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Kommentar Die nächste Management-Methode kommt bestimmt

Neue Management-Strategien bringen Unternehmen nicht unbedingt den größten Erfolg. Manchmal hilft auch Ruhe bewahren und auf bewährte Taktiken vertrauen.
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Managermoden und in der Praxis gefundene „Theorien“ haben selten die Schwelle deutscher Hochschulen überwunden. Quelle: Getty Images
Geschäftsleben

Managermoden und in der Praxis gefundene „Theorien“ haben selten die Schwelle deutscher Hochschulen überwunden.

(Foto: Getty Images)

Kennen Sie VUCA? Noch nie gehört? Vielleicht sind Sie ja mental auf dem Rückzug. Oder Ihr Kurzzeitspeicher hat das VUCA-Phänomen bereits Ihrem persönlichen Geschichtsarchiv überantwortet. Denn VUCA ist ein vor Jahrzehnten in die Management-Beratung transportierter Begriff des amerikanischen Militärs aus der Zeit des Kalten Krieges bis zum Jahr 1990.

Die strategische Szene und Antwort transatlantisch angesiedelter Kriegsführer wurde seinerzeit mit den Herausforderungen „Volatility, uncertainty, complexity and ambiguity“ charakterisiert. Und jetzt, so konnte man jüngst aus berufener Feder lesen, droht VUCA praktisch jedem und an jeder Ecke, immer und überall: „In VUCA-Zeiten wie diesen muss alles auf den Prüfstand.“

Managermoden und in der Praxis gefundene „Theorien“, meist als transatlantischer Import, haben selten die Schwelle deutscher Hochschulen überwunden. Und das in den allermeisten Fällen zu Recht. Denn ihre Qualität erweist sich regelmäßig als kaum nachhaltig: Sobald die Beratungsfirmen ein neueres Geschäftsmodell erfinden müssen, landen die Vorgänger im Ablageordner.

Dort teilen sie dann ihr Schicksal u. a. mit dem einst viel gepriesenen Ansatz „Management by Champignons“: den Nachwuchs im Dunkeln halten, bewässern und wenn die Köpfe rausschauen: abschneiden. Für Modisches und Zeitgeistiges kann man in der Praxis teilweise auf Verständnis hoffen: Schließlich kann kein Berater jahrelang dieselbe Masche wiederholt als „dernier cri“ verkaufen.

Zumindest die Verpackung muss neu aussehen. Als Betriebswirt lernt man, zur Überprüfung des (Neuigkeits-)Gehalts von Themen zwischen Verpackung und Inhalt zu trennen: Lässt man das ominöse VUCA-Szenario weg und überprüft die thematisierten Managementrisiken „Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität“, dann stellt sich Ernüchterung ein.

Sehr grundlegende Fragen tauchen auf, auf die jeder Betriebswirt einfache Antworten geben kann. Flüchtigkeit, Ungewissheit, Komplexität und Unklarheit (FUKU) kennzeichnen seit jeher unternehmerische Entscheidungen. Unsicherheit ist demnach systemimmanent, nicht systemsprengend.

Eine Empfehlung aus karussellbegeisterten Kindertagen könnte überforderten Managern (und Aufsichtsräten) helfen: Wem es zu schnell wird, der steigt einfach aus. Und warten wir in Ruhe auf die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben werden will.

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