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Kommentar Die Macht des Wandels wirkt auch in der Türkei

Präsident Erdogan hat seinen Zenit überschritten. Er hat allerdings noch nicht bemerkt, dass es mit seiner Präsidentschaft zu Ende geht.
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Der Präsident der Türkei verliert den Rückhalt in seinem Land. Quelle: Reuters
Recep Tayyip Erdogan

Der Präsident der Türkei verliert den Rückhalt in seinem Land.

(Foto: Reuters)

Recep Tayyip Erdogan hat vielen Politikern voraus, dass er gesellschaftliche Stimmungen blitzschnell spürt und darauf reagiert. Doch beim wichtigsten Thema versagen seine Sinne: wenn es um ihn selbst geht.
Für Erdogan selbst wird bald alles „noch schöner“, wie er am Sonntag einer Oppositionsanhängerin zurief. Ihm reicht es zu gewinnen – der Rest ergibt sich demnach wie von selbst.

Doch nach der Annullierung einer Wahl, erheblichen wirtschaftlichen Problemen und einem Reformstau kippt die Stimmung gegen den türkischen Präsidenten. Allein, er hat es noch nicht bemerkt.

Der politische Underdog Erdogan zog lange die Massen an und hatte viele gute Ideen. Dazu zählen religiöse Freiheiten, Wirtschaftsreformen und mehr Rechte für Kurden.

Doch jetzt schlägt die Opposition Erdogan mit ihren eigenen Waffen. Säkulare, Linke, Nationalliberale und Kurden haben eine fragile Koalition gebildet, die ein Ziel eint: der Machtwechsel im Land. Bei den Kommunalwahlen verlor die AKP dadurch mehrere Großstädte.

Erdogan sieht nicht ein, dass er nicht mehr der einzige Heilsbringer für ein Land ist, das wegen vieler gesellschaftlicher Probleme sich lange Jahre selbst gehemmt hatte. Er hatte daran gearbeitet, diese Spaltung zu überwinden, zu großen Teilen mit Erfolg.

Doch sein Machttrieb führt jetzt dazu, dass er die neuen Probleme des Landes nicht erkennt: Die Wirtschaft stagniert, die Gesellschaft spaltet sich auf. Und inmitten geopolitischer Spannungen spielt Erdogan regelmäßig mit dem Feuer, obwohl er als islamisch geprägter Staatschef ein guter Mediator wäre.

Wenn Erdogan nicht bald merkt, dass er seinen Zenit überschritten hat, dann werden die Wähler es ihm Ende Juni erneut zeigen. Dann wird die Bürgermeisterwahl in Istanbul wiederholt. Es sieht nach einem erneuten Sieg der Opposition aus. Erdogan sollte darauf reagieren, statt den unantastbaren Präsidenten zu spielen. Der Wechsel im Land hat längst begonnen.

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