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Kommentar Die Gefahr der staatlichen Willkür

In China hat die Justiz einen deutschen Manager inhaftiert. Der Fall zeigt, dass Unternehmer dort nach wie vor nicht vor staatlicher Willkür geschützt sind. Das schadet dem Image des Landes als Investitionsstandort.
04.07.2012 - 16:03 Uhr 13 Kommentare
Frank Sieren. Der Bestsellerautor (

Der Bestsellerautor Frank Sieren („Angst vor China“) gilt als einer der führenden Chinakenner.

Man sollte dieses Wort zurückhaltend gebrauchen. Aber in diesem Fall ist es angebracht: Das ist eine Sauerei. Die Behörden haben den Kleinsten, den Schwächsten und den Unschuldigsten in der Kette des möglichen Kunstschmuggels eingesperrt: Nils Jennrich, 32 Jahre, den deutschen Geschäftsführer der kleinen Kunstspedition IFAS. Er ist ein Bauernopfer in einer groß angelegten Kampagne gegen Steuerhinterziehung im Kunstmarkt.

Keiner der mächtigen chinesischen und internationalen Kunstbesitzer, die ihre Werke im Lager von IFAS haben, ist bisher verhaftet worden, obwohl der Zoll ihre Namen längst kennt. Auch den Eigentümer der Spedition ließ man laufen. Jennrich dagegen schmort in einer Elf-Mann-Zelle, ohne die leiseste Ahnung, wie lange noch. Das ist nicht etwa Recht chinesischer Prägung, sondern staatliche Willkür. Wie ein Entführungsopfer kommt er sich vor, sagt ein europäischer Zellengenosse Jennrichs, der seit kurzem wieder auf freiem Fuß ist. Zwar hat sich die Rechtssicherheit in China in den letzten Jahren deutlich verbessert. Doch dieser Fall zeigt: Noch immer kann so etwas jedem deutschen Manager jederzeit passieren. Und schützen kann man sich davor nicht.

Natürlich dürfen auch der chinesische Zoll und die Justiz Fehler machen. Doch es war Zeit genug, Fehler zu korrigieren. Nichts ist passiert. Der Zoll mauert. Inzwischen ist der Schaden für das Image Chinas als Investitionsstandort sehr hoch. Über Jahre mühsam aufgebautes Vertrauen wird zerstört. Mittelständler müssen sich nun dreimal überlegen, ob sie ihre Mitarbeiter einem solchen Risiko aussetzen können.

Ärgerlich auch für die scheidende Regierung um Wen Jiabao, dass ihnen der Pekinger Zoll dies noch eingebrockt hat. Wen hat für Ende August wieder die gesamte deutsche Regierung zu Konsultationen nach Peking eingeladen. Sollte der Fall bis dahin nicht gelöst sein, wird er sich einiges anhören müssen. Auf jeden Fall aber wird sich Minister Song Dahan vom Staatsrat Mitte Juli mit dem Fall beschäftigen müssen, wenn der deutsch-chinesische Rechtsstaatsdialog in München stattfindet.

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    Selbst nach chinesischen Maßstäben müsste der Manager längst auf Kaution frei sein. So wie der deutsche Geschäftsführer eines Baumaschinenherstellers im Jahr 2006. Auch er wurde mit windigen Argumenten des Schmuggels bezichtigt. Dennoch kam er nach sechs Wochen frei. Später wurde das Verfahren eingestellt. Die angebliche Schadenssumme war damals mit rund 90 Millionen Euro über fünfzigmal höher.

    Eines kann man der chinesischen Justiz allerdings nicht vorwerfen: Sie behandelt Jennrich nicht schlechter als ihre Landsleute. Denn wie ihm geht es wohl Tausenden Chinesen, von denen wir nie etwas erfahren. Dass uns dies verborgen bleibt, hat nur einen Grund: Sie haben keinen deutschen Pass. So wie die chinesische Kollegin von Jennrich, die ebenfalls einsitzt.

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    13 Kommentare zu "Kommentar: Die Gefahr der staatlichen Willkür"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wusstet Ihr, dass Angela Merkel Mitglied bei Rotary ist?!
      Nicht dass Rotary nur ein Service-club der Freimaurer-Logen des scotish oder york-Ritus sind, ist es außerodentlich unverschämt in diesen Lobby-Vorhöfen noch Kollegen aus den anderen Politlagern dort an zu treffen.
      Was also machen Diese der unterschidlichen Couleur in dieser Rotary-Räumlichkeit zusammen? - Etwas Anderes entschließen (für deren Interessengemeinschaften) als das um zu setzen was vordergründig versprochen wird.?!

