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Kommentar Die Integration von Runtastic ist ein mutiger Schritt von Adidas

Der Sportartikelhersteller und das Start-up bündeln ihre Kräfte. Doch der Plan birgt auch mehrere Risiken.
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Das Start-up soll in den Konzern integriert werden. Quelle: dpa
Runtastic-App

Das Start-up soll in den Konzern integriert werden.

(Foto: dpa)

Es gehört schon eine gewisse Verwegenheit dazu, einen Markennamen wie Runtastic abzuschaffen. Seit 2009 in der trendbewussten Sportgemeinde etabliert, steht er für die Begeisterung am Laufen. Und doch beerdigt der Sportartikelkonzern Adidas, seit 2015 Besitzer der Marke, nun den Namen. Wer künftig seine Laufstatistik per App messen will, muss dies unter „Adidas Running“ tun.

Aus Sicht der Marke Adidas ist das ein folgerichtiger Schritt. Anders als Konkurrent Nike hatte die Marke mit den drei Streifen die Digitalisierung zunächst verschlafen und keine eigene Fitness-App entwickelt. Dieser Fauxpas sollte mit dem 220-Millionen-Euro-Kauf von Runtastic behoben werden. Der Konzern erwarb die etablierte Marke samt Know-how sowie Daten von mehr als 100 Millionen registrierten sportaffinen Nutzern.

Die Integration von Runtastic in den Konzern wird die Marke Adidas aufwerten. Aktuell liegt ihr Wert laut dem Markenranking BrandZ bei mehr als 13 Milliarden Dollar. Es ist eine der 100 wertvollsten globalen Marken. Die Marke Runtastic geriert dagegen zur nutzlosen Hülle.

Allerdings: In der launischen Welt der technologischen Gadgets haben sich viele Sportler bewusst für eine Registrierung bei einem kleinen, feinen Start-up entschieden. Der Verkauf an Adidas war vielen Nutzern gar nicht geläufig.

Es hat sich oft ausgezahlt, dass Konzerne zugekaufte Marken erhalten. Das war bei der Integration des einstigen Start-ups Bionade in den Oetker-Konzern so, und es gilt auch für die Übernahme des Business-Netzwerks LinkedIn durch Microsoft. Die kleineren Marken werden bewusst separat gehalten, um die sensible Kundschaft nicht zu verschrecken.

Adidas hat sich entschieden, die eigene Marke zu stärken – auf Kosten der jungen Marke. Das ist ein mutiger und risikoreicher Schritt. Der Konzern muss nun beweisen, dass er die Nutzer davon abhalten kann, zu unabhängigen Fitness-Apps wie Strava oder aber zu Kultmarken wie Apple abzuwandern.

Mehr: Adidas hat runden Geburtstag gefeiert. Vertriebsvorstand Roland Auschel ist seit Ende der 1980er-Jahre dabei – und erinnert sich noch an bittere Zeiten.

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