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Kommentar Die geplante Finanztransaktionssteuer ist völlig überflüssig

Mit der geplanten Finanztransaktionssteuer schadet die Bundesregierung der Aktienkultur. Dabei führt an Aktien gerade bei Minuszinsen kein Weg vorbei.
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Die Regierung möchte eine Steuer auf Finanztransaktionen einführen. Quelle: Reuters
Reichstag in Berlin

Die Regierung möchte eine Steuer auf Finanztransaktionen einführen.

(Foto: Reuters)

Diese Steuer braucht nun wirklich kein Mensch. Ausgerechnet in Zeiten, in denen Minuszinsen die Deutschen Sparer massiv belasten, versucht die Politik erneut, eine Steuer auf Finanztransaktionen durchzusetzen. Eine völlig überflüssige Aktion, gerade in der geplanten Ausgestaltung, bei der Derivate verschont werden sollen genau wie sogenannte Hochfrequenzhändler, die Wertpapiere nur Sekundenbruchteile halten, bevor sie sie wieder abstoßen.

Wofür dann das Ganze? Zusätzliche Sicherheit für die Finanzmärkte bringt das Instrument in dieser Version nicht, dabei war das die eigentliche Idee hinter der Steuer nach der großen Finanzkrise 2008.

Dafür schadet die geplante Abgabe der Aktienkultur in Deutschland, die leider sowieso wenig ausgeprägt ist. Eigentlich bräuchten wir eher eine Aktienförderung als eine Transaktionssteuer, damit die Bürger nicht weiter an Anleihen und Sparbuch festhalten.

Denn an Aktien führt gerade bei Minuszinsen kein Weg vorbei, und an den chronischen Minirenditen wird sich in den nächsten Jahren kaum etwas ändern. Inzwischen wächst sogar die Angst vor einer lähmenden Deflation, durch die die Preise für Güter und Dienstleistungen sinken würden. Das wollen die Zentralbanken unter allen Umständen verhindern.

Wegen dieser Aussichten müssten die deutschen Anleger dringend umdenken, denn die staatliche Rentenversicherung auf der Basis des Generationenvertrags reicht längst nicht mehr für die Sicherung des Lebensabends aus. Das ist auch in der Politik unstrittig. Nur müssen daraus auch die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Eine Finanztransaktionssteuer für Anleger fällt auf jeden Fall nicht in diese Kategorie, schon allein wegen der psychologischen Wirkung einer solchen Maßnahme. Besser wäre es, Aktien nach mehreren Jahren Haltedauer steuerfrei zu stellen. Das würde langfristige Aktieninvestments stützen und erleichterte gleichzeitig die Finanzierung von Firmen über die Börse.

Mehr: Olaf Scholz will durch die Steuer Aktionäre zur Kasse bitten. Doch die Maßnahme könnte auch Sparer belasten, fürchten Fondsprofis und Anlegerschützer.

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