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Kommentar Die KI-Strategie von Bosch sollte Schule machen

Die deutsche Wirtschaft darf nicht auf Initiativen der Politik warten. Um bei Künstlicher Intelligenz vorn zu sein, braucht es Vorreiter wie Bosch.
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Der Konzern will sich eigenständig für die Zukunft aufstellen. Quelle: dpa
Bosch

Der Konzern will sich eigenständig für die Zukunft aufstellen.

(Foto: dpa)

Stuttgart Rund 3.000 Spezialisten für die Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz (KI) will Bosch in den nächsten drei Jahren einstellen, etwa um Roboterautos sicherer zu machen. Der Konzern schreitet mutig voran: Unternehmen dürfen nicht auf noch so ehrenwerte Initiativen der Politik warten, sondern müssen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Sicher, es ist zunächst nur eine Ankündigung, und um die begehrten Köpfe für die neue Technologie gibt es einen weltweiten Wettbewerb, bei dem Bosch mit Firmen wie Google, Apple und Co. konkurriert. Doch Firmenchef Volkmar Denner ist kein Ankündigungsweltmeister. Er fängt nicht bei null an. Schon vor zehn Jahren streckte er die Fühler nach KI-Spezialisten aus. Beiläufig ließ er jetzt fallen, dass Bosch heute schon 1.000 der begehrten KI-Köpfe an Bord hat. Das gibt einen Startvorteil.

Bosch vertraut zudem auf einen funktionierenden Mechanismus: Helle Köpfchen suchen sich immer reizvolle Aufgaben, reden darüber und ziehen so andere nach. Das etwas dröge Image des Stiftungskonzerns legen die Schwaben ab: erst mit der Ansage, alle Produkte zu vernetzten, dann mit neuen Firmenfarben, mit familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen und jetzt mit hippen Spots und Slogans fürs Selbstbewusstsein.

Bosch gestaltet die Initiative von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit, aus dem Dreieck Tübingen, Karlsruhe, Stuttgart Deutschlands KI-Cluster zu machen. Zugleich rekrutieren die Stuttgarter in Bangalore, Stanford und Pittsburgh.

Die Strategie von Bosch sollte Schule machen. Die Wirtschaft kann sich nicht darauf verlassen, dass Milliardenförderung aus staatlichen Töpfen Deutschland bei KI im Wettbewerb mit China und den USA nach vorn bringt.

Es ist höchste Zeit, dass deutsche Unternehmen versuchen, ernsthaft mitzumischen – so, wie es jetzt Bosch tut. Schließlich geht es längst nicht nur ums Überleben der Autoindustrie, es geht um die Zukunft der gesamten deutschen Wirtschaft.

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