Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Trump bei seiner Rede an die Nation

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi (Demokraten), zerreißt nach der Rede von Trump das Manuskript des Präsidenten.

(Foto: AP)

Kommentar Die geteilten Staaten von Amerika

Donald Trump spricht zur Nation – und vertieft vor allem die Gräben in einer bereits stark gespalteten Gesellschaft. Es war eine Rede der verpassten Gelegenheiten.
05.02.2020 - 06:35 Uhr 1 Kommentar

So ähnlich müssen die Auftritte der früheren Kaiser von Rom gewesen sein: Der amerikanische Präsident lobt anderthalb Stunden seine eigenen Leistungen, reiht Superlativ an Superlativ, unterbrochen nur von den stehenden Ovationen seiner Republikaner, die ihrer Begeisterung noch durch Zwischenrufe Ausdruck verliehen.

Wer wollte es Donald Trump verübeln? Es war eine Genugtuung für den Präsidenten. Er hat seine Rede zur Lage der Nation an jenem Ort gehalten, an dem die Demokraten wenige Wochen zuvor ein Impeachment-Verfahren gegen ihn angestrengt hatten. Ein vor Kraft strotzender Präsident, ihm völlig ergebene Republikaner und geradezu zaghafte Demokraten – das ist das Bild, das der US-Kongress am Dienstag bot. Fakt ist: Der Mann im Weißen Haus lebt aus seiner Sicht neun Monate vor den Wahlen in der denkbar besten aller möglichen Welten, und das gleich aus mehreren Gründen.

Erstens: Die Demokraten erledigen sich derzeit selbst, jüngster Ausdruck dieser Entwicklung ist das Chaos bei den Vorwahlen in Iowa. Wie mag eine Partei eine Weltmacht führen, die nicht einmal in der Lage ist, eine Abstimmung in einem Bundesstaat mit nur drei Millionen Bürgern zu organisieren?

Zweitens: Das Impeachment ist gescheitert, am Mittwoch werden die Republikaner es mit ihrer Mehrheit im Senat abschließen – und der Präsident wird diesen Sieg für seinen Wahlkampf ohne Zweifel zu nutzen wissen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Drittens: Die US-Wirtschaft befindet sich, zumindest was die zentralen Kerndaten angeht in einer robusten Verfassung – und die Amerikaner haben bislang kaum einem Präsidenten eine zweite Amtszeit verweigert, während die Ökonomie boomte.

    Viertens: Trump erreichte in einer aktuellen Gallup-Umfrage mit 49 Prozent die höchste Zustimmung seit seinem Amtsantritt, was auch bedeutet: Das Kalkül der Demokraten, dass sich die öffentliche Meinung vor der Wahl gegen Trump richten würde, ist nicht aufgegangen.

    Die State oft the Union-Rede war eine Selbstvergewisserung des Präsidenten – und seiner Gefolgsleute, eine Demonstration der Stärke. Er habe Amerika wieder groß gemacht, die „Jahre des ökonomischen Niedergangs“ seien vorbei und die USA dank seiner „Amerika-first-Politik so stark wie nie zuvor, das waren die zentralen Aussagen des Präsidenten. Es war im Grunde genommen die gleiche Rede, wie Trump sie in Davos gehalten hat – und es wird der Sound der kommenden Monate bis zu den Präsidentschaftswahlen am 2. November sein.

    Kein Wort zu Europa

    Trumps dritte Rede zur Lage der Nation war eine Rede der verpassten Gelegenheiten. Er hätte seine Position der Stärke nutzen können, Größe statt Stärke zu zeigen, indem er zumindest die eine oder andere nachdenkliche Silbe einstreut. Der Präsident hat die Gelegenheit verstreichen lassen.

    Wie es um den Zustand des Kongresses in der Ära Trump bestellt ist, zeigte eine Szene am Ende der Rede. Nachdem der Präsident die letzten Worte gesprochen hatte, zerriss Nancy Pelosi, die demokratische Mehrheitsführerin des Repräsentantenhauses demonstrativ das Redemanuskript des Präsidenten. Bevor der Präsident sein Rede begann, hatte er allerdings die ausgestreckte Hand von Pelosi ignoriert. Auch das hat es noch nicht gegeben.

    Europa übrigens erwähnte Trump in seiner Rede mit keinem Wort. Nur eine indirekte Warnung hatte der Präsident parat: Seine Hauptmotivation Präsident zu werden, sei es gewesen, endlich Schluss zu machen mit diesen unfairen Handelsdeals. Mit China und den amerikanischen Nachbarn sei das gelungen, andere Länder würden folgen.

    Nancy Pelosi zerreißt Trumps Rede-Manuskript vor laufenden Kameras

    Mehr: Erste Teilergebnisse aus Iowa: Buttigieg liegt bei Demokraten-Vorwahl vor Sanders.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Die geteilten Staaten von Amerika
    1 Kommentar zu "Kommentar: Die geteilten Staaten von Amerika"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • OK, jetzt habe ich verstanden worüber er nicht geredet hat...
      Hier fehlt die Erwähnung der Verleihung der Freiheitsmedaille des Präsidenten an den konservativen Radio Reporter Rush Limbaugh (welcher an Lungenkrebs erkrankt ist) und noch während der Veranstaltung von der First Lady an ihm übergeben wurde! Außerdem wurde in der Rede viel über nötige Infrastruktur geredet und dabei sind auch die Demokraten zum Beifall aufgestanden. Beim Thema Gesundheitssystem haben sie ihm schließlich ausgebuht. Es war also nicht nur eine Rede von dem was er alles erreicht hat.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%