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Donald Trump

Donald Trump soll Luftangriffe auf den Iran gebilligt, diese dann aber in der Nacht zum Freitag abrupt gestoppt haben.

(Foto: AP)

Kommentar Die Gefahr eines Krieges zwischen dem Iran und den USA ist real

US-Präsident Trump und der Iran sind offenbar zu allem bereit. Dabei kann Teheran nicht gewinnen. Doch viel zu verlieren haben auch die USA.
4 Kommentare

Wem ist mehr zu trauen? Einem Präsidenten, der, kurz bevor er sich vielleicht zum Golfen ins Wochenende aufmacht, noch schnell einen kleinen Krieg anzettelt? Und es sich dann doch anders überlegt – möglicherweise, weil er einfach fürchten muss, bei einer kriegerischen Auseinandersetzung dann doch am Landsitz gestört zu werden.

Oder einem Präsidenten, der mal eben eine Drohne der mit Abstand größten Militärmacht der Welt vom Himmel schießt, einer Militärmacht, die nur darauf wartet, dass der feindlich gesinnte Staat ihm eine solche Gelegenheit bietet?

Der eine ist Amerikaner, der andere Iraner. Wirklich trauen kann man keinem von beiden. Der eine betrachtet Außenpolitik bestenfalls als Wurmfortsatz der Innenpolitik, ist unberechenbar und hält nichts von rationalem Krisenmanagement.

Der andere spielt ohne Not mit dem Schicksal seines Volks – Agitation gegenüber dem „Todfeind“, eine entsprechende Großmachtrhetorik und auch militärische Sticheleien waren in Teheran noch immer das beste Mittel, um die Reihen hinter einer ansonsten hilflos agierenden Regierung zu schließen.

Die Kriegsgefahr ist real und wächst beinahe mit jedem Tag. Trump selbst betont, dass der Militärschlag nur aufgeschoben, nicht aufgehoben sei. Jetzt begnügte er sich erst einmal mit Cyberangriffen.

Das letzte Hoffnungssignal: Trump ist Isolationist, er strebt zwar einen Regime-Change an, aber keinen per Truppeneinzug. Auch Ruhani weiß, dass der Iran militärisch im Vergleich zu den USA ein Winzling ist. Schaden kann Teheran den USA trotzdem, weil die Mullahs in vielen Regionalkonflikten im Nahen Osten eine Schlüsselrolle spielen.

Schiitische Milizen mischen im Irak, in Syrien, im Libanon und Jemen mit – und haben die Unterstützung eines mächtigen Verbündeten: Russlands.

Und Europa? Schaut – wie immer – hilflos zu. Alle Versuche der Europäer, den Iran-Atomdeal über ökonomische Unterstützung zu retten, scheitern an der aggressiven Sanktionspolitik Washingtons.

Mehr: Ein bereits genehmigter Angriff auf den Iran wurde offenbar im letzten Moment gestoppt, die Airlines umfliegen die Straße von Hormus. Lesen Sie hier mehr über die aktuellen Entwicklungen am Persischen Golf.

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4 Kommentare zu "Kommentar: Die Gefahr eines Krieges zwischen dem Iran und den USA ist real"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Christian Faust
    "...das unglaubliche ist, dass man Trump schon als Taube unter den Falken nennen muss."

    Es zeigt sich immer mehr, dass Trump keinen Krieg um jeden Preis will. Er redet erst mal mit den "Feinden", sogar mit Tyrannen wie Nordkoreas Diktator. Und das Widerliche ist: selbst das wird ihm von den oberleherhaften Medien hier angekreidet.
    Und was ist der eigentliche Grund dafür? Tump ist eben kein BERUFSPOLITIKER!!!
    Was ist den sein "gelernter Beruf"? Immobilienbauer. BAUEN IST KONSTRUKTIV, KRIEG DAGEGEN IMMER DESTRUKTIV.
    Man sollte insbesondere intellektuellen Ideologen NIEMALS politische Macht bzw. Macht über Menschen geben!! Wenn schon politische Macht, dann sollte man sie vielmehr am allerbesten HÄNDLERN UND KAUFLEUTEN geben. Es gibt dazu ein wunderbares Zitat von Roland Baader:
    "Wenn man demjenigen Stand ein Denkmal errichten wollte, welcher der Menschheit den meisten Segen und das wenigste Unheil gebracht hat, dann müßte auf dem Sockel die Figur eines Kaufmanns stehen. (...) Eingegrenzt auf den Aspekt FRIEDEN gilt deshalb: Der wahre irdische Friedensfürst ist der Kaufmann!"

  • Selbst wenn Trump die Taube unter den Falken ist, ist offensichtlich, dass es egal ist wer Präsident ist. Statt ausgewählte Länder (Wesley Clark: "7 Länder in 5 Jahren" - https://de.wikipedia.org/wiki/Wesley_Clark) offen unter billigen Vorwänden zu bekriegen wie es Bush junior & Co. noch exerzierten, ging man unter Obama/Clinton zu langsameren aber flexibleren Methoden der Destabilisierung mit dem Ziel der Einsetzung US-höriger Regierungen über. Man braucht sich nur die Länder ansehen, wo heute (Bürger-)Krieg herrscht. Dass nun auch Trump da weiter macht der ja eigentlich im Wahlkampf einen isolationistischen Ansatz verfolgte, ist interessant.

  • und verdächtig wenig hört man aktuell in der Angelegenheit aus Israel und Saudi Arabien

  • ...das unglaubliche ist, dass man Trump schon als Taube unter den Falken nennen muss. Er, der sich selbst vor dem Vietnam Krieg weggeduckt hat, weiß trotz all seiner Wut Attacken...ein Krieg mit Iran kann ihm seine Wiederwahl kosten...ich hoffe er vergisst das nicht.

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