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Donald Trump

Der US-Präsident attackiert die amerikanischen Kontrollinstanzen.

(Foto: AFP)

Kommentar Die größte Gefahr für den Dollar ist nicht der Euro, sondern Trump

Je länger in Washington der Präsident eine verantwortungslose Politik betreibt, desto eher werden sich die Anleger nach einer Alternative umsehen.
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BerlinEuropa stemmt sich gegen die Dollar-Dominanz: Die EU-Kommission hat am Mittwoch ein Konzept vorgelegt, mit dem sie die Abwehrkräfte des Kontinents gegen das Sanktionsdiktat der USA stärken will. Geschäfte mit Rohstoffen und Derivaten sollen künftig vermehrt in Euro abgewickelt, europäische Alternativen zu US-Zahlungssystemen wie Mastercard, Visa und Paypal gefördert werden.

Ein widerstandsfähiger, international begehrter Euro soll „Gesicht und Werkzeug einer neuen europäischen Souveränität“ werden. So jedenfalls stellt sich Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Sache vor.

Doch die Dollar-Dämmerung, von der manche europäische Währungsstrategen träumen, befindet sich noch in weiter Ferne. Kurz- und mittelfristig wird der Dollar die unangefochtene Nummer eins an den Devisenmärkten bleiben. Solange die europäischen Regierungen vor einer tiefgreifenden Reform der Euro-Zone zurückstrecken, etwa der Entwicklung von Eurobonds, die US-Staatsanleihen Konkurrenz machen könnten, bleibt dem Euro der Weg zur Weltwährung versperrt.

Wenn der Dollar momentan etwas zu fürchten hat, dann ist es nicht der Euro, sondern die amerikanische Politik. Trump, der von „America First“ schwadroniert, setzt dem Dollar stärker zu als die renitenten Europäer.

Das Fundament einer Währung ist Vertrauen – Vertrauen in stabile staatliche Institutionen, in die Herrschaft des Rechts und in die Unabhängigkeit der Notenbank. Doch in den USA beginnt dieses Vertrauen zu erodieren. Je stärker Trump unter Druck gerät, desto wütender schlägt er um sich.

Weil der Aufschwung an Kraft verliert, greift er Notenbank-Chef Jerome Powell an. Weil ihm die Ermittlungen zur seinen Russland-Verbindungen immer gefährlicher werden, attackiert er die Justiz.

Zugleich leisten sich die USA ein gewaltiges Haushaltsdefizit. Allein Trumps Steuersenkungen werden innerhalb der kommenden zehn Jahre ein Loch von einer Billion (!) Dollar in den Staatshaushalt reißen. Hinzu kommt die Belastung durch die unreformierten Sozialsysteme Medicare und Social Security. Der nächste Abschwung kommt bestimmt – spätestens dann laufen die Staatsfinanzen vollends aus dem Ruder.

Auf 21 Billionen Dollar summieren sich die Staatsschulden schon heute, die Marke von 100 Prozent der Wirtschaftskraft ist längst überschritten. Trump hat dafür nur ein Achselzucken übrig. Als seine Berater ihn kurz nach seiner Amtsübernahme mit Schaubildern davor gewarnt haben sollen, wie dramatisch sich der Schuldenstand in nicht allzu ferner Zukunft entwickelt, soll Trump völlig unbeeindruckt festgestellt haben: „Dann bin ich nicht mehr da.“

Schon im Wahlkampf war Trump mit skurrilen fiskalpolitischen Konzepten aufgefallen. Er pries sich als Schuldenkönig und schlug vor, Amerikas Gläubigern einen Schuldenschnitt zu verpassen. Noch sind internationale Investoren bereit, Amerikas Defizit zu finanzieren. Nur wie lange noch?

Gewiss: Der Dollar wird seine Vormachtstellung nicht über Nacht verlieren. Aber je länger in Washington verantwortungslose Politik betrieben wird, desto eher werden sich die Anleger nach einer Alternative umsehen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Die größte Gefahr für den Dollar ist nicht der Euro, sondern Trump"

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  • Mir scheint, als habe der Kommentator Herr Koch lange nicht mehr die amerikanischen Wirtschaftsdaten gelesen (es geht nämlich aufwärts...) und zudem: die DEUTSCHEN Autobosse planen doch aktuell MILLIARDEN in den USA zu investieren.
    Trump macht viel, was Globalisierungsfreunden nicht in den Kram passt. Na und? Wer sagt denn eigentlich, dass Globalisierung so gut ist?
    Die deutsche Politik täte gut daran dafür zu sorgen, dass a) die Binnennachfrage gefördert wird und b) nicht ständig deutsche Firmen (und damit Know How) einfach so an ausländische Firmen verkauft werden.
    Trump scheint zwar ein Ekel zu sein, umweltpolitisch arg kurzsichtig zu sein, aber so 1,2 Dinge macht er schon richtig. Mag nur keiner zugeben in Europa (man zitiert ja fleissig ausschliesslich die demokratischen US-Medien).
    Mal darüber nachgedacht? ;-)