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Kommentar Die Germania-Insolvenz ist die beste Lösung – für alle Beteiligten

Für die Germania-Mitarbeiter ist die Insolvenz ein Ende mit Schrecken. Doch den Flugbetrieb um jeden Preis aufrechtzuerhalten, wäre der falsche Weg gewesen.
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Die Germania-Insolvenz war die richtige Entscheidung – Kommentar Quelle: dpa
Fluggesellschaft Germania insolvent

Warum die Germania-Insolvenz für alle Beteiligten die beste Entscheidung ist.

(Foto: dpa)

Die Pleite von Germania ist bitter – für die Mitarbeiter, die Fluggäste, die Flughäfen, für das Angebot an Ferienflugreisen. Und doch ist die Entscheidung, die Airline nun geordnet abzuwickeln, immer noch die beste Lösung. Einen weiteren Fall wie bei Air Berlin, bei dem mit aller Macht versucht wurde, den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, um die Airline möglichst gut zu verwerten, hätte keiner gebraucht.

Vor allem für die rund 1100 Mitarbeiter von Germania mag eine solche Aussage wie Hohn klingen. Doch hier lohnt der Blick zurück in die Jahre 2017/2018. Noch vor dem offiziellen Insolvenzantrag von Air Berlin hatten die Beteiligten zusammen mit Vertretern der Bundesregierung eine Bürgschaft ausgehandelt.

Sie war die Voraussetzung dafür, dass Air Berlin weiterfliegen konnte. Das wiederum war Voraussetzung dafür, dass die Airline ihren größten Wert – die Verkehrsrechte (Slots) – zunächst behalten konnte. Nur mit Verkehrsrechten ist eine Fluggesellschaft überhaupt noch für potenzielle Investoren attraktiv.

Es gab und gibt gerade im Luftfahrtbereich also durchaus gute Gründe für das spezielle Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, bei der das Management an Bord bleibt und der Betrieb fortgeführt wird. Doch der Fall Air Berlin hat auch die Probleme eines solchen Vorgehens aufgezeigt.

Um die Jets auszulasten und den Deckungsbeitrag zu erwirtschaften, musste Air Berlin noch nach der Insolvenzanmeldung mit Kampfpreisen um Kunden werben. Viele, die damals noch ein Ticket erwarben, in der Hoffnung, befördert zu werden, mussten dann Ende Oktober 2017 mit Schrecken zur Kenntnis nehmen, dass der Flugbetrieb doch eingestellt wurde.

Nicht viel besser sah die Situation für die Mitarbeiter aus. Monatelang mussten sie mit einer Hängepartie leben. Heftig wurde diskutiert, ob die Übernahme von Betriebsteilen etwa durch die Lufthansa oder andere als Betriebsübergang ausgestaltet werden würde, bei dem es einen Bestandsschutz für das Personal gibt – zumindest für das erste Jahr. Diese entscheidende Frage landete sogar vor Gericht. In emotionalen Appellen wandte man sich an die Lufthansa, doch bitte die Verantwortung für die vielen Air-Berliner zu übernehmen.

In Berlin und an anderen Orten hatten die Mitarbeiter demonstriert. Monatelang fehlte allen die in einer so schwierigen Situation erforderliche Klarheit. Das ist kein guter Zustand. Bei Germania wissen nun wenigstens alle, dass es vorbei ist und können sich umorientieren – auch wenn das nur ein kleiner Trost ist.

Fest steht: Gerade in einem Markt mit Überkapazitäten ist es wichtig, dass Anbieter geregelt ausscheiden. Dauerbaustellen wie sie beispielsweise bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia vorkommen, kann sich Germania nicht leisten. Je länger so ein Zustand dauert, desto mehr leiden Unternehmen und damit die Mitarbeiter. Zudem wird so der Wettbewerb verzerrt – zulasten der gesamten Branche und der Arbeitsplätze dort. Das kann und darf nicht sein.

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