Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die geplante LVMH-Fusion mit Tiffany wird zur Schmierenkomödie

Mit einer Anordnung der Regierung begründet LVMH den Rückzug von der Tiffany-Übernahme. Glaubwürdig ist das nicht, dem Standort Frankreich schadet es sehr.
10.09.2020 - 19:42 Uhr Kommentieren
Der Chef des Luxusunternehmens LVMH ist Frankreichs reichster Mann. Quelle: AFP
Bernard Arnault

Der Chef des Luxusunternehmens LVMH ist Frankreichs reichster Mann.

(Foto: AFP)

Frankreichs reichster Mann Bernard Arnault glaubt, er habe sein Ziel erreicht: Der Chef des Luxusunternehmens LVMH stoppt die Übernahme des US-Juweliers Tiffany. 2019 erschien ihm das Traditionsunternehmen als fehlender Edelstein in seiner Krone des Weltmarktführers. Seit der Corona-Pandemie und dem Verlust im ersten Halbjahr, den Tiffany erlitten hat, rechnet der Milliardär aber nach und sieht überteuerten Strass statt Juwelen.

Nun, da er selbst mit Rückschlägen kämpft, will er den Deal nicht mehr.

Der Vorwand, den er für seinen Rückzug vom Kauf gefunden hat, klingt wie eine Plattitüde aus dem Gruselkabinett des Staatskapitalismus: Der französische Außenminister soll LVMH gebeten haben, die Übernahme bis Anfang Januar zu verzögern, angeblich damit das Land im Streit mit den USA über Strafzölle besser dasteht. Das müsse das Unternehmen widerspruchslos befolgen, und damit sei der Kaufvertrag leider, leider hinfällig, behauptet LVMH.

Wer soll das glauben? Jedes Unternehmen, würde sofort gegen eine solche Einmischung in ein Milliardengeschäft klagen. Aber LVMH, mächtig wie niemand sonst in Frankreich, legt die Hände an die Hosennaht und steht stramm? Allein die Kosten für die Rückabwicklung der Kredite und der Devisenkurs-Absicherung dürften Millionen betragen. Und der französische Staat ist so mächtig, dass ihn das alles nicht schert?

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Wahrheit dürfte eine ganz andere sein: LVMH ist in dieser Sache der Koch, die Regierung der Kellner. Auch am Donnerstag wagte die französische Regierung nicht, den Vorgang zu kommentieren. Sie hat bislang die Version von LVMH nicht bestätigt. Widersprechen will sie allerdings auch nicht.

    Es ist fast gespenstisch: Sowohl das Außen- als auch das Wirtschaftsministerium verweigern jede Stellungnahme. Der Regierungssprecher hat vieldeutig gesagt, die Exekutive sei in der Auseinandersetzung mit den USA „weder naiv noch passiv“. Das heißt alles und nichts, ist keine Bestätigung dafür, dass der französische Staat mit einem lapidaren Brief Milliardengeschäfte zum Erliegen bringen kann.

    Wäre das so, dann müsste man jedem Investor dringend raten, sich aus Frankreich zu verabschieden. Peugeot-Citroën-Chef Carlos Tavares hätte schlaflose Nächte – schließlich will er mit Fiat-Chrysler zusammengehen. Paris könnte es ja einfallen, auch diese Fusion zu verzögern.

    „Choose France“ nennt die Regierung in Paris ihre Standortwerbung, die sich an Interessenten im Ausland richtet. „Shun France“ könnte es bald heißen, wenn die Exekutive die LVMH-Mär nicht aufklärt.

    Mehr: Nachdem die Übernahme zu platzen droht, überziehen sich beide Seiten mit Klagen.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Die geplante LVMH-Fusion mit Tiffany wird zur Schmierenkomödie
    0 Kommentare zu "Kommentar: Die geplante LVMH-Fusion mit Tiffany wird zur Schmierenkomödie"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%