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Kommentar Die Kanzlerin sollte nicht wieder in Deckung gehen

Die Bundeskanzlerin hat lange Zeit zu Corona geschwiegen. Sie muss den Kampf gegen das Virus zur Chefinnensache machen.
11.03.2020 - 16:41 Uhr 2 Kommentare
Die Kanzlerin äußerte sich am Mittwoch öffentlich erstmals ausführlich zum Coronavirus. Quelle: Reuters
Angela Merkel

Die Kanzlerin äußerte sich am Mittwoch öffentlich erstmals ausführlich zum Coronavirus.

(Foto: Reuters)

Endlich hat sich die Kanzlerin öffentlich zur Coronakrise geäußert. Völlig überraschend trat Angela Merkel am Mittwoch mit Gesundheitsminister Jens Spahn vor die Hauptstadtpresse. Spät kommt sie, aber sie kommt.

Ihr Amtskollege Sebastian Kurz in Österreich hatte das Thema längst zur Chefsache gemacht, genauso wie der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte, dessen Land einem Notstandsgebiet gleicht. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stand schon öffentlichkeitswirksam an Krankenbetten und kümmerte sich um die Bürger.

Am Tag zuvor hatte Merkel offenbar noch dafür gesorgt, dass ihre Äußerung in einer internen Sitzung der Unionsfraktion, 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung könnten an Corona erkranken, an die Nachrichtenticker gelangte. Das war ein Kommunikationsdesaster, da das ganze Land über die Zahl sprach und ihre Einschätzung der Lage es auch in die internationalen Medien schaffte. Der tschechische Ministerpräsident Babis warf ihr sogar Panikmache vor.

Merkel setzt auf Europa

Anders als bei anderen Krisen ist man das von der Kanzlerin eigentlich nicht gewohnt. In der Lehman-Krise garantierte sie die Spareinkommen vor laufenden Kameras, und ihr Satz „Wir schaffen das“ während der Flüchtlingskrise, der zu Kontroversen in der Bevölkerung führte, ist unvergessen. Sie fand auch nichts dabei, aus Afrika die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zu kommentieren und zu verlangen, dass die Wahl rückgängig gemacht werde.

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    Merkel hofft nun, dass das Land die Probe besteht und setzt auf europäische Zusammenarbeit. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, weil die Bundesregierung erst kürzlich angekündigt hatte, dass es einen Exportstopp für Schutzausrüstungen geben soll. Der Aufschrei aus anderen Ländern Europas, wie aus Belgien, ließ nicht lange auf sich warten. Es offenbaren sich auch die Stärken und Schwächen des Föderalismus.

    Einerseits ist es gut, dass es viele Gesundheitsämter gibt, die die Situation vor Ort gut einschätzen können. Auf der anderen Seite zeigt das Absagechaos bei den Fußballspielen und anderen Großveranstaltungen, wie wichtig ein zentraler Durchgriff sein kann.

    Merkel trifft am Donnerstag die Ministerpräsidenten. Das Gespräch kommt sicher nicht zu früh. Auch ihr Treffen am Freitag mit Arbeitgebern und Gewerkschaften ist richtig. Das Virus hat die Börsen voll erfasst. Die Kapitalvernichtung wird nicht spurlos an der Realwirtschaft vorbeigehen. Gesundheit geht vor Wirtschaft, sagt Jens Spahn. Das stimmt. Aber wenn Deutschland wie Italien ein Shutdown bevorsteht, dann kann aus der milden schnell eine schwere Rezession werden. Die Kanzlerin sollte nicht wieder in Deckung gehen. Corona muss Chefinnensache sein.

    Mehr: Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Die Kanzlerin sollte nicht wieder in Deckung gehen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist eben keine gute Idee, Frau Merkel zu erlauben, die letzten Monate im Kanzleramt abzusitzen.
      Offensichtlich ist sie erschöpft.
      Es sind immer zwei: einer der es tut und einer der es zulässt. In der CDU ist keiner, der ihr sagt, es ist Schluss.
      Ansonsten wird der Wähler mit der CDU Schluss machen - der Prozess hat schon begonnen und wird sich beschleunigen. Wenn die Leistung nicht stimmt, muss dies auch Konsequenzen haben!

    • Zunächst einmal denke ich, dass dasKrisenmanagement der Bundesregierung aktzeptabel ist, auch wenn es mit Sicherheit noch Luft nach oben gibt. Nach meiner Auffassung leistet Spahn im Rahmen seiner Möglichkeiten gute bis sehr Arbeit. Anders sieht’s bei unserer hochgeschürzten Kanzlerin aus. Ihre Statemets kommen nicht nur Lichtjahre zu spät, sondern werden der angespannten und ernstenLage auch nicht gerecht. Lächeln statt Händeschütteln. Einen größeren Nonsens hätte ivh noch Nichteinhaltung von Merkel erwartet. Ich frage mich allen Ernstes, wie weit die Weltfremdheit dieser Frau geht. Darüberhinaus beschäftigtmich die Frage, ob Merkel nur hoffnungslos überfordert oder aber auch total unfähig ist. Meines Erachtens trifft beides zu. Die CDU sollte allmählich einsehen, dass sie von ihrer einstigen Gallionsfigur mit in den Abgrund gerissen wird, wenn sie nicht bald gegensteuert und entsprechende Maßnahmen trifft. was mich betrifft, so kann Merkel gerne bis zum Ablauf ihrer Amtszeit wieder abtauchen.

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