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Kommentar Die Nähe zu Trump könnte Boris Johnson gefährlich werden

Vor seinem Staatsbesuch hat der US-Präsident den Wunsch geäußert, dass Boris Johnson neuer britischer Premier wird. Einen Gefallen hat er ihm damit nicht getan.
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Die Nähe zu Trump könnte für Boris Johnson gefährlich werden Quelle: dpa
Wandmalerei-Satire in London

Trump hat Johnson sein Vertrauen ausgesprochen. Doch das freundliche Verhältnis der beiden birgt Tücken.

(Foto: dpa)

Donald Trump liebt es, seinen Besuch mit großen Schlagzeilen anzukündigen. Bevor der US-Präsident am Montag in London mit allen Ehren von der Queen empfangen wird, sprach er sich in Interviews noch für Boris Johnson als Premierminister aus und riet den Briten zu einem schnellen Brexit – notfalls auch ohne Vertrag.

Brexit-Fan Trump erinnerte daran, dass der EU-Ausstieg den Weg für ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der „Nummer eins“ der Welt, den USA, frei mache. Er versprach, sich dafür einzusetzen, dass die Verhandlungen „sehr, sehr schnell“ gingen.

Boris Johnson wird Trumps Worte als Beweis heranziehen, dass er der beste Kandidat für das Amt des Premierministers ist. Ein guter persönlicher Draht zum US-Präsidenten gilt schließlich als ausschlaggebender Faktor, um in diesen Zeiten im Weißen Haus etwas zu erreichen.

Doch ist der schnelle Handelsdeal mit den USA nur eine weitere Brexit-Illusion. Gespräche zwischen London und Washington wären keineswegs reibungslos. Die Liste der Stolpersteine ist lang, unter anderem will London US-Firmen vom staatlichen Gesundheitssystem fernhalten. Auch teilen die Briten viele Vorbehalte, an denen das europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen TTIP gescheitert ist.

Trumps Begeisterung für den Brexit ist leicht durchschaubar. Der „America first“-Präsident sieht die einmalige Gelegenheit, die EU zu spalten. Deren Hartleibigkeit in Handelsfragen stört ihn schon seit Langem. Deshalb spricht er sich immer wieder für einen möglichst harten Bruch zwischen London und Brüssel aus. Mit einem isolierten Großbritannien, das verzweifelt nach neuen Partnern sucht, hätte er leichteres Spiel, glaubt er.

Dem US-Präsidenten käme ein williger Helfer in der Downing Street gerade recht. Johnson nutzt der Schulterschluss, um sich als Macher zu inszenieren. Der Tory muss aber aufpassen, dass er nicht als Pudel der USA wahrgenommen wird. Das geht in Großbritannien schnell nach hinten los.

Mehr: Die chinesische Regierung hat ein Positionspapier zum Handelsstreit vorgelegt. China sei ein zuverlässiger Partner – Trump nicht, heißt es in dem Papier.

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