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Kommentar Die Ludwig-Erhard-Stiftung braucht mehr als einen neuen Vorsitzenden

Der Rückzug von Roland Tichy kommt keine Minute zu früh. Im besten Fall bringt jetzt eine Frau frischen Wind in die ehrwürdige Institution.
24.09.2020 - 12:33 Uhr 2 Kommentare
Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist eine ehrwürdige Institution in Deutschland. Sie pflegt des Ansehen des Vaters des Wirtschaftswunders und versucht, die Gedanken des früheren Wirtschaftsministers und Bundeskanzlers in die neue Zeit zu übertragen. Quelle: dpa
Logo der Ludwig-Erhard-Stiftung

Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist eine ehrwürdige Institution in Deutschland. Sie pflegt des Ansehen des Vaters des Wirtschaftswunders und versucht, die Gedanken des früheren Wirtschaftsministers und Bundeskanzlers in die neue Zeit zu übertragen.

(Foto: dpa)

Der Druck war zu groß. Roland Tichy, der langjährige Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung, gibt sein Amt ab. Das ist gut so. Der Reputationsschaden war einfach gewaltig. Da konnte man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist eine ehrwürdige Institution in Deutschland. Sie pflegt das Ansehen des Vaters des Wirtschaftswunders und versucht, die Gedanken des früheren Wirtschaftsministers und Bundeskanzlers in die neue Zeit zu übertragen.

Gerade in Zeiten, in denen der Staat immer übergriffiger wird, braucht es eine starke Stimme für Wettbewerb, Soziale Marktwirtschaft und privates Eigentum. Diese Stimme war zunehmend leiser geworden und hat sich auf Nebenkriegsschauplätze verlagert. Auch weil sich der Vorsitzende Roland Tichy und sein Stellvertreter, der frühere Grüne Oswald Metzger, immer mehr in Richtung Sektierertum entwickelten.

Wichtige politische Unterstützer waren auf dem Absprung. Darunter befinden sich Gesundheitsminister Jens Spahn und der Mittelstandspolitiker Carsten Linnemann, die ihre Mitgliedschaft ruhen lassen. Die Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär, ist sogar ausgetreten.

Der Grund für diese Entscheidung war laut Bär eine Publikation in dem Magazin „Tichys Einblick“, die frauenverachtende und in höchstem Ausmaß sexistische Äußerungen gegenüber ihrer Kollegin Sawsan Chebli enthalte. Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, und andere Spitzenökonomen sprangen Bär bei.

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    Es war nicht der erste Eklat. Bereits 2018 lehnte es Friedrich Merz ab, den Ludwig-Erhard-Preis entgegenzunehmen.

    Die Ex-FDP-Generalsekretärin wäre eine respektable Kandidatin für den Posten bei der Ludwig-Erhard-Stiftung. Quelle: dpa
    Linda Teuteberg

    Die Ex-FDP-Generalsekretärin wäre eine respektable Kandidatin für den Posten bei der Ludwig-Erhard-Stiftung.

    (Foto: dpa)

    Die Unionspolitiker müssen sich allerdings auch an die eigene Nase fassen. Bei der Besetzung des Vorstands 2014 war Tichy ihr klarer Favorit und der Verhinderungskandidat gegen den respektablen Kartellamtspräsidenten Bernhard Heitzer. Der war allerdings von der FDP, und das durfte damals nicht sein.

    Nun kommt es darauf an, dass ein frischer Wind in die Ludwig-Erhard-Stiftung weht. Spahn, Linnemann und Bär sollten wieder mitmachen und über Parteigrenzen hinweg die Stiftung neu aufstellen. Ein reiner Honoratiorenverein reicht im 21. Jahrhundert nicht aus, um Ludwig Erhards Denken ins Zeitalter der Digitalisierung zu übertragen. Es wäre auch mal ein starkes Zeichen, wenn eine Frau an die Spitze dieser Stiftung käme.

    Respektable Kandidatinnen gibt es. Man muss nur an Heike Goebel von der „FAZ“ oder Linda Teuteberg von der FDP denken. Ihnen ist zuzutrauen, diesen männerdominierten Verein zu modernisieren. Und das braucht er dringend.

    Mehr: Roland Tichy gibt den Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung ab.

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    2 Kommentare zu "Kommentar : Die Ludwig-Erhard-Stiftung braucht mehr als einen neuen Vorsitzenden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich kann Harald Schweda nur zustimmen. Diese Stiftung braucht niemand außer ganz wenigen Personen und Unternehmen, die ohnehin genug Geld haben, um maßgeblichen Einfluss/Druck auf die Politik auszuüben. Das gilt ebenso für solche Organisationen wie Stiftung Marktwirtschaft, Stiftung Familienunternehmen oder den "Berufsverband" CDU-Wirtschaftsrat. Geldsammelstellen für Lobbyismus in seiner unverfrorensten Art.

    • Die 75 Figuren finden sicher auch noch einen anderen Kungelclub, resp. haben schon deren mehrere.
      Die pseudo-gemeinnützigen Stiftungen dieser Art gehören kassiert.
      Wo hatte Erhard das Geld her? Aus seiner Kanzler-Pension? So lange war er 1967 noch gar nicht im Ruherstand.
      Oder hatte er noch Vermögen aus dem III. Reich von der Reichsgruppe Industrie hinübergerettet?
      Irgendwo ist die Geldwäsche ja in D ein Traditionssport.

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