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Kommentar Die Masern-Impflicht ist ein richtiger Schritt

Impfgegner sind eine große Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Am Mittwoch soll nun die Masernimpflicht kommen – und das ist auch gut so.
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Auch bei Erwachsenen gibt es Lücken beim Impfschutz. Quelle: dpa
Impfpass

Auch bei Erwachsenen gibt es Lücken beim Impfschutz.

(Foto: dpa)

Die Impfskepsis ist ein Virus, das auch Deutschland befallen hat. Durch das Internet ist ein neuer, wirkmächtiger Infektionsweg entstanden. Die Argumente, die dort zirkulieren, sind oft nah dran an der Verschwörungstheorie: Impfstoffe würden giftige Substanzen enthalten, Autismus verursachen oder Allergien auslösen. Ohnehin gehe es nur um Profitinteressen der Pharmaindustrie.

Impfschutz gegen hochansteckende Infektionskrankheiten ist keine Privatangelegenheit – erst recht nicht, wenn kleine Kinder betroffen sind. Wenn Teile der Bevölkerung hier ihrer Verantwortung nicht nachkommen, ist der Gesetzgeber gefordert. Die Masern-Impfpflicht, die das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließt, ist deshalb der richtige Weg.

Die wissenschaftlichen Belege sind eindeutig: Die Einführung der Schluckimpfung gegen Kinderlähmung Anfang der 1960er-Jahre hat dazu geführt, dass diese Krankheit in Deutschland praktisch nicht mehr vorkommt. Auch die Masern wurden erfolgreich zurückgedrängt. Bei dieser Infektionskrankheit, die in manchen Fällen zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen führen kann, gab es zuletzt wegen Impflücken aber immer wieder größere Ausbrüche.

Das Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn sieht vor, dass alle Kinder beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die Schutzimpfung gegen Masern nachweisen müssen. Das gilt auch für Erzieher, Lehrer und anderes Personal in diesen Einrichtungen. Nicht geimpfte Kinder können vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen werden. Eltern, die schulpflichtige Kinder nicht impfen lassen, drohen Bußgelder von bis zu 2.500 Euro.

Das Gesetz sollte auch Anlass für jeden Erwachsenen sein, den eigenen Impfstatus zu überprüfen. Denn hier sind die Schutzlücken noch viel größer als bei Kindern. Die Weltgesundheitsorganisation führt das Vermeiden oder Verzögern von Impfungen mittlerweile als globale Gesundheitsgefahr.

Mehr: Zeitgleich will Jens Spahn die digitale Gesundheitsvorsorge vorantreiben – zum Beispiel mit einer App auf Rezept.

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