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Kommentar Die komplette Digitalisierung wird es nicht geben

Die virtuelle Arbeitswelt ist nicht nur wegen der Coronakrise praktisch. Doch der Mensch sehnt sich mehr denn je nach dem persönlichen Austausch.
04.05.2020 - 15:38 Uhr Kommentieren
Durch die Coronakrise müssen viele Angestellte momentan vom eigenen Schreibtisch aus arbeiten. Quelle: Imago
Arbeitsplatz im Homeoffice

Durch die Coronakrise müssen viele Angestellte momentan vom eigenen Schreibtisch aus arbeiten.

(Foto: Imago)

In der Coronakrise verhält es sich wie in anderen Krisen: Es tauchen ständig Experten auf, die genau zu wissen meinen, wie die Welt danach aussehen wird. Das ist tröstlich, denn immerhin glauben die Experten an ein wie auch immer geartetes Weiterleben. Andererseits ist höchste Vorsicht angebracht, wenn jemand die Zukunft zu kennen meint. Man weiß ja, wie das mit den Prognosen über ebendiese ist.

Nun ist seit Verkündung des Lockdowns im März in einer wachsenden Zahl von Beiträgen zu lesen, dass uns die absolute Digitalisierung bevorsteht. Warum noch ins Büro fahren, wenn das Homeoffice seinen Härtetest bestanden hat? Warum noch in physischen Meetings treffen, wenn man die Annehmlichkeiten von Zoom und Co. schätzen gelernt hat?

Warum noch in die Läden gehen, wenn selbst der größte Skeptiker gezwungenermaßen nun die Vorzüge des Onlinehandels kennt? Warum noch zum Kunden fahren, wann man den hervorragend auch virtuell bedienen kann?

Die Entgegnung lautet: Es wird keine komplette Umstellung auf das Digitale geben, erst recht nicht dort, wo das Zwischenmenschliche wichtig bleibt, das in der Coronakrise wohl noch an Wertschätzung gewonnen hat. Aktuell hört man in fast allen virtuellen Gesprächen und Interviews den Satz: „Ich freu mich schon sehr darauf, Sie/dich bald wieder mal persönlich zu treffen.“ Das ist keine Höflichkeitsformel, sondern ehrlicher Wunsch.

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    Kein Mensch kann und soll zu 100 Prozent im Homeoffice arbeiten, denn der persönliche Austausch mit Kollegen und Chefs ist fürs berufliche Befinden wichtig und ermöglicht erst, dass so etwas wie eine Firmenkultur entsteht. Der Flexibilität des Homeoffice steht der erlebte Wahnsinn eines total durchmischten Berufs- und Privatlebens entgegen.

    Der Mensch ist ein soziales Wesen

    Niemand will sich ernsthaft nur noch in virtuellen Meetings mit Kunden und Mitarbeitern austauschen. Es fehlen Erlebnis, Blick, Reaktion, Atmosphäre, Witz, Spannung – all dies sagt oft mehr als das eigentlich Gesagte. Und wer in den vergangenen Wochen den Paket-Irrsinn mit wochenlangen Lieferfristen erfahren hat, weil die Welt nur noch im Internet bestellt, der wird auch das persönliche Einkaufserlebnis im Laden um die Ecke wieder zu schätzen wissen.

    Man kann diese Argumentation mit den eigenen Waffen schlagen, denn es handelt sich ja auch nur um eine der im ersten Absatz dieses Textes gescholtenen Prophezeiungen. Und keine Frage: Corona kann ein Treiber sein für das, was sich die Firmen in Sachen Digitalisierung ihrer Prozesse vorgenommen haben. Aber eines bleibt auch in der Post-Corona-Welt so: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Und als solches will er leben.

    Mehr: Corona wird die Bürowelt verändern.

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