Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die mutlose deutsche Autoindustrie überlässt Uber das Feld

Der US-Fahrdienst nimmt deutsche Konkurrenten wie Car2Go oder Free Now gar nicht wahr. Das sagt viel über deren fehlenden Risikobereitschaft aus.
Kommentieren
Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen Milliardenverlust verbucht. Quelle: dpa
Uber-Zentrale in San Francisco

Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen Milliardenverlust verbucht.

(Foto: dpa)

Wenn der verstorbene Modeschöpfer Karl Lagerfeld ein vermeintliches deutsches Supermodel auf das Niveau einer Provinzschönheit zurechtstutzen wollte, half ein einfacher Satz: „In Paris kennt die keiner.“

Ähnlich ergeht es den deutschen Automobilherstellern Daimler, BMW und Volkswagen bei ihren Anstrengungen, eine Antwort auf den US-Fahrdienstleister Uber zu finden. Car2Go, Free Now, Moia? Zu den millionenschweren Projekten fällt dem Uber-Vorstand Manik Gupta im Handelsblatt-Interview nur eins ein: „Mit diesen Modellen bin ich nicht vertraut.“ Soll heißen: In Amerika kennt die keiner.

Die Carsahring-Angebote von Car2Go, die Taxi-Dienste von Free Now und das ambitionierte Kleinbus-Sharing namens Moia von VW – für Uber sind das offenbar keine Konkurrenten, mit denen man rechnen muss. Anders ist die Lage bei Lyft in den USA, Didi in China und Grab in Südostasien. Die drei Konkurrenten sind nämlich bereit, wie Uber hohe Anlaufverluste in Kauf zu nehmen und trotzdem schnell zu wachsen.

Die deutschen Autohersteller haben dagegen zwar viele Ideen, breiten sich aber nur langsam aus. Carsharing und Moia-Shuttle binden anders als das Modell von Uber viel Geld in eigens angeschafften Fahrzeugen.

Die Deutschen zögern daher bei der Ausbreitung. Volkswagen etwa will Moia erst drei Jahre lang mit 500 selbst entwickelten E-Bussen bis zur vollständigen Reife testen, bis eventuell eine weitere Stadt dazukommt. Die Ambitionen von BMW und Daimler laufen nach der Umstellung von MyTaxi auf Free Now erst einmal neu an.

Derweil startet Uber weltweit Versuche, legt sich mit Regulierern an und zieht sich, wenn es sein muss, auch über Nacht wieder zurück. Viel spricht dafür, dass Uber sich so als dominierende Mobilitätsplattform positionieren kann, bevor die Deutschen überhaupt richtig Fahrt aufnehmen.

Ihnen bleibt nur eine Hoffnung: Auch aus mancher von Lagerfeld geschmähten Schönheit wurde am Ende doch noch etwas.

Mehr: Manik Gupta ist Produkt-Vorstand beim Fahrdienst Uber. Von San Francisco aus erdenkt der Inder die Zukunft der Mobilität – mit vielen neuen Ideen.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Kommentar - Die mutlose deutsche Autoindustrie überlässt Uber das Feld

0 Kommentare zu "Kommentar: Die mutlose deutsche Autoindustrie überlässt Uber das Feld"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.