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Kommentar Die Korruption bei Gazprom ist ein Sicherheitsrisiko für Europa

Wer aus dem Westen mit Gazprom zusammenarbeitet, sollte gewarnt sein. Denn der Konzern ist einer der korruptesten Russlands, wie der jüngste Skandal zeigt.
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Der Gaskonzern ist für die Energieversorgung Europas entscheidend. Quelle: dpa
Gazprom

Der Gaskonzern ist für die Energieversorgung Europas entscheidend.

(Foto: dpa)

Über eineinhalb Jahrzehnte lang haben Alexander Medwedjew und Waleri Golubew als Vorstandsvizes beim weltgrößten Gaskonzern Gazproms Geschicke im Ausland und auf dem Inlandsmarkt geleitet. Ihre plötzliche Abberufung, die auch noch ohne den in solchen Fällen üblichen überschwänglichen Dank für die geleistete Arbeit erfolgte, wirft ein Schlaglicht auf die Lage des Kreml-Konzerns.

Wieder einmal erschüttert ein Korruptionsskandal den Energiekonzern Gazprom. Gaslieferungen für umgerechnet 415 Millionen Euro soll der russische Senator Rauf Araschukow veruntreut und sogar einen zweifachen Mord in Auftrag gegeben haben. Araschukow war selbst früher bei Gazprom, und sein Vater Raul gilt als ungekrönter Erdgas-König des Kaukasus. Er ist Berater des Chefs des für Gazproms Inlandsgeschäft zuständigen Konzerns Meschregiongas.

Der Fall zeigt einmal wieder, wie sehr Gazprom noch immer von Seilschaften und Clans ausgeplündert wird und Aktionärsinteressen mit Füßen getreten werden. Während Gazproms Freunde in westlichen Firmenzentralen die Ukraine als Transitland als korrupt bezeichnen, drücken sie vor der allseits grassierenden Korruption und Abzweigungsmentalität im Gazprom-Konzern die Augen zu.

Dabei sind das echte Sicherheitsrisiken. Denn Gazprom soll immer stärker zu Europas Versorgungsader werden – wie die Pipelines Nord Stream und Turkish Stream belegen.

Gazprom gilt Experten zusammen mit dem ebenso mehrheitlich staatlich kontrollierten Ölkonzern Rosneft und der Staatsbahn RZD als korruptestes Unternehmen des Riesenreichs. Wer aus dem Westen mit ihnen zusammenarbeitet, sollte gewarnt sein.

Dass Gazprom-Chef Alexej Miller nun mit der Entlassung der Topmanager entschlossen gegen die Korruption im Konzern durchgreift, darf bezweifelt werden. Die Führung von Meschregiongas bleibt ungeschoren im Amt. Gehen müssen nur zwei alte Männer, Rivalen von Putin-Intimus Miller.

Mehr: Trotz Drohungen der USA treibt Gazprom den Bau von Nord Stream 2 weiter voran. Lesen Sie hier mehr.

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3 Kommentare zu "Kommentar: Die Korruption bei Gazprom ist ein Sicherheitsrisiko für Europa"

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  • Auch wenn es kaum einer schreiben oder gar hören will, die Korruption ist in allen Ebenen sowohl in Deutschland als auch in der EU bereits vorhanden und feiert fröhliche "Urständ"!!
    Also:
    Wer mit den Hunden schläft,
    wacht mit den Flöhen auf.

  • ... hört sich irgendwie nach Russland bashing an ... geht wohl darum die wichtige Nord Stream 2 Pipeline zu diskreditieren!
    Übrigens finde ich es sehr gut, dass es sowohl die Nord Stream 2 als auch LNG aus Amerika für Europa gibt! Es ist immer sinnvoll im Hinblick auf die Versorgungssicherheit Versorgungsalternativen zu haben!

  • Für mich wären die Lieferungen von amerikanischen Gas ein viel höheres Sicherheitsrisiko. Gerade mit den jetzigen Präsidenten.