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Kommentar Die Maaßen-Debatte zeigt: Kramp-Karrenbauer fehlt politisches Gespür

Mit der Debatte über den Ausschluss von Maaßen erweist die CDU-Chefin ihrer Partei einen Bärendienst. Die CDU droht ihren Status als Volkspartei zu verlieren.
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AKK: Annegret Kramp-Karrenbauer fehlt das politische Gespür Quelle: ddp images/Alexander Flocke
Annegret Kramp-Karrenbauer

Kurz vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland hat die CDU-Vorsitzende eine umstrittene Debatte angestoßen.

(Foto: ddp images/Alexander Flocke)

Eine große Schwäche der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer ist ihr fehlendes politisches Gespür. Mit der wenig souveränen Reaktion auf das Rezo-Video hatte sie im Frühjahr viele potenzielle Jungwähler verprellt, die jetzt ihr Kreuz wohl doch lieber wieder bei den Grünen als bei der Union machen.

Und jetzt – zwei Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg – tritt AKK mit einer ungeschickten Interviewäußerung über einen möglichen Parteiausschluss von Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen eine Debatte los, die weitere unzufriedene Unionswähler in die offenen Arme der AfD treiben wird. Hilfe von der Bundespartei hatten sich die CDU-Wahlkämpfer im Osten sicher anders vorgestellt.

Die Arroganz und Besserwisserei des Merkel-Kritikers Maaßen, der sich nach seinem Rauswurf aus dem Amt vor allem aufs Nachtreten verlegt, sind mitunter schwer erträglich. Der ungebetene Rat an die Sachsen-CDU, sich rechts der Bundespartei zu positionieren, vertieft die ohnehin immer deutlicher spürbare Spaltung der Union.

Aber CDU-Mann Maaßen kann für sich in Anspruch nehmen, die Stimme all derer zu sein, die sich in dem seit Jahren eingeschlagenen Linkskurs der CDU nicht mehr wiederfinden. Die die starke Hand des Rechtsstaats vermissen, die einst zum Markenkern der Unionsparteien gehörte.

Soll das Credo von CSU-Übervater Franz Josef Strauß, dass es rechts der Union keine demokratisch legitimierte Partei geben darf, eines Tages wieder Wirklichkeit werden, dann muss die CDU die Querschüsse eines Hans-Georg Maaßen aushalten.

Mehr noch: Wenn sie nicht weiter Wähler an die AfD verlieren will, muss sie die Sorgen und Ängste der Bürger, die Maaßen artikuliert, ernst nehmen und überzeugende Antworten liefern. Gelingt das nicht, droht nach der SPD auch die CDU ihren Status als Volkspartei zu verlieren, die einem breiten Meinungsspektrum eine politische Heimat gibt.

Mit der ohne Not losgetretenen Parteiausschlussdebatte kann der Ex-Verfassungsschützer nun noch stärker in seiner sauertöpfischen Märtyrerrolle aufgehen. Sie sehe bei Herrn Maaßen keine Haltung, die ihn mit der CDU noch wirklich verbinde, sagte Kramp-Karrenbauer.

Dabei geht es vielen Bürgern eher so, dass sie nicht mehr wissen, was sie mit der CDU verbinden sollen. Mit einer Union, die in der Klimapolitik den Grünen nacheifert, sich die Sozialpolitik von einer schwachen SPD diktieren lässt und die innere Sicherheit zum Spielfeld für Rechtspopulisten macht.

Die CDU-Chefin muss rasch verdeutlichen, wofür die Partei stehen will. Sonst ist ihre Zeit womöglich schon bald abgelaufen. Um das zu erkennen, braucht es nicht einmal besonders viel politisches Gespür.

Mehr: In Sachsen, Thüringen und Brandenburg könnte die AfD bei den Landtagswahlen sehr stark abschneiden. Dabei wählen viele die Partei mehr aus Frust als aus Überzeugung.

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4 Kommentare zu "Kommentar: Die Maaßen-Debatte zeigt: Kramp-Karrenbauer fehlt politisches Gespür"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Unsere (Kriegs-)Generation hat erfahren müssen, welchen Kampf man führen muss, um eine Familie am Leben zu halten. Die Parteien in Deutschland wussten das damals auch. Sorgen und Arbeiten für die Zukunft der eigenen Kinder, was man dazu braucht scheint in dem 4-jahres-Denkrythmus der Parteikämpfe verloren gegangen zu sein. Das zu besorgen wäre christliche Verantwortung für die Fremden und gleichzeitig für die Menschen in unserem Land.

  • Schlechter als bei Merkel kann es gar nicht mehr werden.

  • Sehr geehrter Herr Specht,
    eine gute Beurteilung der Lage in der CDU bis auf Ihre offensichtlich sehr persönliche Beurteilung von Herrn Maaßen. Fakten als Besserwisserei abzutun hat schon Geschmäckle.

  • Mit AKK geht die CDU langfristig den Weg der SPD in die Bedeutungslosigkeit.
    Jede/r wird so lange befördert bis er/sie die Position hat in der er/sie seine absolute Unfähigkeit beweisen kann, AKK hat diese Position erreicht. Zur Parteivorsitzenden wurde sie nur durch das Strippenziehen von Merkel. Nur in eine Position zu kommen und diese dann auszufüllen sind zwei Paar Stiefel. Das zweite Paar sind für AKK zu groß
    Der Schachzug AKK ins Kabinett zu holen macht dies nur noch für alle sichtbarer. Als Verteidigungsministerin kann sie nicht mehr viel kaputt machen, die Bundeswehr ist bereits von ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen / CDU ruiniert worden.

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