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Kommentar Die Gehälter von Investmentbankern sinken – doch Mitleid verdienen sie nicht

Gute Leute halten die Banken nur, wenn sie ihnen entsprechende Gehälter bezahlen. Das Argument, so elegant es klingt, führt aber letztlich zu einem Zirkelschluss.
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Vier Jahre nach dem Berufseinstieg verdienen viele Händler 180.000 Euro oder mehr. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Banker auf dem Weg zur Arbeit

Vier Jahre nach dem Berufseinstieg verdienen viele Händler 180.000 Euro oder mehr.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Bewahrheitet sich, was zahlreiche Beobachter prophezeien, dann dürfte es beim Gehalt der europäischen Investmentbanker 2019 deutlich abwärts gehen. Mitleid ist fehl am Platz. Im Handelsgeschäft verdienen viele Händler vier Jahre nach dem Berufseinstieg 180 000 Euro oder mehr.

Die Chefs eines Handelsdesks kommen auf eine halbe Million Euro. Und nach oben ist für das Gesamtgehalt trotz der Begrenzung der Boni noch viel Luft.

Lange ging das Argument so: Gute Leute halten die Banken nur, wenn sie ihnen entsprechende Gehälter bezahlen. Das Argument, so elegant es klingt, führt letztlich zu einem Zirkelschluss. Wer gute Leute anwerben will, muss noch höhere Gehälter zahlen als die Konkurrenz, und so weiter.

So wollte der Investmentbanker Andrea Orcel für seinen Wechsel zur spanischen Bank Santander dem Vernehmen nach eine Kompensation für die 50 Millionen Euro, die ihm bei der UBS durch aufgeschobene Boni noch zugestanden hätten. Santander sagte am Ende Nein – richtig so.

Nach der Finanzkrise hat sich vieles geändert. Zumindest in Europa sind die Bonuszahlungen streng reguliert. Umgekehrt heißt das, dass die jährlichen Prämien, einst das entscheidende Maß für die Leistung eines Investmentbankers, nicht mehr eine derart dominante Rolle spielen. Dafür ist die Gesamtvergütung deutlich wichtiger geworden.

Auf der einen Seite ist das eine gute Nachricht, weil die frühere Bonuskultur das Eingehen kurzfristiger Risiken förderte, einer der Brandbeschleuniger der Finanzkrise. Auf der anderen Seite sorgten die Boni zumindest im Prinzip aber auch dafür, dass Banker und Händler in schlechten Jahren auch deutlich schlechter verdient haben.

In der neuen Welt nach der Finanzkrise schwankten die Gesamtgehälter von 2014 bis 2017 dagegen nur um maximal sechs Prozent pro Jahr. Ein bisschen mehr Differenzierung wäre bei allen notwendigen Reformen der Gehaltspolitik der Investmentbanken allerdings durchaus wünschenswert.

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