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Kommentar Die Kapitalgarantie bei der Riester-Rente muss dringend weg

Die Kritik an der Vorsorgerente nimmt zu, aber die Reform kommt nicht voran. Die Bundesregierung sollte endlich ein Standard-Produkt fördern.
29.11.2020 - 12:10 Uhr 1 Kommentar
Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, muss meistens auch privat vorsorgen. Quelle: dpa
Rentner auf einer Parkbank

Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, muss meistens auch privat vorsorgen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wieder Negatives zur Riester-Rente: Anbieter wurden wegen Abschlussgebühren für die Auszahlphase des Altersvorsorge-Vertrags von zwei Landgerichten verurteilt. Verbraucherschützer hatten Sparkassen verklagt und in einigen Fällen, in denen es um geförderte Banksparpläne geht, Recht bekommen. Sie fordern betroffene Riester-Vertragsinhaber nun auf, sich Gebühren zurückzuholen.

Solche Fälle häufen sich. Die Kritik an der Vorsorgerente fürs Alter nimmt zu, doch alle Reformvorschläge bleiben stecken: Vor drei Jahren schon hatte die Bundesregierung eine „zügige“ Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts versprochen. Eine Verbesserung dieser subventionierten privaten Altersvorsorge lässt noch immer auf sich warten. Wenn die Regierungskoalition nicht endlich vorankommt, blamiert sie sich vollends.

Die gesetzliche Rente schmilzt angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft im Land immer mehr ab, die Menschen müssen selbst vorsorgen. Aber die dafür konzipierte Riester-Rente ist kompliziert, teils teuer, renditeschwach – und wird mit ihren gut 16 Millionen meist Versicherungs-Verträgen nicht genug genutzt.

Ideen für eine Reform gibt es zahlreiche: Die Finanzbranche schlägt ein preiswerteres, einfaches Modell ohne Garantie zusätzlich zum bestehenden vor. Verbraucherschützer und Politiker der hessischen Regierung haben staatlich organisierte Vorsorgemodelle aufgebracht.

Vor einem Jahr bereits hat sich die CDU in Richtung des Branchenvorschlags bewegt und für sanften Zwang zum Vorsorgen über ein sogenanntes Opt-out plädiert. Damit wollen die Christdemokraten den Anbietern von Riester-Versicherungen, -Fonds, Bau- und Banksparplänen noch drei Jahre Zeit geben, sich zu bewähren – und eine um 30 Prozent höhere Verbreiterung der Riester-Rente zu erreichen. Ansonsten wollen die CDU-Politiker eine staatlich organisierte Vorsorge einführen.

Die Bundesregierung arbeitet nun „mit Hochdruck“ an der Riester-Reform

Seit dem Frühherbst berichten jetzt Regierungspolitiker, man arbeite mit „Hochdruck“ an der Reform, und zeigen sich zuversichtlich, die Förderrente noch in dieser Amtszeit zu verbessern. Doch noch immer sind die Überlegungen in der Bundesregierung zu den „diversen Auffassungen“ offenbar nicht abgeschlossen, wie es im Finanzministerium heißt. Und dem Vernehmen nach arbeitet sich die Große Koalition besonders am Thema Kapitalgarantie ab – mit dem Abschied von der Kapitalzusage tun sich offenbar die Sozialdemokraten schwer.

Doch genau dies ist essenziell für eine Verbesserung der privaten Vorsorge. In dieser Welt quasi ohne Zinsen am Kapitalmarkt bleiben Anlagen als Ertragsbringer übrig, die zumindest kurzfristig im Wert schwanken, wie Aktien. Genau diese können aber nicht vernünftig eingesetzt werden, wenn die Garantie bleibt, weil sich dann kein fester Endwert kalkulieren lässt.

Langfristig braucht man dieses Sicherheitsnetz aber nicht: Aktien bringen über lange Zeiträume stets positive Erträge, wie die Historie zeigt. Sparen am Kapitalmarkt – das belegt die Altersvorsorge in anderen Ländern schon seit Langem – und Garantien passen nicht zusammen. Wenn die Bundesregierung privates Sparen mit Renditeaussichten fördern will, muss sie sich überwinden und die Kapitalgarantie aufgeben.

Mehr: Warum die Kapitalgarantie bei der Riester-Rente ein Problem ist

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1 Kommentar zu "Kommentar: Die Kapitalgarantie bei der Riester-Rente muss dringend weg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dass die Finanzbranche fordert, auch die Substanz noch als Spielgeld behandeln zu dürfen, überrascht nicht. Muss man aber nicht teilen.

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