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Kommentar Die Mietpreisregulierung verringert das Kurspotenzial der Wohnungskonzerne

Nach der Verlängerung der Mietpreisbremse ist fraglich, wo bei Immobilienkonzernen noch Wachstum herkommen soll. Die Fantasien sind vorerst begrenzt.
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Wohnkonzerne wollten einer neuen Regulierung zuvorkommen. Quelle: dpa
Wohnraum in Berlin

Wohnkonzerne wollten einer neuen Regulierung zuvorkommen.

(Foto: dpa)

Die Regierungskoalition hat ein neues Wohnungspaket auf den Weg gebracht. Die Mietpreisbremse wird verlängert. Der Mietspiegel, die Referenz für Mieterhöhungen in angespannten Märkten, wird wegen neuer Berechnungsverfahren künftig langsamer steigen. Das trübt langfristig die Geschäftsaussichten von Wohnimmobilienkonzernen.

Für die Wohnkonzerne bedeutet das neue Paket nichts anderes, als dass sie vergeblich die Politik umgarnt haben. Mit unterschiedlichsten Maßnahmen hatten die Branchengrößten Vonovia und Deutsche Wohnen versucht, neuer Regulierung zuvorzukommen. Vonovia warb mit einer Bleibegarantie für Mieter über 70 und einem selbst auferlegten Mietendeckel in Berlin.

Deutsche Wohnen verordnete sich einen teilweisen Mietendeckel: Mieterhöhungen sollen nicht dazu führen, dass Haushalte mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Seitdem Pläne für einen Berliner Mietendeckel bekannt wurden, brach der Kurs von Deutscher Wohnen um ein Viertel ein.

Als das Bundesverfassungsgericht jetzt die Mietpreisbremse als verfassungsgemäß einstufte, rutschten die Aktien von Vonovia, Deutscher Wohnen, LEG und TAG ins Minus. Obwohl alle Konzerne noch Mieterhöhungspotenziale ausweisen, bleibt mit zunehmender Regulierung die Frage, wie viel sich davon realisieren lässt.

Fragt sich, wo noch Wachstum herkommen soll. Zukäufe in Deutschland gelten inzwischen als überteuert. Alternative Einnahmequellen – vom Portfolio-Aufbau in Schweden (Vonovia) bis zum Pflegemarkt (Deutsche Wohnen) – brauchen Jahre, bevor sie große Teile des Gewinns beisteuern, wenn überhaupt. Die Fantasien sind vorerst begrenzt. Dass sich die Aktien in den kommenden Monaten besser schlagen könnten als der Gesamtmarkt, weil Einnahmen aus der Wohnungsvermietung auch in konjunkturell schwachen Zeiten als Stabilitätsgarant gelten, ist dabei allenfalls ein schwacher Trost.

Mehr: Die Große Koalition will neue Erleichterungen für Mieter und Käufer von Immobilien durchsetzen. Grüne, FDP und einige Verbände sind enttäuscht – doch aus unterschiedlichen Gründen.

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