigend deutlich. Statt sich zu helfen, verhängen G20-Mitglieder Ausfuhrverbote für Schutzmasken. Die USA und China führen gar einen Propagandakrieg, wer Schuld am Ausbruch des Virus hat. Statt eines Miteinanders herrscht ein Gegeneinander.

    Darüber kann auch das Schuldenmoratorium für arme Länder, das die G20 auf den Weg gebracht hat, nicht hinwegtäuschen. Angesichts der Dimension der Krise müsste die Runde noch ganz andere Dinge vorantreiben: ein koordiniertes Vorgehen beim Handel mit Gesundheitsgütern und eine Mittelaufstockung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank. Doch dazu hat die G20 nicht die Kraft. Die Runde hat als Krisenmanager ausgedient.

    Mehr: Wegen der Coronakrise steigt in den Industriestaaten die Verschuldung wie sonst nur in Kriegszeiten.

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