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Kommentar Die Klage gegen Fiat zeigt: US-Gewerkschaften sind mit deutschen kaum vergleichbar

General Motors fordert von den Italienern Milliarden wegen mutmaßlicher Bestechung. Die Klage erinnert an die dunkle Vergangenheit der US-Gewerkschaften.
24.11.2019 - 14:48 Uhr Kommentieren
General Motors fordert eine Milliardenentschädigung von dem italienischen Autohersteller. Quelle: AP
Fiat-Logo

General Motors fordert eine Milliardenentschädigung von dem italienischen Autohersteller.

(Foto: AP)

Der Vorwurf klingt unglaublich: General Motors hat Fiat-Chrysler (FCA) wegen der Korrumpierung von Gewerkschaftsvertretern auf Milliarden verklagt. Weil FCA seine Arbeitnehmervertreter bestochen habe, könne der US-Konzern zu acht Dollar weniger pro Stunde produzieren als GM.

Für diesen ungerechten Wettbewerbsvorteil soll der italienisch-amerikanische Autobauer nun zahlen. Tatsächlich haben sich bereits drei Ex-Gewerkschafter für schuldig bekannt und sitzen im Gefängnis.

Die Nachrichten aus Detroit erinnern an die dunkle Vergangenheit der US-Gewerkschaften. In den USA haben diese nicht nur den Ruf als Interessenvertreter der Arbeiter. Sie haben auch eine lange Historie der Korrumpierung durch die organisierte Kriminalität. Vor allem die Gewerkschaften des Show-Business und der Hafenarbeiter waren im 20. Jahrhundert von Mafia-Familien unterwandert.

Natürlich hat es auch bei deutschen Gewerkschaften Bestechung gegeben. Bei Volkswagen haben Manager Betriebsräte ins Bordell eingeladen. Aber in den USA war Korruption lange an der Tagesordnung.

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    So erklärt sich auch die Aversion vieler US-Unternehmen gegen Gewerkschaften. In Deutschland stempelt man die US-Konzerne gern als kaltblütige Kapitalisten ab. Das mag zu einem gewissen Grad auch stimmen.

    Aber viele unterschätzen, wie mächtig Gewerkschaften in den USA sind. In Hollywood wird kein Film gedreht, wenn nicht alle am Set in der Gewerkschaft sind. In der Carnegie Hall gibt es oft keine Zugabe, weil die Beleuchter bei den Teamsters organisiert sind.

    US-Gewerkschaften sind auch nicht auf Kooperation, sondern vor allem auf Konfrontation aus. Das liegt auch daran, dass sie keinerlei Recht auf Mitbestimmung haben.

    Unter dem Fiat-Chrysler-CEO Sergio Marchionne hatte es so ausgesehen, als sei ihm das Wunder gelungen, mit den Arbeitnehmervertretern an einem Strang zu ziehen. Doch die jüngsten Skandale legen nahe, dass er sie einfach bestechen ließ. Ganz wie früher.

    Mehr: Im Dieselskandal wehren sich immer mehr Mercedes-Kunden. Daimler droht eine Sammelklage – und eine für die Branche weitreichende Entscheidung durch den EuGH.

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