Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Grünen brauchen eine Strategie, den Erfolg bis zu den Bundestagswahlen zu bewahren

Ist die Partei personell und inhaltlich gerüstet, eine größere Rolle in der politischen Landschaft Deutschlands zu spielen? Daran gibt es Zweifel.
Kommentieren
Die Parteiführung der Grünen ist erkennbar bemüht, auch den eigenen Leuten klarzumachen, dass es nicht mehr reicht, nur in drei bis vier identitätsstiftenden Debatten mitzumischen. Quelle: dpa
Grünen-Chef Robert Habeck

Die Parteiführung der Grünen ist erkennbar bemüht, auch den eigenen Leuten klarzumachen, dass es nicht mehr reicht, nur in drei bis vier identitätsstiftenden Debatten mitzumischen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Grünen sind auf Erfolgskurs. Nachdem sie schon bei den bayerischen Landtagswahlen ihr Wahlergebnis mehr als verdoppeln konnten, sind sie in Hessen knapp an die 20-Prozent-Marke herangekommen und haben nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis sogar die SPD überflügelt. Im Bund liegen sie inzwischen bei 21 Prozent – weit vor den Sozialdemokraten, die nur noch auf 14 Prozent kommen.

Anders als in Bayern werden die Grünen in Hessen der nächsten Regierung wohl weiter angehören. Doch unabhängig davon, ob es eine Neuauflage von Schwarz-Grün geben wird oder die Grünen es wagen wollen, mit Sozialdemokraten und Liberalen ein Bündnis zu verhandeln, stellt sich für die Bundespartei zunehmend die Frage, ob sie gewappnet ist, ihren Erfolgskurs über die nächsten Monate fortzusetzen. Gelingt es ihnen, über ihr Kernmilieu hinaus für die Menschen interessant zu bleiben?

Derzeit gelingt es Ihnen, ihre Wählerschaft beständig über die Stammwählerschaft zu erweitern. War es ihnen in Bayern gelungen, dass 190.000 ehemalige CSU-Wähler zur Ökopartei wanderten, haben sie es in Hessen geschafft, dass knapp 100.000 ehemalige CDU-Wähler am Sonntag ihr Kreuz bei den Grünen gemacht haben. Statistiken zu Wählerwanderungen in Hessen zeigen, dass von der SPD 104.000 Wähler zu den Grünen gewechselt sind, von der FDP immerhin 3.000.

Im Gegenzeug haben die Grünen lediglich 1.000 Wähler an die Linke verloren, was zeigt, dass die Zahl der linken Vertreter bei der Ökopartei eher kleiner wird und die meisten mit dem tendenziell pragmatischeren Kurs der Partei einverstanden sind. An die AfD wurden 3.000 Wähler abgegeben.

Die Parteiführung der Grünen ist erkennbar bemüht, auch den eigenen Leuten klarzumachen, dass es nicht mehr reicht, nur in drei bis vier identitätsstiftenden Debatten mitzumischen. Es sei „ein Luxus, sich in die bequeme Ecke zurückzuziehen und zu sagen, da toben wir uns aus, und zu den anderen Themen äußern sich CDU und SPD“, sagte der Parteivorsitzende Robert Habeck, als er nach den bayerischen Landtagswahlen Bilanz zog.

Doch reicht die Power der früheren Protestpartei inhaltlich wie personell, um im nächsten Jahr bei den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland zu punkten, ihre derzeitige Attraktivität gar bis zu den nächsten Bundestagswahlen zu bewahren?

Daran gibt es berechtigte Zweifel, die im Übrigen längst auch Parteichef Habeck umtreiben. Man sei um ein Vielfaches schwächer als die SPD, sagte Habeck nach der bayerischen Landtagswahl. Und er zielte damit nicht auf das Wahlergebnis, sondern allein auf die Zahl der Mitglieder, die in Orts- und Kreisverbänden aktiv seien. Man mute sich hier extrem viel zu, so Habeck, aber man wolle diese Rolle offensiv annehmen.

Sind seine Worte ernst gemeint, wird es angesichts des anhaltenden Erfolgs auf Bundes- und auf Länderebene dringend Zeit für die Grünen, eine Strategie für die nächsten Monate zu finden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Die Grünen brauchen eine Strategie, den Erfolg bis zu den Bundestagswahlen zu bewahren

0 Kommentare zu "Kommentar: Die Grünen brauchen eine Strategie, den Erfolg bis zu den Bundestagswahlen zu bewahren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.