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Kommentar Die neue Automarke „Jetta“ ist ein großes Wagnis für VW

Der Autokonzern geht ein großes Risiko ein, in China eine neue Automarke zu etablieren. Aber hat Volkswagen eine Wahl?
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Der Autobauer startet mit einer neuen Marke in China. Quelle: AFP
Volkswagen-Logo

Der Autobauer startet mit einer neuen Marke in China.

(Foto: AFP)

Es ist ein echtes Experiment, das Volkswagen in China wagt. Ausgerechnet aus dem biederen Modell „Jetta“ soll jetzt noch viel mehr werden: Speziell für den chinesischen Markt kreiert Volkswagen mit „Jetta“ nun eine neue Automarke mit einer kompletten Modellreihe und eigenen Händlern. Im Herbst geht es los, zunächst mit einer Limousine und zwei neuen SUVs, alles unter dem Namen „Jetta“.

Solch ein Wagnis ist der Volkswagen-Konzern bislang noch nie eingegangen. Jetta wird auf dieselbe Stufe gehoben wie Audi, Skoda oder Porsche – aus einem Auto wird eine Marke. Die nicht immer besonders schnell agierenden Wolfsburger haben sich in der Vergangenheit immer nur als Aufkäufer anderer Hersteller hervorgetan. Jetzt müssen sie beweisen, dass sie auch eine neue Marke etablieren können.

Eine neue Automarke zu kreieren ist ein echtes Experiment – das nicht immer gutgeht. Vor fünf Jahren hat der französische PSA-Konzern schon einmal einen ähnlichen Versuch gestartet. Aus dem Modell Citroën DS wurde damals die eigenständige Marke DS.

PSA wollte damit einen neuen Wettbewerber gegen die erfolgreichen deutschen Premiummarken schaffen. DS sollte so etwas wie ein Ebenbild zu Audi werden – eine Premiummarke mit gehobener Ausstattung, die kostengünstig auf der Plattform eines Massenherstellers produziert wird.

Dem Versuch ist bislang kein allzu großer Erfolg beschieden. Der Abstand zu Mercedes und BMW ist gewaltig geblieben, die französische Premiummarke steht für ein absolutes Nischenprodukt. Ablesbar ist das vor allem an der kleinen Modellpalette, die es mit der deutschen Konkurrenz nicht aufnehmen kann.

Volkswagen sollte also gewarnt sein. Der Jetta mag in China ein gefeiertes Auto sein, das auf ein hohes Image und viele Kunden aufbauen kann. Vielleicht ist das Massengeschäft in der Volksrepublik auch etwas leichter zu steuern als der französische Versuch, in die Phalanx der deutschen Premiummarken einzubrechen.

Aber trotzdem wagt der Wolfsburger Konzern eine riskante Strategie auf dem Automarkt in der Volksrepublik. Zumal es schon Produkte aus dem eigenen Konzernreich gäbe. Skoda ist ebenfalls in China vertreten, und auch die spanische Konzerntochter Seat will sich in der Volksrepublik etablieren.

Aber es ist einen Versuch wert. Die Wolfsburger betreiben Markt- und Produktdifferenzierung wie aus dem Lehrbuch. Die neue Marke tritt im unteren Preissegment in China an, wo VW noch nicht allzu viel zu bieten hat. Die Produktionskosten in China sind vergleichsweise niedrig. Das Wachstum des Marktes lässt nach. Da sollten alle Autohersteller alle Chancen ausreizen.

Mehr: Die Zeiten hoher Wachstumsraten auf Chinas Automarkt gehen zu Ende. Für die Hersteller brechen deshalb ungemütliche Zeiten an, meint Handelsblatt-Reporter Stefan Menzel.

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