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Kommentar Die Neuausrichtung der US-Notenbank ist längst überfällig

Die Fed hat mit der Überprüfung ihrer Strategie Großes vor. Dieser Schritt ist notwendig. Denn ihr Umfeld hat sich radikal verändert.
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Auch die Debatte, ob eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent noch zeitgemäß ist, muss geführt werden. Quelle: AP
Federal Reserve

Auch die Debatte, ob eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent noch zeitgemäß ist, muss geführt werden.

(Foto: AP)

Die Federal Reserve hat sich für 2019 viel vorgenommen. Sie will ihre „Strategien, Instrumente und Kommunikationsmethoden“ überprüfen. Der Schritt ist überfällig und kommt zur richtigen Zeit. Seit der Finanzkrise hat sich das Umfeld, in dem die Fed und andere Notenbanken arbeiten, radikal verändert. Sie haben viele neue Instrumente genutzt, etwa Anleihekäufe, und sind höheren Transparenzanforderungen ausgesetzt.

Außerdem gibt es Zweifel, ob das Ziel einer Inflation von knapp zwei Prozent, das die Fed und andere Notenbanken anstreben, noch angemessen ist. Bislang hat die Fed die Debatte darüber aus guten Gründen aufgeschoben. In der Finanzkrise hatte die US-Notenbank zu Recht andere Prioritäten, als ihre Instrumente zu hinterfragen. Ein Feuerwehrmann überprüft seine Ausrüstung auch nicht dann, wenn ein Haus brennt.

Auch in den Jahren nach der Krise war die Zeit dafür noch nicht reif. Lange lag die Inflation in den USA deutlich unter dem Ziel der Fed von knapp zwei Prozent. Hätte die Notenbank ihr Inflationsziel zu einem Zeitpunkt infrage gestellt, wo sie es deutlich verfehlt, hätte das nur ihre Glaubwürdigkeit beschädigt.

Inzwischen hat die Arbeitslosigkeit in den USA ein Rekordtief erreicht, die Wirtschaft boomt, und die Inflation liegt auf dem von der Fed angestrebten Niveau. Damit gibt es für die Notenbank keinen Grund mehr, die Debatte aufzuschieben. Der Zeitpunkt ist auch deshalb gut, weil der aktuelle Fed-Chef Jerome Powell noch relativ neu in seinem Amt ist.

Auch wenn er vorher schon dem Führungsgremium der Notenbank angehörte, gibt ihm das die nötige Freiheit, die bisherige Strategie zu hinterfragen. Was die Fed nun angehen will, steht der Europäischen Zentralbank noch bevor.

Da sie im geldpolitischen Zyklus hinter der US-Notenbank zurückhängt, wird sie sich aber noch Zeit lassen. EZB-Präsident Mario Draghi, dessen Amtszeit im Oktober 2019 ausläuft, wird sich damit wohl nicht mehr befassen, aber vermutlich sein Nachfolger.

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