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Kommentar Die Maskenpflicht am Arbeitsplatz in Frankreich ist gut – aber sie reicht nicht

Das verpflichtende Tragen des Mundschutzes darf kein Feigenblatt für die Untätigkeit der Regierung anderswo bei der Infektionsbekämpfung sein.
01.09.2020 - 16:49 Uhr Kommentieren
In französischen Unternehmen gilt eine Maskenpflicht. Quelle: AFP
Büro in Lyon

In französischen Unternehmen gilt eine Maskenpflicht.

(Foto: AFP)

Maske auf in allen geschlossenen und geteilten Räumen, heißt es seit Dienstag in den französischen Unternehmen. Die allgemeine Pflicht löst ein weniger striktes Corona-Protokoll ab, das seit dem Ende des Lockdowns in den Betrieben galt. Die Regierung kommt mit ihrer Entscheidung der dringenden Aufforderung von Ärzten und Epidemiologen nach, die sie zum Handeln gedrängt haben.

Denn die Frage, ob in Frankreich eine zweite Covid-19-Welle droht, kann mittlerweile als weitgehend beantwortet gelten: Die Zahl neuer positiv Getesteter pro 100.000 Einwohner und Woche liegt derzeit wieder auf dem Niveau vom März, als in mehreren Regionen Frankreichs die Krankenhäuser überlastet waren. Allerdings ist die Lage in den Hospitälern derzeit noch deutlich entspannter.

Seit dem 1. September müssen deshalb in allen geschlossenen Räumen von Unternehmen, in denen sich mehr als eine Person aufhält, Masken angelegt werden. Egal ob Versammlungsraum, Korridor oder Großraumbüro – die Abdeckung ist Pflicht. Nur in Einzelbüros darf ein Angestellter unverhüllt arbeiten.

Gewissheit für Arbeitnehmer

Für Unternehmen und Arbeitnehmer schafft der obligatorische Mund-Nasen-Schutz am Arbeitsplatz mehr Klarheit und Rechtssicherheit. Jeder Arbeitgeber weiß jetzt, woran er ist, was beim bislang geltenden Protokoll mit seinen vielen Ausnahmen nicht unbedingt der Fall war. Und die Arbeitnehmer haben die Gewissheit, dass sie von ihrem Unternehmen die kostenlose Bereitstellung der Masken verlangen können.

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    Eine andere Frage aber ist, ob die Tragepflicht den Kampf gegen das Virus wirklich deutlich voranbringt. Die Hälfte aller Infektionsherde in französischen Unternehmen entfällt auf eine sehr spezielle und zahlenmäßig beschränkte Art von Betrieben, nämlich Schlachthöfe und große Farmen des Obst- und Weinbaus. In beiden Fällen arbeiten die Beschäftigten, manchmal Wanderarbeitnehmer, die mit dem Erntezyklus weiterziehen, unter großer körperlicher Anstrengung auf engem Raum zusammen.

    Soweit es um Schlachthöfe geht, ist der möglicherweise unzureichende Luftaustausch ein Einfalltor für das Virus. Hinzu kommt, dass die Arbeiter in Billigunterkünften zusammengepfercht sind, die häufig alles andere als vorbildlich sind, was Hygienemaßstäbe angeht.

    Sicher kann es einen Beitrag zur Risikominderung leisten, wenn eine Regierung unterschiedslos in allen Unternehmen die Beschäftigten zwingt, eine Maske zu tragen. Ihre Pflicht getan hat sie damit allerdings längst nicht.

    Die Infektionswellen auch in anderen Ländern in diesem Sommer haben gezeigt, dass die meisten Fälle dort auftreten, wo in großer Enge und unter grenzwertigen Umständen gearbeitet wird. Dort müssen die Zustände verbessert werden, was allerdings aufwendiger ist als eine allgemeine Trageanordnung. Die Maske darf nicht zum Feigenblatt werden. 

    Mehr: Was Japan in der Coronakrise besser macht.

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