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Kommentar Die Megafusion allein reicht für Linde nicht – für den Erfolg braucht es mehr

Der Zusammenschluss von Linde und Praxair ist eine der wenigen Großfusionen, die Wert geschaffen haben. Doch in der nächsten Phase muss der Gasekonzern Wachstumsstrategien entwickeln.
29.12.2020 - 17:16 Uhr Kommentieren
Nach der Fusion mit Praxair hat sich der neue Konzern in der Coronakrise sehr stabil entwickelt. Quelle: dpa
Gasbehälter von Linde

Nach der Fusion mit Praxair hat sich der neue Konzern in der Coronakrise sehr stabil entwickelt.

(Foto: dpa)

München Als sich einst Daimler und Chrysler zusammenschlossen, war das für Jürgen Schrempp eine „Hochzeit im Himmel“. Heute gilt der Megadeal nur noch als Bestätigung für die These, dass Großfusionen meist keine Werte schaffen. Zu viele Projekte sind an der schwierigen Integration gescheitert. Auch Daimler und Chrysler sind längst wieder getrennt. Geblieben ist allein Schrempps Bonmot.

Zugegeben: Linde und Praxair hatten es bei ihrer Fusion einfacher. Die Industriegasebranche ist längst nicht so egogetrieben wie die Autoindustrie. Es mussten auch nicht zwei sehr unterschiedliche Produktpaletten unter einen Hut gebracht werden. Sauerstoff von Linde unterscheidet sich nicht von Praxair-Sauerstoff. Auch die Unternehmenskulturen waren ähnlich – regional aber ergänzten sich die Konzerne gut.

Auch wenn die Voraussetzungen günstiger waren, ist Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle und CEO Steve Angel eine erstaunlich geräuschlose Integration gelungen. Die so heftig umkämpfte Fusion kann – Stand heute – als mustergültig gelten. Die Gewinne steigen, der Aktienkurs hat deutlich zugelegt. Bislang ist der Industriegasespezialist ausgesprochen robust durch die Coronakrise gekommen.

Die ersten zwei Phasen – Zusammenschluss und Integration – hat Linde nun weitgehend gemeistert. Doch viel einfacher wird die dritte nicht. In den vergangenen Jahren hat sich der neue Konzern – mit gutem Grund – auf die Integration konzentriert. Dabei gelang es Angel, wie schon zuvor bei Praxair, die Margen mit striktem Kostenmanagement trotz des widrigen Umfelds in vielen Bereichen weiter zu verbessern.

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    Doch in den kommenden Jahren wird das nicht reichen, um die Börsenstory fortzuschreiben. Irgendwann lassen sich die Kostenschrauben nicht mehr weiter drehen.

    Linde braucht neue Geschäftsfelder

    Linde muss wieder stärkere unternehmerische und strategische Visionen entwickeln – und so eine Innovations- und Wachstumsstory schreiben. Als Reitzle noch Vorstandschef der damals deutschen Linde war, gab es einige langfristige Ansätze, die mal mehr, mal weniger konsequent vorangetrieben wurden, vom Thema Wasserstoff bis hin zu Schiffen, auf denen Erdgas verflüssigt werden sollte.

    Nicht alles davon wurde weiterverfolgt, die Reinigungskette „Fred Butler“ zum Beispiel stellte Linde wieder ein. Doch es war richtig, in neue Geschäftsfelder zu investieren, auch wenn der Return noch in etwas fernerer Zukunft liegt.

    Auch die neue Linde sollte langfristige Zukunftsstrategien entwickeln. Beim Thema Wasserstoff zum Beispiel liegen große Chancen für den Konzern. Dann kann auch die dritte Phase der Fusion ein Erfolg werden.

    Mehr: Deutsche Konzerne erhoffen sich Milliardengeschäfte mit Wasserstoff.

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