    • Ich habe das Gefühl, Sie klopfen grosse Sprüche, ohne zu wissen, worüber Sie reden. Ob Jennrich Dreck am Stecken hat, können SIE gar nicht beurteilen. China ist ein Rechtsstaat und er ist nicht ohne Grund verhaftet worden. Und Ihre Äusserung, China dürfe kein Handelspartner sein, ist diktatorisch. Was Sie wollen, ist eine Zensur des Handels. Sie unterstellen China ungerechtfertigt Zensur und wollen Sie selbst einführen ? Hmmm, merkwürdig. Unausgegoren, wie Ihr ganzer Beitrag.

    • Es ist sehr unsachlich von Ihnen, mit irren Spekulationen und Phantasien zu argumentieren. Ausser solchen Luftblasen enthält Ihr Beitrag: nichts.
      Es ist eher eine Frage der Zeit, bis man ausländischen in VSA den Skalp abnimmt, so wie man es einst tausendfach mit den Indianern machte.
      Alles schon dagewesen....... nur die blauäugigen sehen das momentane Geschäft.

    • Ohne China ? Was für altmodische Ansichten.
      Dann müssen Sie den Spruch aber abwandeln in "Bleibe im Land und verhungere redlich". Wenn man weiss, wie vorteilhaft der Handel mit China ist - siehe Automobilindustrie - ist Ihr Standpunkt anachronistisch. Handel ist kein "Affenteather".
      Dass Sie einen Unterhosenhersteller als Musterbeispiel anführen, ist schon ein wenig bezeichnend für Ihren Horizont.
      Wenn Sie so eine Einstellung haben, dürfen Sie auch keine Pizza mehr essen und keinen Urlaub im Ausland machen. Ich dachte, die Zeiten für solche Diskussionen sind längst vorbei.

    • So einen Schmarrn liest man selten in den Kommentaren. Was haben diese Kommentare mit dem Fall zu tun. Jeder der in China tätig ist, weiss das es einen aus dem blauen Himmel heraus treffen kann. Wenn ich lese, das Unternehmen wegen den niedrigen Löhnen nach China gehen, in Bezug auf diesen Artikel, kann ich es nicht verstehen. China wird als Absatzmarkt benutzt und nicht mehr als Werkstatt der Welt. Mit Sicherheit war eine Kunstspedition in China wegen den niedrigen Löhnen?
      Wann wird denn in Deutschland ein einfacher Angestellter verhaftet - für drei Monate - ohne das Anklage erhoben wird? Wie werden Häftlinge behandelt? Wie werden Journalisten behandelt. Wer etwas über China erfahren möchte, sollte einmal den Bericht von dem Guardian Journalisten Jonathan Watts lesen, der gerade China verlassen hat. Er gibt einen guten Einblick in das Reich. Dadurch das China ein Rechtsstaat ist wurde mit Sicherheit auch gerade das Büro von Al Jazeera in China geschlossen und die Korrespondentin ausgewiesen. Denkt mal darüber nach.

    • China ist doch Merkels bevorzugtes Reiseland

      Ich sags mal kurz und schmerzlos.
      Die Deutschen Unternehmen die hündich nach China kriechen um hier Löhne zu sparen, sind selbst Schuld.
      Brauchen wir China? Eher nicht, die profitieren von uns.
      also Schluß mit diesem Affentheater.
      Wie heißt es doch immer so schön?
      Bleibe im Land und nähre Dich redlich.
      Da ist was dran
      Herr Grupp von Trigema macht es doch vor

    • es ist nur eine Frage der Zeit, dann wird es VW und BMW u nd alle anderen Investoren, die zur Zeit nur in China Wachstum sehen, ebenso gehen, nur viel schlimmer. Denn deren Werke werden enteignet und konfisziert.
      Macht sich doch gut für das Politbüro, die ausländischen Verbrecher als Reaktionäre enttarnt und bestraft zu haben.

      Alles schon dagewesen....... nur die blauäugigen sehen das momentane Geschäft.

    • Ich finde es eine Frechheit, dass sich die westlichen Länder ein solches Verhalten in China Mal für Mal bieten lassen. Mich hat bereits bei der Olympiade in Peking ob der Zensur der Medien gestört, dass China mit seinen Methoden durchkommt. Meiner Meinung nach sollte dieses Land kein Handelspartner mehr sein (dürfen) - für kein Land der Welt. Dass es jetzt einen ehemaligen Fußballkollegen von mir in dieser Art und Weise "erwischt", erschüttert mich bis ins Mark.

    • +++Beitrag von der Redaktion editiert+++

    • +++Beitrag von der Redaktion gelöscht+++

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