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Kommentar Die Milliarden-Übernahme von Infineon ist richtig – und auch für Deutschland wichtig

Der Kauf von Cypress Semiconductor durch den Dax-Konzern stößt bei Anlegern auf Skepsis. Doch der Plan von Infineon-Chef Reinhard Ploss könnte aufgehen.
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Die Übernahme von Cypress Semiconductor durch Infineon ist richtig Quelle: Reuters
Reinhard Ploss

Wenn die Pläne des Konzernchefs aufgehen, wird Infineon nicht nur deutlich größer, sondern auch wesentlich profitabler, und es bieten sich bessere Wachstumschancen.

(Foto: Reuters)

Für die Anleger war es ein Schock. Der Aktienkurs von Infineon brach am Montagmorgen gleich zum Handelsstart ein. Kurz zuvor hatte Vorstandschef Reinhard Ploss die neun Milliarden Euro schwere Übernahme des Halbleiterherstellers Cypress verkündet.

Die harsche Reaktion der Börse sollte dem Manager aber egal sein. Denn der Kauf des Konzerns aus dem Silicon Valley ist richtig.

Wenn die Pläne von Ploss aufgehen, wird Infineon nicht nur deutlich größer, sondern auch wesentlich profitabler, und es bieten sich bessere Wachstumschancen. Das ist noch nicht alles.

Die Akquisition wird der ehemaligen Siemens-Sparte in der gesamten Halbleiterbranche deutlich mehr Gewicht verleihen. Nach vielen Jahren wird endlich wieder ein deutscher Konzern unter die zehn größten Chiphersteller vorrücken.

Die Transaktion ist im Sinne des ganzen Landes. Denn Halbleiter sind so wichtig wie nie. Ohne die elektronischen Bauteile hebt kein Flugzeug ab, startet kein Auto, und nicht einmal die Waschmaschine läuft. Mit dem autonomen und elektrischen Fahren sowie der zunehmend vernetzten Welt wird die Bedeutung noch zunehmen.

Auf diesem strategisch kritischen Gebiet war Deutschland bislang viel zu wenig vertreten. Mit der Akquisition ändert sich das. Wenngleich die USA bei den Chips weiter den Ton angeben werden, so ist ein deutscher Anbieter zumindest wieder auf der Landkarte zu erkennen.

Die Reaktion der Investoren ist natürlich nicht unbegründet. Infineon zahlt einen saftigen Aufpreis von fast der Hälfte auf den Aktienkurs von Cypress, gemessen zum Zeitpunkt, bevor die Gerüchte über einen Verkauf aufkamen.

Ungewöhnlich viel ist das aber nicht. Schon einmal hat Ploss einen US-Wettbewerber geschluckt und fast geräuschlos integriert.

Wenn ihm das in den nächsten ein, zwei Jahren auch mit Cypress gelingt, hat der 63-Jährige zum Ende seiner Karriere Großes geleistet: für Infineon sowie die Zukunft einer Schlüsseltechnologie in Deutschland.

Mehr: Der Dax-Konzern stemmt die bedeutendste Übernahme der Unternehmensgeschichte – Infineon kauft den US-Speicherhersteller Cypress Semiconductor.

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