Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die neue Bilanzaffäre könnte für GE unangenehm werden

Harry Markopolos wirft General Electric vor, seine Zahlen frisiert zu haben. Schaden hat der prominente Ermittler damit bereits jetzt angerichtet.
Kommentieren
Der Experte für Finanzbetrug hat einst das Schneeballsystem von Bernie Maddoff aufgedeckt. Quelle: Bloomberg
Harry Markopolos im Jahr 2010

Der Experte für Finanzbetrug hat einst das Schneeballsystem von Bernie Maddoff aufgedeckt.

(Foto: Bloomberg)

Wenn Harry Markopolos spricht, hat sein Wort Gewicht. Der Experte für Finanzbetrug hat einst das Schneeballsystem von Bernie Madoff aufgedeckt und wirft nun General Electric vor, seine Zahlen frisiert zu haben. Egal ob der Bericht nun wahr oder falsch ist: Schaden richtet er auf jeden Fall an. Nach Veröffentlichung der Studie brach der Aktienkurs des Siemens-Konkurrenten um elf Prozent ein.

Klar ist: Markopolos kann Bilanzen besser lesen als die meisten Finanz-Analysten, die oft nur ihre Excel-Tabellen mit den Zahlen füllen, die sie von den Firmen haben. Was jedoch Zweifel an Markopolos‘ Kritik aufkommen lässt, ist die Tatsache, dass sein Analyseteam diesmal nach eigenen Angaben mit einem Hedgefonds zusammenarbeitet, der auf einen Absturz der GE-Aktie setzt und dessen Namen der Finanzexperte nicht nennt.

Sollte der Hedgefonds an dem Deal verdienen, streicht Markopolos einen Teil davon ein. Da ist die Frage berechtigt, ob seine Vorwürfe nicht doch in erster Linie interessengeleitet sind.

Das GE-Management wirft Markopolos Marktmanipulation vor und der Vorstandsvorsitzende Larry Culp hat schon ein starkes Zeichen gesetzt, indem er persönlich nach dem Absturz an der Börse GE-Aktien im Wert von zwei Millionen Dollar gekauft hat. Das soll zeigen: Der seit knapp einem Jahr amtierende CEO hält den Vorwurf der Bilanzmanipulation für Unsinn. Andererseits: Wie sollte Culp sonst reagieren?

Fest steht allerdings: GE hat in den vergangenen Jahren seit dem Abgang von Jeffrey Immelt vor zwei Jahren aufgeräumt, sein Nachfolger hielt sich nur kurze Zeit, jedes mal ging der Wechsel mit drastischen Abschreibungen einher. Man sollte also annehmen können, dass verschleierte Verluste, wie Markopolos sie anprangert, ans Licht gekommen wären.

Schließlich räumen neue Chefs für gewöhnlich erst einmal auf – vor allem bei den Finanzen. Sie wollen keine Lasten mit sich herumzuschleppen, die sie nicht zu verantworten haben. Eigentlich müsste die GE-Bilanz bereinigt sein.

Andererseits gibt es auch einige Umstände, die Zweifel am Hausputz bei GE aufkommen lassen. Nach den Abschreibungen der vergangenen zwei Jahre haben Justizministerium wie auch die Börsenaufsicht SEC Untersuchungen gegen den Konzern eingeleitet. Zudem ist seit zwei Wochen die Position des Finanzvorstands ausgeschrieben und GE schaut sich erstmals seit Jahrzehnten nach einem neuen Wirtschaftsprüfer um.

Das könnte eher darauf hindeuten, dass sich vielleicht doch Probleme im Rechenwerk des Konzerns verbergen. General Electric dürfte wohl kein zweiter Fall Bernie Madoff oder Enron werden, aber es könnte doch noch Unangenehmes ans Licht kommen.

Mehr: Harry Markopolos hat GE ins Visier genommen. Er kritisiert unter anderem Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Die neue Bilanzaffäre könnte für GE unangenehm werden

0 Kommentare zu "Kommentar: Die neue Bilanzaffäre könnte für GE unangenehm werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote