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Kommentar Die Monsanto-Krise ist für Bayer eine Chance

Die Affäre um Spitzel-Listen bei Monsanto wird zur Bewährungsprobe. Bayer kann jetzt zeigen, dass der Konzern es mit seinen Prinzipien ernst meint.
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Der Bayer-Chef betont immer wieder die Führungsrolle seines Unternehmens. Quelle: AP
Werner Baumann

Der Bayer-Chef betont immer wieder die Führungsrolle seines Unternehmens.

(Foto: AP)

Bei Fusionen von Firmen gibt es eine große Unbekannte: Wie gut passen die Kulturen beider Organisationen zusammen – und sind sie überhaupt unter ein Dach zu bringen? Die Antworten entscheiden nicht selten über Wohl und Wehe des Projekts.

Bei der Übernahme von Monsanto durch Bayer war dies von Beginn an eine der größten Herausforderungen: hier die gut beleumundeten und eher zurückhaltenden Leverkusener, dort die selbstbewusst und teils aggressiv auftretenden Amerikaner mit ihrem schlechten Ruf. Kann das gut gehen?

Der Umgang mit der nun schwelenden Affäre um die von Monsanto geführten Kritiker-Listen und die Aufklärung der Vorwürfe werden auf diese Frage Antworten geben. Es ist die erste öffentlich zu verfolgende Bewährungsprobe für Bayers Führungsversprechen: Vom ersten Tag des Übernahmeprojekts an unterstrich Vorstandschef Werner Baumann, dass das kombinierte Geschäft nach den bei Bayer üblichen Prinzipien geführt werden wird.

Heißt umgekehrt, dass er einige Praktiken von Monsanto ablehnt. Bayer verspricht einen anderen Auftritt bei den Kunden in der Landwirtschaft ebenso wie einen offenen und sachlichen Dialog mit der kritischen Öffentlichkeit.

Die Bayer-Führung muss beweisen, dass sie es damit ernst meint. Die Listen-Affäre ist zwar unangenehm, doch sie ist eine Chance: Der Konzern kann hier beispielhaft zeigen, wie er mit den von Monsanto ausgelösten Krisen umzugehen gedenkt – es wird ja bestimmt nicht die letzte sein. Bayer kann hier klar und deutlich agieren und hat vor allem den Prozess selbst in der Hand – anders als bei den Glyphosat-Gerichtsverfahren.

Diese Chance muss das Management nutzen, um Vertrauen zurückzugewinnen. Es darf auch nicht vor personellen Konsequenzen zurückschrecken. Nicht nur in diesem Fall, sondern im gesamten Integrationsprozess ist der Austausch von Führungspersonal das beste Mittel für kulturellen Wandel, wenn alle guten Worte nicht helfen.

Mehr: Corporate-Governance-Anwalt Jan Bauer meint, dass Bayer die verschiedenen Firmenkulturen unterschätzt hat. Das komplette Interview mit ihm lesen Sie hier.

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