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Kommentar Die Globalisierung ist besser als ihr Ruf

Die internationalen Lieferketten funktionieren auch in der Krise noch sehr gut. Das zeigt: Grenzschließungen können den Warenfluss nicht verhindern.
01.04.2020 - 07:26 Uhr Kommentieren
Von Versorgungsmängeln erleben Europas Verbraucher so gut wie nichts. Quelle: dpa
Waren auf Paletten

Von Versorgungsmängeln erleben Europas Verbraucher so gut wie nichts.

(Foto: dpa)

Für das Elend in der Welt trug die Globalisierung schon vor der Coronakrise aus Sicht vieler Kritiker die Hauptschuld. Seit der Epidemie dürfte die Zahl der Zweifler, die in Protestgruppen wie Attac ihre Heimat sehen, mindestens so schnell gestiegen sein wie die Zahl der Covid-19-Infizierten.

Schon Ende Januar, als das Virus Europa noch gar nicht erreicht hatte, kündigten Autobauer wie Fiat und PSA Werksschließungen an, weil Zulieferteile aus China auszugehen drohten. Wer sich seinen Anzug im Frankfurter Bankenviertel bei Suitsupply schneidern ließ, musste plötzlich wochenlange Wartezeiten akzeptieren, weil der Zwirn nicht im Schatten der Bankentürme genäht wird, sondern in Fernost.

Doch wer genauer hinschaut, den müsste erstaunen, wie effizient und flexibel die internationalen Lieferketten immer noch funktionieren. Der gesamte Globus erlebt einen Shutdown, wie es ihn seit dem Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Von Versorgungsmängeln, wie sie typischerweise solche Krisen begleiten, erleben Europas Verbraucher aber so gut wie nichts. Damit das so bleibt, werden Passagierjets zu Frachtmaschinen umgebaut, Warenverteilzentren für den Onlineversand gerüstet und Restaurant-Zulieferer umgeleitet, damit sie die Versorgung von Supermärkten übernehmen.

Selbst Grenzschließungen können den internationalen Warenfluss offenbar nicht hindern. Wer erwartet hatte, dass die überbordenden Transportkosten die Preise nach oben treiben würden, sieht sich getäuscht. Im März sackte die Inflation auf 0,7 Prozent.

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    Deutschlands Sinnbild für den gefühlten Mangel, das Toilettenpapier, zeigt hingegen, unter welch falschen Verdacht Globalisierung geraten kann. Klopapier ist leicht, sperrig und billig – und lohnt keine Transporte über 500 Kilometer. Dem internationalen Handelsgeschehen, dies sei Globalisierungsgegnern im Supermarkt zugerufen, konnte sich ausgerechnet Klopapier deshalb bis heute entziehen. Der Mangel ist schlicht eine Folge sinnloser Hamsterwirtschaft.

    Mehr: Die Coronakrise macht Lieferketten zu Lieferpuzzles.

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