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Kommentar Die grüne Wende in Europas Energiebranche ist endlich da

Es brauchte eine globale Pandemie und 20 Jahre, aber nun ist die Energiewende für viele Unternehmen vom idealistischen Wunsch zu einer Frage des wirtschaftlichen Überlebens geworden.
12.01.2021 - 07:11 Uhr 1 Kommentar
Der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energien nimmt Fahrt auf.  Quelle: dpa
Energiewende in Deutschland

Der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energien nimmt Fahrt auf. 

(Foto: dpa)

Während Corona die Weltwirtschaft ins Schleudern bringt, scheint die globale Pandemie zumindest einer Branche endlich den lang ersehnten Wandel zu bringen: Die Energieindustrie plant, in den nächsten Jahren schier unglaubliche Summen zu investieren – und zwar in Wind, Solar, Wasserstoff und Co. Nach Jahrzehnten der Litanei über die Wichtigkeit der Energiewende schwenken Milliardenkonzerne wie RWE, Eni und Engie endlich um.

Das mag zwar nicht aus idealistischen Gründen geschehen, die sich demonstrierende Öko-Aktivisten wünschen würden. Aber die Wende von fossilen Energien zu Erneuerbaren scheint endlich da. Bis 2030 wird Europas Energiebranche mindestens 650 Milliarden Euro bis hin zu einer Billion Euro in erneuerbare Energien investieren. Der Grund: Die Energiewende ist für viele Unternehmen vom idealistischen Wunsch zu einer Frage des wirtschaftlichen Überlebens geworden.

Während sich mit Erneuerbaren endlich Geld verdienen lässt, schwanken die Rohstoffpreise für Öl und Gas beträchtlich, und dabei geht es mehr ab- als aufwärts. Mit den CO2-Bepreisungen auf internationaler und nationaler Ebene und immer strengeren Klimagesetzen werden die einstigen Gewinnbringer außerdem zu regelrechten Risikoanleihen.

Währenddessen fallen die Preise für alternative Energien immer weiter. Mittlerweile ist Solarenergie günstiger als Strom aus einem neuen Kohle- oder Gaskraftwerk. In immer mehr Ländern auf der Welt ist Photovoltaik schon heute die günstigste Art der Stromerzeugung überhaupt und soll laut Experten in den nächsten Jahren sogar noch billiger werden. 

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    Klimafreundlich ist auch krisenfest

    Noch ein wichtiger Umstand gibt den erneuerbaren Energien jetzt massiven Aufschwung: In Corona-Zeiten waren es die nachhaltigen Unternehmen, die sich als besonders krisenfest herausgestellt haben. Während die Börsenkurse milliardenschwerer Weltkonzerne abstürzten, hielt sich der Verlust bei grünen Anleihen in Grenzen – bei einigen Wind- und Solarparkbetreibern kletterten sie manchmal sogar in ungeahnte Höhen. 

    Deutsche Konzerne wie der Wechselrichterhersteller SMA Solar aus Kassel konnten ihren Börsenwert seit Beginn der Pandemie verdoppeln. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 trotz Krise um 42 Prozent auf 514 Millionen Euro. 

    Grafik

    Auch Modulhersteller wie First Solar, Solarwatt oder Q-Cells verkünden mitten in der Rezension ein Rekordergebnis nach dem anderen. Die Politik sorgt auch in Zukunft für gute Aussichten. Noch kurz vor Weihnachten beschloss die Bundesregierung höhere Ausbauziele für Wind, Solar und Biogas. Und auch sonst setzten Union und SPD erstaunlich viele Änderungswünsche aus der Wind- und Solarindustrie für die neueste Version des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) um.

    Unternehmen wetteifern um die Energiewende

    In einer Zeit, in der ein Virus die Welt auf den Kopf stellt, sollte einen zwar gar nichts mehr wundern. Aber wenn Unternehmen wie Shell, Blackrock, Thyssen-Krupp, Bayer und Co. auf einmal um den Titel des nachhaltigsten Unternehmens wetteifern, ist das schon eine große Überraschung.

    Wenn selbst Europas größter CO2-Emittent, RWE, nach eigenen Angaben mal eben zum drittgrößten Ökostromproduzenten der Europäischen Union wird, könnte man wirklich denken, im falschen Film zu sein. Auf einmal will CEO Rolf-Martin Schmitz Milliarden in Wind, Solar und Wasserstoff investieren, wo er vor zwei Jahren noch um jedes Gramm Kohle gekämpft hat. Aber der Essener Konzern hat nun einmal keine andere Wahl.

    Der Kohleausstieg bis spätestens 2038 ist beschlossene Sache, der nationale CO2-Preis soll schon in wenigen Monaten Einzug halten, und der Druck von Gesellschaft, Aktivisten, Investoren und Politik wächst in einer nie da gewesenen Geschwindigkeit. Mit seiner Kehrtwende steht RWE beispielhaft für einen großen Teil der Wirtschaft. Für Konzerne wie Shell, BP, Eni oder Uniper geht es längst nicht mehr um ein grünes Gewissen, sondern ab jetzt um ihre Zukunftsfähigkeit. 

    Mehr: Bis zu eine Billion Euro für Ökostrom: Energiekonzerne planen Rekordinvestitionen

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die grüne Wende in Europas Energiebranche ist endlich da "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • hallo Frau Witsch,
      irgendwie habe ich den Eindruck, dass Sie keine Ahnung von der Energiewende haben. Wir haben in Europa die höchsten Energiepreise für Bürger und Mittelstandsbetriebe und kein
      Ende abzusehen. Ein klarer Wettbewerbsnachteil für Deutschland und der zukünftig noch gravierender wird. Die Windräder und Photovoltaik sind wenig effektiv zB sind nur 2400
      Laufstunden möglich von 8400 Std, bei Photovoltaik keine Ergebnisse bei Dunkelheit und Bewölkung. Bei Sturm verschenken wir den Strom, da keine Speichermöglichkeit, bei Flaute muessen wir den Strom im Ausland zu kaufen(in diesem Jahr die höchste Menge im Ausland zugekauft.)Hinzu kommt, dass die Windräder eine Tötungsmaschine für Vögel sind, das Fundament beträgt 40x40mx5m Eisenbeton, Anlage im Wald muessen über
      10000 qm Wald gerodet werden, Windräder als auch Photovoltaik-Anlagen sind nur schwer zu entsorgen. Die Windräder haben Auswirkungen auf die Umgebung, Windverhältnisse und Wärme auswirkungen.
      Deshalb ist dieser Weg zu gehen eine falsche Entwirklung, die nur sinnlose Hunderte von
      Milliarden kosten und wenig einbringen. Um in der Zukunft mueßten Atomkraftwerke der
      neuen Generation aufgebaut werden, die bekanntlich die hohen Risiken nicht mehr behinhalten, aber dafür sicher und beständig Strom liefern können, um die Industrie und die Bevölkerung dauerhaft und billig mit Strom zu versorgen. Ich meine, dass ist für ein
      Handelsblatt keine gute journalistische Arbeit.

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