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Kommentar Die Klage der US-Wettbewerbshüter wird die Expansion von Amazon nicht stoppen

Der Druck auf das E-Commerce-Geschäft von Amazon steigt. Aber das meiste Geld macht der Konzern ohnehin in anderen Bereichen. Der MGM-Kauf ist nicht in Gefahr.
26.05.2021 - 15:29 Uhr Kommentieren
Der Konzern ist sehr breit aufgestellt. Das verschafft ihm eine komfortable Position bei Wettbewerbsklagen. Quelle: AFP
Amazon

Der Konzern ist sehr breit aufgestellt. Das verschafft ihm eine komfortable Position bei Wettbewerbsklagen.

(Foto: AFP)

Ausgerechnet in der Woche, in der Amazon seine 8,45 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Hollywood-Studios MGM angekündigt hat, klagt die Staatsanwaltschaft der US-Hauptstadt Washington gegen den Konzern. Doch an dessen Expansion wird das kaum etwas ändern – im Gegenteil.

In der Klage geht es um das Geschäft von Amazon als Onlinehändler. Der Vorwurf der Staatsanwälte: Der Konzern verbiete es unabhängigen Händlern, die über Amazon Waren verkaufen, auf anderen Plattformen bessere Konditionen anzubieten. Damit nutze Jeff Bezos’ Konzern seine Marktmacht aus und treibe die Preise, was schlecht für den Wettbewerb und die Verbraucher sei, so die Argumentation.

Die Klage zeigt zwar, dass es für die Tech-Konzerne ungemütlicher wird und dass ihnen die Kartellrechtler auf den Fersen sind. Es kann gut sein, dass Amazon in Zukunft bei seinem Geschäftsgebaren im Onlinehandel ein paar Eingeständnisse machen muss. 

Eine Aufspaltung ist jedoch unwahrscheinlich – und den MGM-Deal gefährdet die Klage auch nicht. Schließlich vergrößert sich Amazon mit dem Zukauf in Hollywood nur in der Mediensparte. Und die ist relativ klein, wenn man sie mit Konkurrenten wie Disney oder dem neu entstehenden Riesen aus Time Warner und Discovery vergleicht.

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    Cloud-Geschäft macht den Großteil des Gewinns aus

    Amazons Vorteil ist, dass es heute so breit aufgestellt ist, dass es sich noch in vielen Feldern vergrößern kann, ohne dort jeweils dominant zu sein. Schon heute ist das Geschäft der Cloud-Tochter AWS viel wichtiger für den Gewinn des Konzerns als der E-Commerce. Mit 13,5 Milliarden Dollar steuerte sie im vergangenen Jahr fast zwei Drittel des operativen Gewinns von Amazon bei. Im Cloud-Geschäft ist AWS zwar der stärkste Anbieter und hält einen Marktanteil von rund einem Drittel. Aber mit Microsoft und Google gibt es durchaus starke Mitbewerber, was die Kartellrechtler beruhigen dürfte.

    Wenn überhaupt, dann können Staatsanwälte und Wettbewerbshüter im Bereich des Onlinehandels angreifen. Auch in Deutschland hat das Bundeskartellamt vor einer Woche ein Verfahren gegen Amazon eingeleitet, um dessen Marktposition zu prüfen. 

    Auch vor diesem Hintergrund macht der MGM-Deal Sinn: Wenn Amazon in Zukunft seinen Prime-Kunden dank des Hollywood-Studios auch noch sämtliche James-Bond-Filme und zahlreiche Serien anbieten kann, dann bleiben sie dem Angebot eher treu – und mögliche Zugeständnisse an die unabhängigen Händler lassen sich so auch leichter verschmerzen.

    Mehr: Berlin und Brüssel rangeln um Aufsicht über die Digitalriesen

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